Das Buch der Herkunft von Jesus Christus, dem Sohn Davids, dem Sohn Abrahams. Abraham zeugte Isaak, Isaak wiederum zeugte Jakob, Jakob wiederum zeugte Juda und seine Brüder, Juda wiederum zeugte Perez und Serach von Tamar, Perez wiederum zeugte Hezron, Hezron wiederum zeugte Ram, Ram wiederum zeugte Amminadab, Amminadab wiederum zeugte Nachschon, Nachschon wiederum zeugte Salmon, Salmon wiederum zeugte Boas von Rahab, Boas wiederum zeugte Obed von Rut, Obed wiederum zeugte Isaï, Isaï wiederum zeugte David, den König. David wiederum zeugte Salomo von der Ehefrau des Urija, Salomo wiederum zeugte Rehabeam, Rehabeam wiederum zeugte Abija, Abija wiederum zeugte Asaf, Asaf wiederum zeugte Joschafat, Joschafat wiederum zeugte Joram, Joram wiederum zeugte Usija, Usija wiederum zeugte Jotam, Jotam wiederum zeugte Ahas, Ahas wiederum zeugte Hiskija, Hiskija wiederum zeugte Manasse, Manasse wiederum zeugte Amon, Amon wiederum zeugte Joschija, Joschija wiederum zeugte Jojachin und seine Brüder zur Zeit des Exils in Babylon. Nach dem Exil in Babylon zeugte Jojachin dann Schealtiël, Schealtiël wiederum zeugte Serubbabel, Serubbabel wiederum zeugte Abihud, Abihud wiederum zeugte Eljakim, Eljakim wiederum zeugte Azor, Azor wiederum zeugte Zadok, Zadok wiederum zeugte Achim, Achim wiederum zeugte Eliud, Eliud wiederum zeugte Eleasar, Eleasar wiederum zeugte Mattan, Mattan wiederum zeugte Jakob, Jakob wiederum zeugte Josef, den Mann von Maria, von der Jesus geboren wurde, der „Christus“ heißt. Alle Generationen von Abraham bis David sind also vierzehn Generationen, und von David bis zum Exil in Babylon sind es vierzehn Generationen, und vom Exil in Babylon bis Christus sind es vierzehn Generationen. Die Geburt von Jesus Christus aber geschah folgendermaßen: Nachdem seine Mutter Maria dem Josef versprochen worden war, bevor sie zusammenkamen, da stellte sich heraus, dass sie {schwanger war} vom heiligen Geist. Aber weil Josef, ihr zukünftiger Ehemann, rechtschaffen war und sie nicht bloßstellen wollte, entschloss er sich, sie heimlich zu scheiden. Als er darüber nun nachdachte, siehe!, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: „Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau anzunehmen! Denn was in ihr gezeugt wurde, ist vom heiligen Geist. Sie wird aber einen Sohn zur Welt bringen, und du sollst ihn Jesus nennen; denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.“ Das Ganze aber ist geschehen, damit sich erfüllte, was vom Herrn gesagt worden ist durch den Propheten, der sprach: „Siehe!, die Jungfrau {wird schwanger sein} und einen Sohn zur Welt bringen, und man wird {ihn} Immanuël nennen (das bedeutet übersetzt: Gott mit uns). Als nun Josef aus dem Schlaf erwachte, handelte er, wie es ihm der Engel des Herrn angeordnet hatte, und er nahm seine Frau an, und er erkannte sie nicht, bis sie einen Sohn zur Welt gebracht hatte; und er nannte {ihn} Jesus. Nachdem Jesus nun in Betlehem von Judäa geboren worden war, in den Tagen des Königs Herodes, siehe!, da trafen Sterndeuter aus dem Osten in Jerusalem ein und sagten: „Wo ist der neugeborene König der Judäer? Wir haben nämlich seinen Stern beim Aufgang gesehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ Als nun König Herodes es hörte, erschrak er, und ganz Jerusalem mit ihm, und nachdem er alle Oberpriester und Schriftgelehrten des Volkes versammelt hatte, erkundigte er sich bei ihnen, wo der Gesalbte geboren werden sollte. Sie aber sagten zu ihm: „In Betlehem von Judäa. So nämlich steht es durch den Propheten geschrieben: ‚Und du, Betlehem, Land von Juda, bist keineswegs die geringste unter den Herrschern von Juda, denn aus dir wird ein Herrscher hervorgehen, der mein Volk Israel weiden wird.‘“ Daraufhin rief Herodes heimlich die Sterndeuter und ermittelte von ihnen den Zeitraum, {den der Stern bereits schien}, und er schickte sie nach Betlehem und sagte: „Geht und erkundigt euch ganz genau über das Kind! Und sobald ihr es gefunden habt, erstattet mir Bericht, damit auch ich komme und ihm huldige.“ Sie aber hörten den König an und gingen, und siehe!, der Stern, den sie beim Aufgang gesehen hatten, ging ihnen voraus, bis er ankam und über dem Ort stehen blieb, wo das Kind war. Als sie nun den Stern sahen, freuten sie sich {ganz außerordentlich}. Und sie gingen in das Haus und sahen das Kind mit Maria, seiner Mutter, und sie fielen nieder und huldigten ihm, und sie öffneten ihre Schätze und brachten ihm Geschenke dar: Gold und Weihrauch und Myrrhe. Und weil sie im Traum gewarnt worden waren, nicht zu Herodes zurückzukehren, kehrten sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land. Als sie nun heimgekehrt waren, siehe!, da erscheint Josef ein Engel des Herrn im Traum und sagt: „Steh auf und nimm das Kind und seine Mutter zu dir und flieh nach Ägypten und bleib dort, bis ich es dir sage! Denn Herodes hat vor, das Kind zu suchen, um es umzubringen.“ Er aber stand auf und nahm bei Nacht das Kind und seine Mutter zu sich und entwich nach Ägypten. Und er blieb dort bis zum Tod von Herodes, sodass sich erfüllte, was vom Herrn gesagt worden ist durch den Propheten, der sprach: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.“ Danach wurde Herodes – als er sah, dass er von den Sterndeutern hintergangen worden war – sehr wütend, und er sandte Soldaten aus und tötete alle Jungen in Betlehem und in seiner ganzen Umgebung, vom Zweijährigen und darunter, entsprechend dem Zeitraum, den er von den Sterndeutern ermittelt hatte. Da erfüllte sich, was gesagt worden ist durch den Propheten Jeremia, der sprach: „Eine Stimme hat man in Rama gehört, viel Weinen und Klagen; Rahel, die um ihre Kinder weinte, und sie wollte sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr leben.“ Nachdem nun Herodes gestorben war, siehe!, da erscheint dem Josef in Ägypten ein Engel des Herrn im Traum und sagt: „Steh auf und nimm das Kind und seine Mutter zu dir, und geh ins Land Israel! Die nach dem Leben des Kindes getrachtet haben, sind nämlich gestorben.“ Er aber stand auf und nahm das Kind und seine Mutter zu sich, und er zog ins Land Israel. Als er nun hörte, dass Archelaus anstelle seines Vaters Herodes über Judäa regierte, fürchtete er sich, dort hinzuziehen; und weil er im Traum gewarnt worden war, entwich er in die Gegend von Galiläa, und als er hinkam, ließ er sich nieder in einer Stadt, die Nazaret heißt; somit erfüllte sich, was gesagt worden ist durch die Propheten: „Er wird Nazoräer genannt werden.“ In jenen Tagen nun tritt Johannes der Täufer auf und predigt in der Wüste von Judäa und sagt: „Tut Buße! Das Reich der Himmel ist nämlich nahegekommen!“ Denn der ist es, der erwähnt worden ist durch den Propheten Jesaja, der sprach: „Die Stimme eines Rufers in der Wüste: ‚Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Pfade!‘“ (Er aber, Johannes, hatte seine Kleidung aus Kamelhaar und einen ledernen Gürtel um seine Hüfte, und seine Nahrung waren Heuschrecken und wilder Honig.) Daraufhin ging Jerusalem und ganz Judäa und die ganze Umgebung des Jordans zu ihm hinaus, und sie ließen sich im Jordanfluss von ihm taufen, wobei sie ihre Sünden bekannten. Aber als er viele der Pharisäer und Sadduzäer zu seiner Taufe kommen sah, sagte er zu ihnen: „Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch gewarnt, dem bevorstehenden Zorn zu entfliehen? Bringt also Frucht hervor, die der Buße angemessen ist! Und meint nicht, es würde genügen, bei euch selbst zu sagen: ‚Wir haben Abraham zum Vater‘, denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken! Die Axt liegt nun schon an der Wurzel der Bäume; jeder Baum also, der nicht gute Frucht hervorbringt, wird abgehackt und ins Feuer geworfen. Ich taufe euch mit Wasser zur Buße, aber der nach mir kommt, ist stärker als ich; seine Sandalen bin ich nicht geeignet zu tragen; er wird euch mit heiligem Geist und Feuer taufen. Dessen Worfschaufel ist in seiner Hand, und er wird seine Tenne gründlich reinigen und seinen Weizen in die Scheune sammeln, die Spreu aber wird er verbrennen in einem unauslöschlichen Feuer.“ Danach kam Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Johannes aber wehrte ihn ab und sagte: „Ich habe es nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?“ Da antwortete Jesus und sagte zu ihm: „Lass mich jetzt, denn so ist es für uns richtig, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen.“ Daraufhin lässt er ihn gewähren. Nachdem nun Jesus getauft worden war, stieg er sofort aus dem Wasser; und siehe!, die Himmel öffneten sich ihm, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf sich kommen. Und siehe!, da war eine Stimme aus den Himmeln, die sagte: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen habe.“ Danach wurde Jesus vom Geist in die Wüste hinaufgeführt, um vom Teufel versucht zu werden. Und nachdem er vierzig Tage und vierzig Nächte lang gefastet hatte, hatte er zuletzt Hunger. Und der Versucher trat heran und sagte zu ihm: „Wenn du der Sohn Gottes bist, dann sag, dass diese Steine zu Broten werden!“ Er aber antwortete und sagte: „Es steht geschrieben: ‚Nicht nur vom Brot soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das ausgeht durch den Mund Gottes.‘ Danach nimmt ihn der Teufel mit in die heilige Stadt, und er stellte ihn auf den höchsten Punkt des Tempels, und er sagt zu ihm: „Wenn du der Sohn Gottes bist, dann wirf dich hinunter! Denn es steht geschrieben: ‚Seinen Engeln wird er befehlen deinethalben‘, und: ‚Sie werden dich auf Händen tragen, sonst stößt du deinen Fuß gegen einen Stein.‘“ Jesus sagte zu ihm: „Andererseits steht geschrieben: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern!‘“ Außerdem nimmt ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg, und er zeigt ihm alle Königreiche der Welt und ihre Pracht, und er sagte zu ihm: „All das werde ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.“ Daraufhin sagt Jesus zu ihm: „Geh weg, Satan! Denn es steht geschrieben: ‚Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du dienen!‘“ Daraufhin verließ ihn der Teufel, und siehe!, Engel kamen herbei, und sie dienten ihm. Als er nun hörte, dass Johannes verraten worden war, entwich er nach Galiläa. Und nachdem er Nazara verlassen hatte, ging er und ließ sich in Kafarnaum nieder, der Stadt am Meer, im Gebiet von Sebulon und Naftali, sodass sich erfüllte, was gesagt worden ist durch den Propheten Jesaja, der sprach: „Land Sebulon und Land Naftali, am Weg des Meeres, jenseits des Jordans, Galiläa der heidnischen Völker: Das Volk, das in der Finsternis sitzt, hat ein großes Licht gesehen, und für diejenigen, die im Gebiet und Schatten des Todes sitzen, für sie ist ein Licht aufgegangen.“ Von da an begann Jesus zu predigen und zu sagen: „Tut Buße! Das Reich der Himmel ist nämlich nahegekommen.“ Als er nun am Meer von Galiläa umherging, sah er zwei Brüder – Simon, der mit Beinamen Petrus genannt wird, und Andreas, seinen Bruder –, die warfen ein Netz in das Meer; denn sie waren Fischer. Und er sagt zu ihnen: „Kommt, mir nach, dann werde ich euch zu Menschenfischern machen.“ Sie aber verließen sofort die Netze und folgten ihm. Und als er von dort weiterging, sah er zwei andere Brüder – Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder – im Boot mit ihrem Vater Zebedäus, die besserten ihre Netze aus, und er rief sie. Sie aber verließen sofort das Boot und ihren Vater und folgten ihm. Und er zog umher in ganz Galiläa, und dabei lehrte er in ihren Synagogen und predigte die gute Nachricht vom Reich und heilte alle Krankheit und alle Gebrechlichkeit unter dem Volk. Und die Kunde von ihm ging aus nach ganz Syria; und sie brachten zu ihm alle, die {krank waren}, von verschiedenen Gebrechen und Qualen Befallene und Besessene und Mondsüchtige und Gelähmte, und er heilte sie. Und es folgten ihm große Menschenmengen von Galiläa und Dekapolis und Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordans. Als er nun die Menschenmengen sah, stieg er auf den Berg, und nachdem er sich gesetzt hatte, kamen seine Jünger zu ihm; und er öffnete seinen Mund und lehrte sie, indem er sagte: „Beglückwünschenswert sind die Armen im Geist, denn ihnen gehört das Reich der Himmel. Beglückwünschenswert sind die Trauernden, denn sie werden getröstet werden. Beglückwünschenswert sind die Sanftmütigen, denn sie werden die Erde erben. Beglückwünschenswert sind, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie werden satt werden. Beglückwünschenswert sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erfahren. Beglückwünschenswert sind die im Herzen Reinen, denn sie werden Gott sehen. Beglückwünschenswert sind die Friedensstifter, denn sie werden ‚Kinder Gottes‘ genannt werden. Beglückwünschenswert sind, die verfolgt sind wegen ihrer Gerechtigkeit, denn ihnen gehört das Reich der Himmel. Beglückwünschenswert seid ihr, wann immer sie euch meinetwegen beschimpfen und verfolgen und lauter böses Zeug gegen euch sagen und dabei lügen. Freut euch und jubelt, dass euer Lohn in den Himmeln groß sein wird! Denn auf diese Weise haben sie die Propheten vor euch verfolgt. „Ihr seid das Salz der Erde! Wenn aber das Salz fade geworden ist, womit soll man salzen? Es taugt zu nichts mehr, außer nach draußen geworfen und von den Leuten zertrampelt zu werden. Ihr seid das Licht der Welt! Es kann die Stadt, die oben auf einem Berg liegt, nicht versteckt werden; man zündet auch nicht eine Lampe an und stellt sie unter den Eimer, sondern auf den Leuchter, dann leuchtet sie allen, die im Haus sind. Auf diese Weise soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater verherrlichen, der in den Himmeln ist.“ „Meint nicht, dass ich gekommen bin, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen! Ich bin nicht gekommen, um sie aufzulösen, sondern um sie zu erfüllen. Denn, amen, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, soll gewiss nicht ein Jota oder ein Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer auch immer also eines dieser geringsten Gebote missachtet und die Leute entsprechend lehrt, wird ‚Geringster‘ genannt werden im Reich der Himmel; aber wer auch immer sie tut und lehrt, der wird ‚Großer‘ genannt werden im Reich der Himmel. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht sehr viel größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, dann sollt ihr gewiss nicht in das Reich der Himmel eingehen.“ „Ihr habt gehört, dass zu den Vorfahren gesagt worden ist: ‚Du sollst nicht morden! Aber wer auch immer gemordet hat, wird dem Gericht verantwortlich sein.‘ Ich hingegen sage euch: Jeder, der auf seinen Bruder wütend ist, wird dem Gericht verantwortlich sein; und wer auch immer zu seinem Bruder sagt: ‚Du Idiot!‘, wird dem Synedrium verantwortlich sein; und wer auch immer sagt: ‚Du Narr!‘, wird in der Hölle des Feuers verantwortlich sein. Wenn du also deine Opfergabe am Altar darbringst und du dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, dann lass deine Opfergabe dort vor dem Altar und geh hin, versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, und dann komm und bring deine Opfergabe dar. Sei deinem Gegner schnell wohlgesonnen, während du mit ihm unterwegs bist, sonst übergibt dich der Gegner dem Richter, und der Richter dem Gehilfen, und dann wirst du ins Gefängnis geworfen; amen, ich sage dir: Du wirst gewiss nicht von dort herauskommen, bis du den letzten Quadrans zurückgezahlt hast.“ „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: ‚Du sollst nicht ehebrechen!‘ Ich hingegen sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat bereits Ehebruch mit ihr begangen in seinem Herzen. Wenn aber dein rechtes Auge dir Anstoß gibt, dann reiß es aus und wirf es von dir; denn es ist besser für dich, dass einer deiner Körperteile verloren geht und nicht dein gesamter Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn deine rechte Hand dir Anstoß gibt, dann hacke sie ab und wirf sie von dir; denn es ist besser für dich, dass einer deiner Körperteile verloren geht und nicht dein gesamter Leib in der Hölle umkommt.“ „Es ist auch gesagt worden: ‚Wer auch immer seine Frau scheidet, soll ihr eine Trennungsurkunde geben.‘ Ich hingegen sage euch: Jeder, der seine Frau scheidet – ausgenommen aufgrund von Unzucht –, der macht, dass sie Ehebruch begeht, und wer auch immer eine geschiedene Frau heiratet, begeht Ehebruch.“ „Außerdem habt ihr gehört, dass zu den Vorfahren gesagt worden ist: ‚Du sollst keinen Meineid leisten und dem Herrn deine Eide einlösen!‘ Ich hingegen sage euch: Schwört überhaupt nicht – weder beim Himmel, denn er ist der Thron Gottes; noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße; noch auf Jerusalem, denn sie ist die Stadt des großen Königs; noch bei deinem Kopf sollst du schwören, denn du kannst nicht ein einziges Haar weiß oder schwarz machen. Eure Rede soll nun sein: ‚Ja, ja! Nein, nein!‘ Aber was {darüber hinausgeht}, ist von dem Bösen.“ „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: ‚Auge für Auge‘ und ‚Zahn für Zahn‘. Ich hingegen sage euch: Widersteht dem Bösen nicht! Sondern wer dich auf deine rechte Wange ohrfeigt, dem wende auch die andere zu; und dem, der mit dir vor Gericht ziehen und dein Hemd nehmen will, dem lass auch das Gewand; und wer dich zu einer Meile zwingt, mit dem geh zwei. Gib dem, der dich bittet, und von dem, der etwas von dir leihen will, wende dich nicht ab!“ „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen!‘ Ich hingegen sage euch: Liebt eure Feinde und betet für diejenigen, die euch verfolgen, sodass ihr Kinder eures Vaters in den Himmeln werdet, weil er seine Sonne aufgehen lässt über Böse und Gute und er es regnen lässt auf Gerechte und Ungerechte. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr zu erwarten? Tun dasselbe nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Geschwister grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun dasselbe nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“ „Achtet nun darauf, eure Gerechtigkeit nicht vor den Leuten auszuüben, um von ihnen gesehen zu werden, sonst habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater in den Himmeln. Wann immer du also ein Almosen gibst, sollst du es nicht vor dir her posaunen, wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Straßen, um von den Leuten geehrt zu werden; amen, ich sage euch: Sie erhalten bereits ihren Lohn. Aber wenn du ein Almosen gibst, soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut, damit dein Almosen im Verborgenen bleibt; dann wird dein Vater, der ins Verborgene schaut, es dir vergelten.“ „Und wann immer ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, denn sie mögen es, in den Synagogen und an den Straßenecken zu stehen und zu beten, um sich den Leuten zu zeigen; amen, ich sage euch: Sie erhalten bereits ihren Lohn. Aber wann immer du betest, geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; dann wird dein Vater, der ins Verborgene schaut, es dir vergelten. Aber wenn ihr betet, plappert nicht wie die Heiden, denn sie meinen, dass sie mit ihrem vielen Gerede erhört würden. Gleicht ihnen also nicht! Denn euer Vater weiß, was ihr braucht, bevor ihr ihn bittet. Folgendermaßen sollt ihr also beten: Unser Vater in den Himmeln, dein Name soll geheiligt werden! Dein Reich soll kommen! Dein Wille soll geschehen, wie im Himmel, auch auf der Erde! Unseren Tagesbedarf Brot gib uns heute! Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir denen vergeben haben, die {uns etwas schuldig sind}! Und führe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Bösen! Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben; aber wenn ihr den Menschen nicht vergebt, dann wird euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“ „Und wann immer ihr fastet, seid nicht griesgrämig wie die Heuchler, denn sie verstellen ihr Gesicht, um den Leuten zu zeigen, dass sie fasten; amen, ich sage euch: Sie erhalten bereits ihren Lohn. Aber wenn du fastest, salbe deinen Kopf und wasche dein Gesicht, um nicht den Leuten zu zeigen, dass du fastest, sondern deinem Vater, der im Verborgenen ist; dann wird dein Vater, der ins Verborgene schaut, es dir vergelten.“ „Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motte und Rost sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen! Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost sie zerstören und wo Diebe nicht einbrechen und sie stehlen! Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. Die Lampe des Leibes ist das Auge. Wenn also dein Auge ungetrübt ist, dann wird dein gesamter Leib hell sein; aber wenn dein Auge böse ist, dann wird dein gesamter Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß ist dann die Finsternis! Niemand kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem ergeben sein und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und Mammon.“ „Deshalb sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, auch nicht um euren Körper, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Körper mehr als die Kleidung? Schaut auf die Vögel des Himmels: Sie säen nicht, und sie ernten nicht, und sie sammeln nicht in Scheunen, und doch ernährt euer himmlischer Vater sie; seid ihr nicht viel wichtiger als sie? Und wer von euch kann, indem er sich sorgt, seiner Lebenszeit eine einzige Elle hinzufügen? Und warum sorgt ihr euch um Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie mühen sich nicht und sie spinnen nicht; aber ich sage euch: Auch Salomo in all seiner Pracht war nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute da ist und morgen in den Ofen geworfen wird, auf diese Weise bekleidet, wird er nicht umso mehr euch kleiden, ihr Kleingläubigen? Sorgt euch also nicht, indem ihr sagt: ‚Was sollen wir essen?‘, oder: ‚Was sollen wir trinken?‘, oder: ‚Was sollen wir anziehen?‘ (Denn all das erstreben die heidnischen Völker.) Euer himmlischer Vater weiß nämlich, dass ihr das alles braucht. Sucht aber zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, dann wird euch das alles hinzugefügt werden. Sorgt euch also nicht um das Morgen, denn das Morgen wird für sich selbst sorgen! Das Heute hat ausreichend Ärger.“ „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn mit welchem Gericht ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, so wird für euch gemessen werden. Warum nun siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ‚Lass mich den Splitter aus deinem Auge entfernen!‘, und siehe!, dabei steckt der Balken in deinem Auge!? Du Heuchler! Entferne zuerst den Balken aus deinem Auge, und danach wirst du klar genug sehen, um den Splitter aus dem Auge deines Bruders zu entfernen. Gebt das Heilige nicht den Hunden, und werft eure Perlen nicht vor die Schweine, sonst werden sie sie mit ihren Füßen niedertrampeln, und wenn sie sich umdrehen, zerreißen sie euch.“ „Bittet, dann wird euch gegeben werden! Sucht, dann werdet ihr finden! Klopft an, dann wird euch geöffnet werden! Denn jeder, der bittet, bekommt; und der sucht, findet; und dem, der anklopft, wird geöffnet werden. Oder wer ist unter euch ein Mensch, den sein Sohn um Brot bitten wird, dass er ihm einen Stein reichen würde? Oder wenn er auch um einen Fisch bitten wird, dass er ihm eine Schlange reichen würde? Wenn also ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, denen Gutes geben, die ihn bitten. Alles also – was auch immer ihr wollt, dass die Menschen für euch tun – so sollt auch ihr für sie tun; denn das ist das Gesetz und die Propheten.“ „Geht hinein durch das enge Tor! Denn weit ist das Tor und breit der Weg, der ins Verderben führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen; wie eng ist das Tor und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden!“ „Hütet euch vor den falschen Propheten, die zu euch kommen im Kleid der Schafe, aber innerlich reißende Wölfe sind! An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man etwa Trauben von Dornenbüschen oder Feigen von Disteln? So bringt jeder gute Baum schöne Früchte hervor, der faule Baum hingegen bringt schlechte Früchte hervor. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte hervorbringen, und ein fauler Baum kann nicht schöne Früchte hervorbringen. Jeder Baum, der nicht schöne Frucht hervorbringt, wird abgehackt und ins Feuer geworfen. Folglich werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen.“ „Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Herr, Herr!‘, wird hineingehen in das Reich der Himmel, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: ‚Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen vertrieben und in deinem Namen viele Wunder getan?‘ Und daraufhin werde ich ihnen eröffnen: ‚Ich habe euch nie gekannt! Weicht von mir, die ihr die Gesetzlosigkeit ausübt!‘“ „Jeder also, der diese meine Worte hört und sie tut, wird einem klugen Mann gleichen, welcher sein Haus auf Fels baute; und der Platzregen fiel herab, und die Flüsse stiegen, und die Winde wehten und schlugen gegen jenes Haus, aber es stürzte nicht ein, denn gegründet war es auf dem Fels. Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Mann gleichen, welcher sein Haus auf dem Sand baute; und der Platzregen fiel herab, und die Flüsse stiegen, und die Winde wehten und stießen gegen jenes Haus, und es stürzte ein, und sein Einsturz war groß.“ Und es geschah, als Jesus diese Worte beendet hatte, da waren die Menschenmengen erstaunt über seine Lehre; denn er lehrte sie wie jemand, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten. Als er nun von dem Berg herabstieg, folgten ihm große Menschenmengen. Und siehe!, ein Aussätziger kam herbei, warf sich vor ihm nieder und sagte: „Herr, wenn du es willst, kannst du mich rein machen.“ Und indem er die Hand ausstreckte, berührte er ihn und sagte: „Ich will es; werde rein!“ Und sofort wurde sein Aussatz rein. Und Jesus sagt zu ihm: „Sieh zu, dass du zu niemandem sprichst, sondern geh hin, zeige dich dem Priester und bring die Opfergabe dar, die Mose angeordnet hat, zum Zeugnis für sie!“ Als er nun nach Kafarnaum hineinging, kam ein Zenturio zu ihm, der bat ihn und sagte: „Herr, mein Knecht liegt gelähmt im Haus und wird schrecklich gequält.“ Und er sagt zu ihm: „Ich komme und werde ihn heilen.“ Da antwortete der Zenturio und sagte: „Herr, ich bin nicht geeignet, dass du unter meinem Dach eintrittst; sag es doch nur durch ein Wort, dann wird mein Knecht gesund werden. Denn auch ich bin ein Mensch unter Befehlsgewalt und habe unter mir Soldaten, und sage ich zu diesem: ‚Geh!‘, dann geht er, und zu einem anderen: ‚Komm!‘, dann kommt er, und zu meinem Knecht: ‚Tu dies!‘, dann tut er es.“ Als nun Jesus das hörte, staunte er, und er sagte zu denen, die ihm folgten: „Amen, ich sage euch: Bei niemandem in Israel habe ich so großen Glauben gefunden! Ich sage euch aber: Viele werden kommen von Osten und Westen und werden sich im Reich der Himmel zu Tisch legen mit Abraham und Isaak und Jakob, die Kinder des Reiches hingegen werden hinausgeworfen werden in die äußerste Finsternis; dort wird es Heulen und Zähneklappern geben.“ Dann sagte Jesus zu dem Zenturio: „Geh, dir soll geschehen, wie du geglaubt hast!“ Und sein Knecht wurde gesund in jener Stunde. Und als Jesus in das Haus von Petrus kam, sah er, dass dessen Schwiegermutter auf dem Krankenbett lag und Fieber hatte. Und er berührte ihre Hand, und das Fieber verließ sie, und sie stand auf und diente ihm. Als es nun Abend wurde, brachten sie viele Besessene zu ihm; und er vertrieb die Geister durch ein Wort, und er heilte alle, die {krank waren}, sodass sich erfüllte, was gesagt worden ist durch den Propheten Jesaja, der sprach: „Er selbst nahm unsere Schwachheiten, und die Krankheiten trug er.“ Als nun Jesus die Menschenmenge um sich herum sah, befahl er, ans gegenüberliegende Ufer zu fahren. Da kam ein Schriftgelehrter herbei und sagte zu ihm: „Lehrer, ich werde dir folgen, wo auch immer du hingehst!“ Und Jesus sagt zu ihm: „Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er {sich schlafen legt}.“ Ein anderer wiederum von seinen Jüngern sagte zu ihm: „Herr, gestatte mir, zuvor loszugehen und meinen Vater zu begraben.“ Jesus aber sagt zu ihm: „Folge mir, und lass die Toten ihre Toten begraben!“ Und als er in das Boot stieg, folgten ihm seine Jünger. Und siehe!, es entstand ein großes Unwetter auf dem Meer, sodass das Boot bedeckt wurde von den Wellen; er aber schlief. Da traten sie heran und weckten ihn und sagten: „Herr, rette uns, wir kommen um!“ Und er sagt zu ihnen: „Warum seid ihr ängstlich, ihr Kleingläubigen?“ Danach stand er auf und drohte den Winden und dem Meer, und es entstand eine große Stille. Die Leute aber staunten und sagten: „Was ist das für einer, dass ihm sogar die Winde und das Meer gehorchen?“ Und als er ans gegenüberliegende Ufer kam, in das Gebiet der Gadarener, da begegneten ihm zwei Besessene, die aus den Grabhöhlen herauskamen und sehr gefährlich waren, sodass niemand imstande war, auf jenem Weg vorbeizugehen. Und siehe!, sie schrien und sagten: „Was {haben wir mit dir zu schaffen}, du Sohn Gottes? Bist du hierhergekommen, um uns vor der Zeit zu quälen?“ Nun war weit weg von ihnen eine große Herde Schweine, die geweidet wurde. Die Dämonen aber baten ihn und sagten: „Wenn du uns vertreibst, dann sende uns in die Herde Schweine!“ Da sagte er zu ihnen: „Geht!“ Sie aber kamen heraus und fuhren in die Schweine; und siehe!, die ganze Herde stürmte den Abhang hinunter in das Meer, und sie starben in den Wassern. Diejenigen aber, die sie weideten, flohen, und sie gingen in die Stadt und berichteten alles, auch das von den Besessenen. Und siehe!, die ganze Stadt kam heraus zu einer Begegnung mit Jesus, und als sie ihn sahen, forderten sie ihn auf, aus ihrem Gebiet weiterzuziehen. Und nachdem er in ein Boot gestiegen war, setzte er über und kam in seine Stadt. Und siehe!, sie brachten einen Gelähmten zu ihm, der auf einem Bett lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: „Sei getrost, mein Kind! Deine Sünden werden hiermit vergeben.“ Und siehe!, einige der Schriftgelehrten sagten unter sich: „Der da lästert Gott.“ Und Jesus bemerkte ihre Erwägungen und sagte: „Wozu erwägt ihr Böses in euren Herzen? Denn was ist leichter – zu sagen: ‚Deine Sünden werden hiermit vergeben‘, oder zu sagen: ‚Steh auf und geh‘? Aber damit ihr wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben …“ Daraufhin sagt er zu dem Gelähmten: „Steh auf, nimm dein Bett und geh hin zu deinem Haus!“ Da stand er auf und ging zu seinem Haus. Als nun die Menschenmengen das sahen, fürchteten sie sich und verherrlichten Gott, der den Menschen solche Vollmacht gegeben hatte. Und während Jesus von dort weiterzog, sah er einen Menschen an der Zollstelle sitzen – er hieß Matthäus –, und er sagt zu ihm: „Folge mir!“ Und er stand auf und folgte ihm. Und es geschah, während er in dem Haus zu Tisch lag, und siehe!, da kamen viele Zöllner und Sünder und lagen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tisch. Und als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: „Weshalb isst euer Lehrer mit den Zöllnern und Sündern?“ Er aber hörte es und sagte: „Nicht die Starken benötigen einen Arzt, sondern die Kranken. Nun geht und lernt, warum es heißt: ‚Ich will Barmherzigkeit und nicht Schlachtopfer‘! Ich bin nämlich nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“ Danach kommen die Jünger von Johannes zu ihm und sagen: „Weshalb fasten wir und die Pharisäer viel, deine Jünger hingegen fasten nicht?“ Da sagte Jesus zu ihnen: „Können die Hochzeitsgäste etwa trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, wenn der Bräutigam von ihnen weggenommen wird, und dann werden sie fasten. Aber niemand setzt ein Stück Stoff aus unbenutztem Tuch auf ein altes Gewand, denn es reißt sein Füllstück von dem Gewand, und der Riss wird schlimmer. Auch füllt man nicht neuen Wein in alte Schläuche; andernfalls zerreißen die Schläuche und der Wein wird verschüttet und die Schläuche gehen kaputt; sondern man füllt neuen Wein in neue Schläuche, dann bleiben beide erhalten.“ Während er dies zu ihnen redete, siehe!, da kam ein Vorsteher, warf sich vor ihm nieder und sagte: „Meine Tochter ist soeben gestorben; doch komm und lege deine Hand auf sie, dann wird sie leben!“ Und Jesus stand auf und folgte ihm, auch seine Jünger. Und siehe!, eine Frau, die zwölf Jahre lang blutflüssig war, trat von hinten heran und berührte den Saum seines Gewandes. Sie sagte sich nämlich: „Wenn ich wenigstens sein Gewand berühre, dann werde ich geheilt werden.“ Jesus aber, als er sich umdrehte und sie sah, sagte: „Sei getrost, Tochter! Dein Glaube hat dich geheilt.“ Und die Frau war von jener Stunde an geheilt. Als Jesus dann zu dem Haus des Vorstehers kam und die Flötenspieler und die lärmende Menschenmenge sah, sagte er: „Kehrt heim, denn das Mädchen ist nicht gestorben, sondern es schläft!“ Da lachten sie ihn aus. Nachdem man aber die Menschenmenge fortgeschickt hatte, ging er hinein und griff ihre Hand, und das Mädchen erwachte. Und diese Nachricht verbreitete sich in jener ganzen Gegend. Und während Jesus von dort weiterzog, folgten ihm zwei Blinde, die schrien und sagten: „Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids!“ Als er nun in das Haus ging, kamen die Blinden zu ihm, und Jesus sagt zu ihnen: „Glaubt ihr, dass ich das tun kann?“ Sie sagen zu ihm: „Ja, Herr.“ Daraufhin berührte er ihre Augen und sagte: „Nach eurem Glauben soll es euch geschehen!“ Da wurden ihre Augen geöffnet, und dann warnte sie Jesus und sagte: „Seht zu – niemand soll es erfahren!“ Sie aber gingen hinaus und erzählten von ihm in jenem ganzen Land. Während sie nun hinausgingen, siehe!, da brachte man einen stummen Menschen zu ihm, der besessen war. Und nachdem der Dämon vertrieben war, redete der Stumme. Da staunten die Menschenmengen und sagten: „Nie zuvor wurde so etwas in Israel gesehen!“ Die Pharisäer aber sagten: „Durch den Fürsten der Dämonen vertreibt er die Dämonen.“ Und Jesus bereiste alle Städte und Dörfer, wobei er in ihren Synagogen lehrte und die gute Nachricht vom Königreich predigte und alle Krankheit und alle Gebrechlichkeit heilte. Als er nun die Menschenmengen sah, hatte er Mitleid mit ihnen, weil sie erschöpft und niedergeschlagen waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Daraufhin sagt er zu seinen Jüngern: „Die Ernte ist groß, aber die Arbeiter sind wenige; bittet also den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte entsenden soll!“ Und nachdem er seine zwölf Jünger zu sich gerufen hatte, gab er ihnen Vollmacht über unreine Geister, um sie zu vertreiben und alle Krankheit und alle Gebrechlichkeit zu heilen. Die Namen der zwölf Apostel aber sind diese: erstens Simon, der mit Beinamen Petrus genannt wird, und Andreas, sein Bruder, und Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und Johannes, sein Bruder, Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon der Kananäer und Judas Iskariot, der ihn dann verriet. Diese zwölf sandte Jesus aus, indem er ihnen befahl und sagte: „Geht nicht auf dem Weg der heidnischen Völker, und geht nicht in eine Stadt der Samariter; geht aber vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel! Geht nun und predigt und sagt: ‚Das Reich der Himmel ist nahegekommen.‘ Kranke heilt, Tote weckt auf, Aussätzige macht rein, Dämonen vertreibt! Umsonst habt ihr es erhalten, umsonst gebt es! Erwerbt weder Gold noch Silber noch Kupfer für eure Gürtel, weder eine Tasche {für unterwegs} noch zwei Hemden noch Sandalen noch einen Wanderstock; der Arbeiter ist sein Essen nämlich wert. Aber in welche Stadt oder welches Dorf auch immer ihr hineingeht, erkundigt euch, wer darin würdig ist; und dort bleibt, bis ihr weitergeht. Und sobald ihr in das Haus hineingeht, grüßt es! Und wenn das Haus würdig ist, dann soll euer Friede darauf kommen; aber wenn es nicht würdig ist, dann soll euer Friede zu euch zurückkehren. Und wer auch immer euch nicht empfängt noch eure Worte hört, … geht fort aus jenem Haus oder jener Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen! Amen, ich sage euch: Es wird dem Land von Sodom und Gomorra am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als jener Stadt.“ „Siehe!, ich sende euch wie Schafe mitten unter Wölfe; seid also klug wie die Schlangen und unverdorben wie die Tauben. Hütet euch aber vor den Leuten! Denn sie werden euch an die Synedrien ausliefern, und in ihren Synagogen werden sie euch geißeln; und auch vor Statthalter und Könige werdet ihr meinetwegen gebracht werden, zum Zeugnis für sie und die heidnischen Völker. Aber wann immer sie euch ausliefern, sorgt euch nicht, wie oder was ihr reden sollt! Denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der Geist eures Vaters ist es, der in euch redet. Es wird aber ein Bruder den Bruder zum Tod ausliefern, und ein Vater das Kind, und es werden sich Kinder gegen Eltern erheben und sie töten. Und ihr werdet von allen gehasst sein um meines Namens willen; aber wer bis zum Ende aushält, der wird gerettet werden. Sobald sie euch aber in dieser Stadt verfolgen, flieht in die nächste! Denn, amen, ich sage euch: Ihr werdet mit den Städten Israels gewiss nicht fertig sein, bis der Menschensohn kommt. Ein Jünger steht nicht über dem Lehrer und ein Knecht nicht über seinem Herrn. Es ist für den Jünger genug, dass er wird wie sein Lehrer und der Knecht wie sein Herr. Wenn sie den Hausherrn ‚Beelzebul‘ riefen, wie viel mehr seine Hausgenossen!?!“ „Fürchtet sie also nicht! Denn nichts ist verdeckt, das nicht aufgedeckt werden wird, und nichts verborgen, das nicht bekannt werden wird. Was ich euch in der Finsternis sage, das sagt im Licht! Und was ihr ins Ohr {geflüstert bekommt}, das predigt auf den Dächern! Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können! Fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als auch Leib in der Hölle vernichten kann! Werden nicht zwei Sperlinge für einen Assarion verkauft? Und nicht einer von ihnen wird auf die Erde fallen ohne euren Vater. Von euch aber sind sogar die Haare des Kopfes alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid wichtiger als viele Sperlinge. Jeder also, der sich zu mir bekennen wird vor den Menschen, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater in den Himmeln. Aber wer auch immer mich verleugnet vor den Menschen, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater in den Himmeln.“ „Meint nicht, dass ich gekommen bin, um Frieden auf die Erde zu bringen! Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, um einen Menschen gegen seinen Vater zu entzweien und eine Tochter gegen ihre Mutter und eine Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter, und des Menschen Feinde sind seine Hausgenossen. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert; und wer sein Kreuz nicht nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert. Wer sein Leben findet, wird es verlieren, und wer sein Leben meinetwegen verliert, wird es finden.“ „Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten auf {seinen Ruf als Prophet} hin aufnimmt, wird den Lohn eines Propheten erhalten, und wer einen Gerechten auf {seinen Ruf als Gerechter} hin empfängt, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. Und wer auch immer einem einzigen dieser Kleinen auf {seinen Ruf als Jünger} hin auch nur einen Becher kaltes Wasser zu trinken gibt … amen, ich sage euch: Er verliert seinen Lohn gewiss nicht.“ Und es geschah, als Jesus geendet hatte, seine zwölf Jünger zu unterweisen, da zog er von dort weiter, um in ihren Städten zu lehren und zu predigen. Johannes aber, der im Gefängnis von den Werken des Christus hörte, schickte eine Nachricht durch seine Jünger und sagte zu ihm: „Bist du es, der kommen soll, oder erwarten wir einen anderen?“ Und Jesus antwortete und sagte zu ihnen: „Geht hin und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, und Tote werden auferweckt und Armen wird eine gute Nachricht verkündet; und beglückwünschenswert ist, wer auch immer keinen Anstoß nimmt an mir.“ Als diese nun gingen, begann Jesus, zu den Menschenmengen über Johannes zu sprechen: „Ihr seid in die Wüste hinausgegangen, um was anzusehen? Ein Schilfrohr, das vom Wind geschwenkt wird? Ihr seid hinausgegangen, um was genau zu sehen? Einen Menschen, der mit weichen Gewändern bekleidet ist? Siehe!, die die weichen Kleider tragen, leben in den Häusern der Könige. Ihr seid hinausgegangen, um was genau zu sehen? Einen Propheten? Ja, ich sage euch: sogar weit mehr als einen Propheten. Dieser ist es, über den geschrieben steht: ‚Siehe!, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten wird.‘ Amen, ich sage euch: Es ist unter denen, die von Frauen geboren sind, kein Größerer erweckt worden als Johannes der Täufer; aber der Geringste im Reich der Himmel ist größer als er. Und seit den Tagen von Johannes dem Täufer bis jetzt wird das Reich der Himmel mit Gewalt bedrängt und Gewalttätige beanspruchen es. Denn alle Propheten und das Gesetz haben bis Johannes geweissagt; und wenn ihr es annehmen wollt: Er ist Elija, der kommen soll. Wer Ohren hat, soll hören! Womit soll ich nun diese Generation vergleichen? Sie ist Kindern gleich, die auf den Marktplätzen sitzen und die den anderen zurufen und sagen: ‚Wir haben für euch musiziert, aber ihr habt nicht getanzt; wir haben Klagelieder gesungen, aber ihr habt nicht geklagt.‘ Denn Johannes kam als einer, der nicht isst und nicht trinkt, und sie sagen: ‚Er hat einen Dämon!‘ Der Menschensohn kam als einer, der isst und trinkt, und sie sagen: ‚Siehe!, der Kerl ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!‘ Und die Weisheit wird gerechtfertigt von ihren Werken her.“ Danach begann er, die Städte, in denen die meisten seiner Wunder geschehen waren, dafür zu rügen, dass sie nicht Buße taten: „Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Betsaïda! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind, dann hätten sie längst in Sack und Asche Buße getan. Doch ich sage euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als euch. Und du, Kafarnaum, wirst du etwa bis zum Himmel erhöht werden? Bis zum Hades wirst du hinabsteigen! Denn wenn in Sodom die Wunder geschehen wären, die bei dir geschehen sind, dann wäre es bis heute geblieben. Doch ich sage euch: Dem Land von Sodom wird es am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als dir.“ Zu jener Zeit antwortete Jesus und sagte: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du diese Dinge verborgen hast vor Weisen und Klugen und sie Unmündigen offenbart hast. Ja, Vater, denn auf diese Weise ist geschehen, {was dir gefallen hat}. Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater, und niemand erkennt den Sohn außer dem Vater, auch erkennt niemand den Vater außer dem Sohn, und wem auch immer es der Sohn offenbaren will. Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und beladen seid, dann werde ich euch Ruhe geben. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, weil ich sanftmütig und von Herzen demütig bin, dann werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist gut und meine Last leicht.“ Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Kornfelder; seine Jünger aber hatten Hunger und begannen, Ähren zu pflücken und zu essen. Die Pharisäer wiederum sahen es und sagten zu ihm: „Siehe!, deine Jünger tun, was nicht erlaubt ist, an einem Sabbat zu tun.“ Er aber sagte zu ihnen: „Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als er und {seine Leute} Hunger hatten, wie er in das Haus Gottes hineinging und sie die Schaubrote aßen, was weder ihm noch seinen Gefährten erlaubt war zu essen, sondern nur den Priestern? Oder habt ihr im Gesetz nicht gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat brechen und doch ohne Schuld sind? Ich sage euch aber: Größeres als der Tempel ist hier! Aber wenn ihr erkannt hättet, warum es heißt: ‚Barmherzigkeit will ich und nicht Schlachtopfer‘, dann hättet ihr die Unschuldigen nicht verurteilt. Der Menschensohn ist nämlich Herr über den Sabbat.“ Und als er von dort weiterzog, kam er in ihre Synagoge. und siehe!, da war ein Mann, der hatte eine verkümmerte Hand. Und sie fragten ihn und sagten: „Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen?“, um ihn anzuklagen. Er aber sagte zu ihnen: „Wer von euch sollte ein Mensch sein, der ein einziges Schaf hat, und wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, würde er es nicht packen und heraufheben? Wie viel ist nun ein Mensch wichtiger als ein Schaf?! Somit ist es erlaubt, am Sabbat in guter Weise zu handeln.“ Daraufhin sagt er zu dem Mann: „Strecke deine Hand aus!“ Und er streckte sie aus, und sie wurde wiederhergestellt, gesund wie die andere. Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten Rat gegen ihn, um ihn umzubringen. Jesus aber erfuhr es und verschwand von dort. Und es folgten ihm große Menschenmengen, und er heilte sie alle, und er drohte ihnen, dass sie ihn nicht öffentlich machen sollten, sodass sich erfüllte, was gesagt worden ist durch den Propheten Jesaja, der sprach: „Siehe!, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem meine Seele Gefallen hat: Ich werde meinen Geist auf ihn legen, und er wird Gerechtigkeit den Völkern verkünden. Er wird nicht streiten und nicht schreien, noch wird man auf den Straßen seine Stimme hören. Ein geknicktes Schilfrohr wird er nicht zerbrechen und einen glimmenden Docht wird er nicht auslöschen, bis er der Gerechtigkeit zum Sieg verholfen hat. Und durch seinen Namen werden Völker hoffen.“ Danach wurde ein Besessener zu ihm hingebracht, der war blind und stumm; und er heilte ihn, sodass der Stumme reden und sehen konnte. Und die ganzen Menschenmengen waren erstaunt, und sie sagten: „Ist das etwa der Sohn Davids?“ Die Pharisäer aber hörten es und sagten: „Der da vertreibt die Dämonen nur durch den Beelzebul, den Fürsten der Dämonen.“ Aber weil er um ihre Erwägungen wusste, sagte er zu ihnen: „Jedes Reich, das gegen sich selbst gespalten ist, wird verwüstet, und jede Stadt oder jedes Haus, das gegen sich selbst gespalten ist, wird nicht Bestand haben. Und wenn der Satan den Satan vertreibt, dann ist er gegen sich selbst gespalten; wie wird denn sein Reich Bestand haben? Und wenn ich die Dämonen durch Beelzebul vertreibe, durch wen vertreiben dann eure Söhne sie? Deshalb werden sie eure Richter sein. Aber wenn ich die Dämonen durch den Geist Gottes vertreibe, dann ist das Reich Gottes über euch gekommen. Oder wie kann jemand in das Haus des Starken hineingehen und seine Geräte rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt? Und danach wird er sein Haus plündern. Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Deshalb sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden, die Lästerung des Geistes aber wird nicht vergeben werden. Und wer auch immer ein Wort gegen den Menschensohn spricht, dem wird es vergeben werden; aber wer auch immer gegen den heiligen Geist spricht, dem wird es nicht vergeben werden, weder in diesem Zeitalter noch in dem zukünftigen.“ „Entweder macht den Baum gut, dann ist auch seine Frucht gut, oder macht den Baum faul, dann ist auch seine Frucht faul! Denn anhand der Frucht erkannt man den Baum. Ihr Schlangenbrut! Wie könnt ihr Gutes reden, obwohl ihr böse seid? Denn aus dem Überfluss des Herzens redet der Mund. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes hervor, und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz Böses hervor. Ich sage euch aber: Jedes unnütze Wort, das die Menschen reden, … darüber werden sie Rechenschaft ablegen am Tag des Gerichts. Denn aufgrund deiner Worte wirst du gerechtfertigt werden, und aufgrund deiner Worte wirst du verurteilt werden.“ Daraufhin antworteten ihm einige der Schriftgelehrten und Pharisäer und sagten: „Lehrer, wir wollen von dir ein Zeichen sehen!“ Er aber antwortete und sagte zu ihnen: „Eine böse und ehebrecherische Generation verlangt ein Zeichen, aber ein Zeichen wird ihr nicht gegeben werden, außer dem Zeichen des Propheten Jona. Denn genau wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Seeungeheuers war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein. Männer von Ninive werden im Gericht aufstehen gegen diese Generation und werden sie verurteilen, denn auf die Predigt des Jona hin taten sie Buße, und siehe!, mehr als Jona ist hier. Die Königin des Südens wird sich im Gericht erheben gegen diese Generation und wird sie verurteilen, denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören, und siehe!, mehr als Salomo ist hier.“ „Wenn nun der unreine Geist vom Menschen ausfährt, zieht er durch dürre Orte und sucht Ruhe, aber er wird nicht fündig. Daraufhin sagt er: ‚Ich werde in mein Haus zurückkehren, von wo ich ausgefahren bin‘; und dort angekommen, stellt er fest, dass es leer steht, gefegt ist und geschmückt. Daraufhin geht er und nimmt sieben weitere Geister mit sich, die böser sind als er selbst, und sie ziehen ein und lassen sich dort nieder; und die letzten Jahre jenes Menschen werden schlimmer als die ersten. So wird es auch dieser bösen Generation ergehen.“ Während er noch zu den Menschenmengen redete, siehe!, da standen seine Mutter und Geschwister draußen und versuchten, ihn zu sprechen. Da sagte jemand zu ihm: „Siehe!, deine Mutter und deine Geschwister stehen draußen und versuchen, dich zu sprechen.“ Er aber antwortete und sagte zu dem, der mit ihm sprach: „Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Geschwister?“ Dann streckte er seine Hand aus über seine Jünger und sagte: „Siehe!, das sind meine Mutter und meine Geschwister. Denn wer auch immer den Willen meines Vaters in den Himmeln tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.“ An jenem Tag ging Jesus aus dem Haus und setzte sich an das Meer; und es versammelten bei ihm sich große Menschenmengen, sodass er in ein Boot stieg und sich setzte, und die ganze Menschenmenge stand am Ufer. Und er redete viel in Gleichnissen zu ihnen und sagte: „Siehe!, es ging der Sämann hinaus, um zu säen. Und während er säte, fiel manches neben den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es. Anderes wiederum fiel auf felsige Stellen, wo es nicht viel Erde hatte, und es schlug sofort aus, weil es keine tiefe Erde hatte; als nun die Sonne aufging, wurde es versengt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. Anderes wiederum fiel auf die Dornenbüsche, und die Dornenbüsche gingen auf und erstickten es. Anderes wiederum fiel auf gute Erde, und es gab Frucht – manches hundertfach, manches sechzigfach, manches dreißigfach. Wer Ohren hat, soll hören!“ Da traten die Jünger heran und sagten zu ihm: „Weshalb redest du in Gleichnissen zu ihnen?“ Er aber antwortete und sagte zu ihnen: „Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu kennen, aber jenen ist es nicht gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben und vermehrt werden; aber wer nicht hat, von dem wird sogar genommen werden, was er hat. Deshalb rede ich in Gleichnissen zu ihnen, denn obwohl sie sehen, sehen sie nicht, und obwohl sie hören, hören und verstehen sie nicht, und es erfüllt sich an ihnen die Weissagung Jesajas, die besagt: ‚Ihr werdet genau hinhören und nicht verstehen, und ihr werdet genau hinsehen und nicht wahrnehmen. Das Herz dieses Volkes ist nämlich abgestumpft, und mit den Ohren hören sie schwer, und ihre Augen haben sie geschlossen; sonst sehen sie mit den Augen und hören sie mit den Ohren und verstehen sie mit dem Herzen und kehren sie um, und dann würde ich sie gesund machen.‘ Aber eure Augen sind beglückwünschenswert, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören. Denn, amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte begehrten zu sehen, was ihr seht, und sahen es nicht, und sie begehrten zu hören, was ihr hört, und hörten es nicht.“ „Ihr also sollt das Gleichnis vom Sämann hören. Von jedem, der das Wort vom Königreich hört und nicht versteht, kommt der Böse und raubt, was in seinem Herzen gesät ist; der ist es, der neben den Weg gesät wird. Und wer auf felsige Stellen gesät wird, der ist es, der das Wort hört und es sofort mit Freude aufnimmt, er hat aber keine Wurzel in sich selbst, sondern er ist wankelmütig; wenn aber Bedrängnis oder Verfolgung entsteht wegen des Wortes, nimmt er sofort Anstoß. Und wer zu den Dornenbüschen gesät wurde, der ist es, der das Wort hört, aber die Sorge des Zeitalters und der trügerische Reichtum ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar. Wer aber auf gute Erde gesät wird, der ist es, der das Wort hört und versteht; der trägt und bringt ja Frucht hervor – manches hundertfach, manches sechzigfach, manches dreißigfach.“ Ein weiteres Gleichnis vertraute er ihnen an und sagte: „Das Reich der Himmel gleicht einem Menschen, der gute Saat säte auf seinem Acker. Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Lolch inmitten des Weizens und ging davon. Als nun das Getreide blühte und Frucht hervorbrachte, dann erschien auch der Lolch. Da kamen die Knechte des Hausherrn herbei und sagten zu ihm: ‚Herr, hast du nicht gute Saat gesät auf deinem Acker? Woher hat er nun den Lolch?‘ Er aber sagte zu ihnen: ‚Das hat ein feindlich gesinnter Mensch getan.‘ Die Knechte wiederum sagen zu ihm: ‚Willst du also, dass wir losgehen und ihn sammeln?‘ Er aber sagt: ‚Nein, sonst reißt ihr – während ihr den Lolch sammelt – mit ihm den Weizen aus. Lasst beides gemeinsam wachsen bis zur Ernte, und zum Zeitpunkt der Ernte werde ich den Erntehelfern sagen: Sammelt zuerst den Lolch und bindet ihn in Bündel, um ihn zu verbrennen, den Weizen hingegen sammelt in meine Scheune!‘“ Ein weiteres Gleichnis vertraute er ihnen an und sagte: „Das Reich der Himmel ist gleich einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinem Acker säte; es ist zwar kleiner als alle anderen Samen, aber sobald es wächst, ist es größer als das Gemüse und wird ein Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten.“ Ein weiteres Gleichnis sagte er ihnen: „Das Reich der Himmel ist gleich einem Sauerteig, den eine Frau nahm und in drei Sata Mehl hineinknetete, bis es ganz durchsäuert war.“ Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zu den Menschenmengen, und ohne Gleichnis redete er nichts zu ihnen, sodass sich erfüllte, was gesagt worden ist durch den Propheten, der sprach: „Ich werde meinen Mund in Gleichnissen öffnen; ich werde aussprechen, was verborgen ist seit Grundlegung der Welt.“ Danach entließ er die Menschenmengen und ging ins Haus. Und seine Jünger kamen zu ihm und sagten: „Deute uns das Gleichnis vom Lolch des Ackers!“ Er aber antwortete und sagte: „Der die gute Saat sät, ist der Menschensohn, der Acker wiederum ist die Welt, die gute Saat wiederum, das sind die Kinder des Königreichs; der Lolch aber sind die Kinder des Bösen, und der Feind der es sät, ist der Teufel, die Ernte wiederum ist die Vollendung des Zeitalters, die Erntehelfer wiederum sind die Engel. Genau wie nun der Lolch gesammelt und im Feuer verbrannt wird, so wird es sein bei der Vollendung des Zeitalters: Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden aus seinem Königreich alles Anstößige und diejenigen, die die Gesetzlosigkeit ausüben, sammeln, und sie werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird es Heulen und Zähneklappern geben. Dann werden die Gerechten im Königreich ihres Vaters leuchten wie die Sonne. Wer Ohren hat, soll hören!“ „Das Reich der Himmel ist gleich einem Schatz, versteckt im Acker, den ein Mensch fand und gleich wieder versteckte, und in seiner Freude geht er hin und verkauft alles, was er hat, und er kauft jenen Acker.“ „Außerdem ist das Reich der Himmel gleich einem Menschen – einem Kaufmann –, der schöne Perlen suchte; als er nun eine einzelne, sehr kostbare Perle fand, ging er los und verkaufte alles, was er hatte, und er kaufte sie.“ „Außerdem ist das Reich der Himmel gleich einem Schleppnetz, das ins Meer geworfen wurde und Fische aller Art zusammenbrachte; als es gefüllt war, zogen sie es an das Ufer herauf, und sie setzten sich und sammelten die guten Fische in einen Behälter, die schlechten aber warfen sie hinaus. So wird es sein bei der Vollendung des Zeitalters: Die Engel werden ausgehen und werden die Bösen aus der Mitte der Gerechten aussondern und werden sie in den Feuerofen werfen; dort wird es Heulen und Zähneklappern geben.“ „Habt ihr das alles verstanden?“ Sie sagen zu ihm: „Ja.“ Er aber sagte zu ihnen: „Deshalb ist jeder Schriftgelehrte, der zum Jünger für das Reich der Himmel gemacht worden ist, gleich einem Menschen – einem Hausherrn –, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.“ Und es geschah, als Jesus diese Gleichnisse beendet hatte, da brach er von dort auf. Und als er in seine Heimat kam, lehrte er sie in ihrer Synagoge, sodass sie erstaunt waren und sagten: „Woher hat der diese Weisheit und solche Kräfte? Ist das nicht der Sohn des Handwerkers? Heißt nicht seine Mutter ‚Maria‘ und seine Brüder ‚Jakobus‘ und ‚Josef‘ und ‚Simon‘ und ‚Judas‘? Sind auch seine Schwestern nicht alle bei uns? Woher also hat der dies alles?“ Und sie nahmen Anstoß an ihm. Jesus aber sagte zu ihnen: „Ein Prophet ist nicht ohne Ehre, außer in der Heimat und in seinem Haus.“ Und er tat dort nicht viele Wunder wegen ihres Unglaubens. Zu jener Zeit hörte Herodes der Tetrarch die Kunde von Jesus, und er sagte zu seinen Knechten: „Das ist Johannes der Täufer! Er ist von den Toten auferweckt worden, und deshalb wirken solche Kräfte in ihm.“ Denn Herodes hatte Johannes ergriffen und ihn gefesselt und ins Gefängnis gesteckt wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus; denn Johannes hatte zu ihm gesagt: „Es ist dir nicht erlaubt, sie zu haben.“ Und obwohl er ihn töten wollte, fürchtete er die Menschenmenge, weil sie ihn für einen Propheten hielten. Als nun der Geburtstag von Herodes stattfand, tanzte die Tochter der Herodias mittendrin, und sie gefiel Herodes. Daher versprach er mit einem Eid, ihr zu geben, was auch immer sie verlangte. Sie aber sagt, angestiftet von ihrer Mutter: „Gib mir hier – auf einer Platte – den Kopf von Johannes dem Täufer!“ Und obwohl der König betrübt wurde, befahl er wegen der Eide und derer, die mit zu Tisch lagen, dass er ihr gegeben wird. Und er schickte jemanden und enthauptete Johannes im Gefängnis. Und sein Kopf wurde auf einer Platte gebracht und dem Mädchen gegeben, und sie brachte ihn ihrer Mutter. Und seine Jünger kamen herbei und holten den Leichnam, und sie begruben ihn, und sie gingen und berichteten es Jesus. Als nun Jesus das hörte, zog er sich von dort in einem Boot zurück an einen einsamen Ort, ganz für sich; und als sie es hörten, folgten ihm die Menschenmengen zu Fuß von den Städten. Und als er ausstieg, sah er eine große Menschenmenge, und er hatte Mitleid mit ihnen, und er heilte ihre Kranken. Als es nun Abend wurde, traten die Jünger an ihn heran und sagten: „Der Ort ist einsam und die Abendstunde schon angebrochen; schicke die Menschenmengen fort, damit sie in die Dörfer gehen und sich Essen kaufen.“ Jesus aber sagte zu ihnen: „Sie brauchen nicht fortzugehen; gebt ihr ihnen zu essen!“ Sie aber sagen zu ihm: „Wir haben hier nur fünf Brote und zwei Fische.“ Er aber sagte: „Bringt sie mir hierher!“ Und er befahl, dass sich die Menschenmengen auf dem Gras niederlassen sollten, nahm die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und segnete sie, und nachdem er sie gebrochen hatte, gab er den Jüngern die Brote, die Jünger wiederum gaben sie den Menschenmengen. Und sie alle aßen und wurden satt, und sie hoben auf, was von den Brocken übrig blieb, zwölf Körbe voll. Die aber gegessen hatten, waren etwa fünftausend Männer, ohne Frauen und Kinder. Und sofort drängte er die Jünger, in das Boot zu steigen und ihm ans gegenüberliegende Ufer vorauszufahren, bis er die Menschenmengen fortgeschickt hatte. Dann schickte er die Menschenmengen fort und stieg ganz allein auf den Berg, um zu beten. Als es nun Abend wurde, war er dort allein. Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt, wobei es von den Wellen gebeutelt wurde, denn der Wind {kam aus der Gegenrichtung}. Während der vierten Nachtwache aber kam er zu ihnen, indem er auf dem Meer umherging. Die Jünger aber, als sie ihn auf dem Meer umhergehen sahen, erschraken und sagten: „Es ist ein Gespenst!“ Und aus Furcht schrien sie. Und sofort redete Jesus zu ihnen und sagte: „Seid getrost! Ich bin es. Fürchtet euch nicht!“ Da antwortete ihm Petrus und sagte: „Herr, wenn du es bist, dann befiehl, dass ich auf den Wassern zu dir kommen soll!“ Er aber sagte: „Komm!“ Und Petrus stieg aus dem Boot und ging auf den Wassern umher, und er kam zu Jesus. Als er aber den starken Wind sah, fürchtete er sich, und als er zu versinken begann, schrie er und sagte: „Herr, rette mich!“ Aber sofort streckte Jesus die Hand aus und fasste ihn, und er sagt zu ihm: „Du Kleingläubiger, wozu hast du gezweifelt?“ Und als sie in das Boot stiegen, legte sich der Wind. Die im Boot aber warfen sich vor ihm nieder und sagten: „Tatsächlich, du bist Gottes Sohn!“ Dann setzten sie über und gingen in Gennesaret an Land. Und als die Männer jenes Ortes ihn erkannten, sandten sie eine Nachricht in jene ganze Umgebung, und sie brachten alle zu ihm, die {krank waren}, und sie baten ihn, wenigstens den Saum seines Gewandes berühren zu dürfen; und alle, die ihn berührten, wurden geheilt. Danach kommen Pharisäer und Schriftgelehrte von Jerusalem zu Jesus und sagen: „Weshalb übertreten deine Jünger die Überlieferung der Ältesten? Sie waschen ihre Hände nämlich nicht, wenn sie Brot essen.“ Er aber antwortete und sagte zu ihnen: „Weshalb übertretet auch ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen? Denn Gott hat gesagt: ‚Ehre Vater und Mutter!‘, und: ‚Wer Vater oder Mutter verschmäht, soll den Tod sterben!‘ Ihr hingegen sagt: ‚Wer auch immer zu Vater oder Mutter sagt: Eine Opfergabe soll sein, was auch immer dir von mir zusteht, der braucht seinen Vater nicht zu ehren!‘; und ihr entkräftet das Wort Gottes um eurer Überlieferung willen.‘ Ihr Heuchler! Über euch hat Jesaja treffend geweissagt, als er sagte: ‚Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir; und vergeblich verehren sie mich, indem sie Gebote von Menschen als verbindliche Lehren lehren.‘“ Und er rief die Menschenmenge zu sich und sagte zu ihnen: „Hört und versteht: Nicht, was in den Mund hineinkommt, verunreinigt den Menschen, sondern was aus dem Mund herauskommt, das verunreinigt den Menschen!“ Daraufhin traten die Jünger heran und sagen zu ihm: „Weißt du, dass die Pharisäer, als sie das Wort hörten, Anstoß genommen haben?“ Er aber antwortete und sagte: „Jede Pflanze, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, wird ausgerissen werden. Lasst sie! Sie sind blinde Wegführer der Blinden; wenn nun der Blinde den Blinden führt, werden beide in eine Grube fallen.“ Da antwortete Petrus und sagte zu ihm: „Deute uns dieses Gleichnis!“ Er aber sagte: „Seid auch ihr noch immer uneinsichtig? Versteht ihr nicht, dass alles, was in den Mund hineingeht, in den Bauch gelangt und zur Latrine hinausgetan wird? Was aber aus dem Mund herauskommt, kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Morde, Ehebrüche, Unzüchtigkeiten, Diebstähle, Falschaussagen, Lästereien. Diese Dinge sind es, die den Menschen verunreinigen, aber mit ungewaschenen Händen zu essen, verunreinigt den Menschen nicht.“ Dann ging Jesus von dort weg und zog sich zurück in die Gegend von Tyrus und Sidon. Und siehe!, eine kanaanitische Frau, die aus jenem Gebiet kam, schrie und sagte: „Hab Erbarmen mit mir, Herr, Sohn Davids! Meine Tochter wird schlimm besessen.“ Er aber antwortete ihr kein Wort. Da traten seine Jünger heran und baten ihn und sagten: „Schicke sie fort, denn sie schreit hinter uns her!“ Er aber antwortete und sagte: „Ich bin nur gesandt worden zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“ Sie aber kam, warf sich vor ihm nieder und sagte: „Herr, hilf mir!“ Er aber antwortete und sagte: „Es ist nicht richtig, das Brot der Kinder zu nehmen und es den Hündchen hinzuwerfen.“ Sie aber sagte: „Ja, Herr, schließlich essen ja die Hündchen von den Krümeln, die vom Tisch ihrer Herren fallen.“ Daraufhin antwortete Jesus und sagte zu ihr: „Ach Frau, groß ist dein Glaube! Dir soll geschehen, wie du willst!“ Und ihre Tochter war von jener Stunde an geheilt. Dann zog Jesus von dort weiter und kam an das Meer von Galiläa, und nachdem er auf den Berg gestiegen war, setzte er sich dort. Und es kamen große Menschenmengen zu ihm hin, die hatten Lahme, Blinde, Verkrüppelte, Stumme und viele andere bei sich, und sie legten sie zu seinen Füßen, und er heilte sie; so staunte die Menschenmenge, als sie sahen, dass Stumme redeten, Verkrüppelte gesund waren und Lahme umhergingen und Blinde sahen; und sie verherrlichten den Gott Israels. Jesus aber rief seine Jünger zu sich und sagte: „Ich habe Mitleid mit der Menschenmenge, weil sie schon drei Tage bei mir bleiben und nichts zu essen haben; und ich will sie nicht hungrig fortschicken, sonst machen sie unterwegs schlapp.“ Und die Jünger sagen zu ihm: „Woher {nehmen wir} in der Einöde so viele Brote, um eine so große Menschenmenge satt zu machen?“ Und Jesus sagt zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie aber sagten: „Sieben, und einige kleine Fische.“ Und nachdem er der Menschenmenge befohlen hatte, auf der Erde zu lagern, nahm er die sieben Brote und die Fische, und nachdem er gedankt hatte, brach er sie, und er gab sie den Jüngern, die Jünger wiederum gaben sie den Menschenmengen. Und sie alle aßen und wurden satt. Und sie hoben auf, was von den Brocken übrig blieb, sieben Körbe voll. Diejenigen aber, die gegessen hatten, waren viertausend Männer, ohne Frauen und Kinder. Und nachdem er die Menschenmengen fortgeschickt hatte, stieg er in das Boot und ging in die Gegend von Magadan. Dann kamen die Pharisäer und Sadduzäer herbei und baten ihn, ihnen ein Zeichen vom Himmel zu zeigen, um ihn auf die Probe zu stellen. Er aber antwortete und sagte zu ihnen: „Wenn es Abend wird, sagt ihr: ‚Es gibt gutes Wetter!‘, denn der Himmel glüht rot; und frühmorgens: ‚Heute wird es stürmisch!‘, denn der Himmel glüht rot und ist düster. Das Aussehen des Himmels versteht ihr zu beurteilen; aber die Zeichen der Zeiten könnt ihr nicht beurteilen? Eine böse und ehebrecherische Generation sucht ein Zeichen, aber ein Zeichen wird ihr nicht gegeben werden, außer dem Zeichen des Jona.“ Dann verließ er sie und ging fort. Und als die Jünger ans gegenüberliegende Ufer fuhren, vergaßen sie, Brote mitzunehmen. Jesus aber sagte zu ihnen: „Passt auf und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!“ Sie aber überlegten unter sich und sagten: „Wir haben keine Brote mitgenommen.“ Und Jesus bemerkte es und sagte: „Warum überlegt ihr unter euch, ihr Kleingläubigen, dass ihr keine Brote habt? Versteht ihr nicht? Und erinnert ihr euch nicht an die fünf Brote der fünftausend und wie viele Körbe ihr voll bekommen habt? Auch nicht die sieben Brote der viertausend und wie viele Körbe ihr voll bekommen habt? Wieso versteht ihr nicht, dass ich nicht über Brote zu euch gesprochen habe? Nun hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!“ Danach verstanden sie, dass er nicht davon sprach, sich vor dem Sauerteig der Brote zu hüten, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer. Als nun Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger und sagte: „Was sagen die Leute, wer der Menschensohn ist?“ Sie aber sagten: „Einige: ‚Johannes der Täufer‘, und andere: ‚Elija‘, und andere: ‚Jeremia oder einer der Propheten.‘“ Er sagt zu ihnen: „Und was sagt ihr, wer ich bin?“ Da antwortete Simon Petrus und sagte: „Du bist der Gesalbte, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Da antwortete Jesus und sagte zu ihm: „Beglückwünschenswert bist du, Simon Barjona, denn Fleisch und Blut haben es dir nicht offenbart, sondern mein Vater in den Himmeln. Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesem Fels werde ich meine Gemeinde bauen, und die Tore des Hades werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel zum Reich der Himmel geben, und was auch immer du auf der Erde bindest, wird in den Himmeln gebunden sein, und was auch immer du auf der Erde löst, wird in den Himmeln gelöst sein.“ Danach schärfte er den Jüngern ein, niemandem zu sagen, dass er der Gesalbte sei. Von da an begann Jesus, seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und vonseiten der Ältesten und Oberpriester und Schriftgelehrten viel leiden und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden muss. Und Petrus nahm ihn beiseite und begann, ihn zurechtzuweisen, und sagte: „Gott sei dir gnädig, Herr! Das wird dir gewiss nicht zustoßen.“ Er aber drehte sich um und sagte zu Petrus: „Geh {mir aus den Augen}, Satan! Du bist mein Anstoß, weil du nicht die Interessen Gottes bedenkst, sondern die der Menschen.“ Danach sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Wenn jemand hinter mir her kommen will, dann soll er sich selbst verleugnen und sein Kreuz nehmen und mir folgen. Denn wer auch immer sein Leben retten will, wird es verlieren; aber wer auch immer sein Leben meinetwegen verliert, wird es finden. Denn was würde es einem Menschen nützen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben einbüßt? Oder was sollte ein Mensch als Gegenwert für sein Leben geben? Denn es wird der Menschensohn kommen in der Herrlichkeit seines Vaters, mit seinen Engeln, und danach wird er einem jeden nach seinem Tun vergelten. Amen, ich sage euch: Es sind einige von denen, die hier stehen, welche den Tod gewiss nicht schmecken, bis sie den Menschensohn kommen sehen in seinem Reich.“ Sechs Tage später nimmt Jesus dann Petrus und Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite, und er bringt sie auf einen hohen Berg hinauf, ganz für sich. Und er wurde {vor ihren Augen} verwandelt, und sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Gewänder wurden weiß wie das Licht. Und siehe!, es erschienen ihnen Mose und Elija und redeten mit ihm. Da reagierte Petrus und sagte zu Jesus: „Herr, es ist gut, dass wir hier sind! Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten machen, eine für dich und eine für Mose und eine für Elija.“ Während er noch redete, siehe!, da überschattete sie eine helle Wolke, und siehe!, eine Stimme aus der Wolke sprach: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen habe; auf ihn sollt ihr hören!“ Und als die Jünger das hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Und Jesus kam dazu, und nachdem er sie berührt hatte, sagte er: „Steht auf und fürchtet euch nicht!“ Als sie nun ihre Augen aufhoben, sahen sie niemanden außer ihm – Jesus allein. Und während sie von dem Berg herabstiegen, befahl Jesus ihnen und sagte: „Sprecht zu niemandem von der Erscheinung, solange der Menschensohn nicht von den Toten auferweckt worden ist!“ Da fragten ihn die Jünger und sagten: „Warum sagen denn die Schriftgelehrten, dass zuerst Elija kommen muss?“ Er aber antwortete und sagte: „Elija kommt zwar und wird alles wiederherstellen; ich sage euch aber, dass Elija bereits gekommen ist, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben mit ihm gemacht, was sie wollten. Genauso wird auch der Menschensohn leiden unter ihnen.“ Danach verstanden die Jünger, dass er über Johannes den Täufer zu ihnen sprach. Und als sie zu der Menschenmenge kamen, kam ein Mann zu ihm und kniete vor ihm und sagte: „Herr, hab Erbarmen mit meinem Sohn, denn er ist mondsüchtig und leidet schlimm; denn häufig fällt er ins Feuer und häufig ins Wasser. Und ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht, aber sie konnten ihn nicht heilen.“ Da antwortete Jesus und sagte: „Oh du ungläubige und verkehrte Generation, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn mir hierher!“ Und Jesus drohte ihm, und der Dämon kam heraus von ihm, und der Junge war geheilt von jener Stunde an. Danach traten die Jünger an Jesus heran, ganz für sich, und sagten: „Weshalb konnten wir ihn nicht vertreiben?“ Er aber sagt zu ihnen: „Wegen eurer Kleingläubigkeit! Denn, amen, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, werdet ihr zu diesem Berg sagen: ‚Bewege dich von hier nach dort!‘, und er wird sich bewegen; und nichts wird euch unmöglich sein.“ --- Während sie sich nun in Galiläa versammelten, sagte Jesus zu ihnen: „Der Menschensohn wird in Menschenhände ausgeliefert werden, und sie werden ihn töten, und am dritten Tag wird er auferweckt werden.“ Da wurden sie sehr traurig. Als sie nun nach Kafarnaum kamen, traten diejenigen, die die Doppeldrachme einnehmen, an Petrus heran und sagten: „Entrichtet euer Lehrer die Doppeldrachme nicht?“ Er sagt: „Doch!“ Und als er in das Haus ging, kam Jesus ihm zuvor und sagte: „Was meinst du, Simon? Von wem nehmen die Könige der Erde Zölle oder Steuern ein? Von ihren Kindern oder von den Fremden?“ Als er nun sagte: „Von den Fremden“, da sagte Jesus zu ihm: „Also sind die Kinder frei. Aber damit wir ihnen keinen Anstoß geben, geh zum Meer und wirf eine Angel aus, dann nimm den ersten Fisch, der heraufkommt, und wenn du sein Maul öffnest, wirst du einen Stater finden; den nimm und gib ihnen als Steuer für mich und dich.“ In jener Stunde traten die Jünger an Jesus heran und sagten: „Wer ist denn nun der Größte im Reich der Himmel?“ Da rief er ein Kind zu sich und stellte es in ihre Mitte, und er sagte: „Amen, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, dann kommt ihr gewiss nicht hinein in das Reich der Himmel. Wer nun sich selbst gering machen wird wie dieses Kind, der ist der Größte im Reich der Himmel. Und wer auch immer ein solches Kind empfängt in meinem Namen, empfängt mich.“ „Aber wer auch immer einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Anstoß gibt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er in der Tiefe des Meeres versenkt wird. Wehe der Welt wegen der Ärgernisse! Denn es ist unausweichlich, dass die Ärgernisse kommen, doch wehe dem Menschen, durch den das Ärgernis kommt! Wenn nun deine Hand oder dein Fuß dir Anstoß gibt, dann hacke sie ab und wirf sie von dir! Es ist besser für dich, lahm oder verstümmelt ins Leben einzugehen, als zwei Hände oder zwei Füße zu haben und in das ewige Feuer geworfen zu werden. Und wenn dein Auge dir Anstoß gibt, dann reiß es heraus und wirf es von dir! Es ist besser für dich, einäugig in das Leben einzutreten, als zwei Augen zu haben und in die Hölle des Feuers geworfen zu werden.“ „Passt auf, dass ihr nicht eines dieser Kleinen verachtet! Denn ich sage euch: Ihre Engel in den Himmeln sehen fortwährend das Angesicht meines Vaters in den Himmeln. --- Was meint ihr? Wenn ein Mensch hundert Schafe hat und sich eines von ihnen verirrt, wird er nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurücklassen und umhergehen und das eine suchen, das sich verirrt hat? Und wenn es gelingt, es zu finden … amen, ich sage euch: Er freut sich darüber mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. So ist es nicht der Wille vor eurem Vater in den Himmeln, dass einer dieser Kleinen verloren geht.“ „Wenn nun dein Bruder gegen dich sündigt, dann geh hin, überführe ihn nur {unter vier Augen}! Wenn er auf dich hört, hast du deinen Bruder gewonnen; aber wenn er nicht hört, dann nimm noch ein oder zwei Personen mit dir, damit jede Angelegenheit {durch die Aussage} von zwei oder drei Zeugen bestätigt wird. Und wenn er sie überhört, dann sag es der Gemeinde; und wenn er auch die Gemeinde überhört, dann soll er für dich sein wie der Heide und der Zöllner. Amen, ich sage euch: Was auch immer ihr auf der Erde bindet, wird im Himmel gebunden sein, und was auch immer ihr auf der Erde löst, wird im Himmel gelöst sein. Amen, erneut sage ich euch: Wenn zwei von euch sich einig sind auf der Erde bezüglich irgendeiner Sache, die sie erbitten, dann wird es ihnen zukommen von meinem Vater in den Himmeln. Denn wo zwei oder drei versammelt sind auf meinem Namen hin, da bin ich in ihrer Mitte.“ Danach trat Petrus heran und sagte zu ihm: „Herr, wie oft soll mein Bruder gegen mich sündigen und ich ihm vergeben? Bis zu siebenmal?“ Jesus sagt zu ihm: „Ich sage dir, nicht bis zu siebenmal, sondern bis zu siebzigmal sieben. Deshalb gleicht das Reich der Himmel einem Menschen – einem König –, der mit seinen Knechten eine Abrechnung vornehmen wollte. Als er sie nun vorzunehmen begann, wurde ihm ein Schuldner von 10.000 Talenten vorgeführt. Aber weil er nichts hatte, um seine Schulden zu bezahlen, befahl der Herr, ihn und die Frau und die Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und bezahlt zu werden. Da fiel der Knecht nieder, warf sich vor ihm hin und sagte: ‚Hab Geduld mit mir, dann werde ich dir alles bezahlen!‘ Weil nun der Herr jenes Knechtes Mitleid hatte, ließ er ihn frei, und die Restschuld erließ er ihm. Als nun jener Knecht fortging, traf er einen seiner Mitknechte, der ihm hundert Denare schuldete, und er packte ihn und würgte ihn und sagte: ‚Bezahle gefälligst, wenn du etwas schuldest!‘ Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sagte: ‚Hab Geduld mit mir, dann werde ich dich bezahlen!‘ Er aber wollte nicht, sondern ging weg und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hatte, was er schuldete. Als nun seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr traurig, und sie gingen und berichten ihrem Herrn alles, was geschehen war. Daraufhin rief ihn sein Herr zu sich und sagt zu ihm: ‚Du böser Knecht, jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, als du mich gebeten hast. War es nicht notwendig, dass auch du Erbarmen mit deinem Mitknecht hast, wie ich Erbarmen mit dir hatte?‘ Und weil sein Herr wütend geworden war, übergab er ihn den Folterknechten, bis er alles bezahlt hatte, was er schuldete. In dieser Weise wird auch mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn ihr nicht {einer dem anderen} von Herzen vergebt.“ Und es geschah, als Jesus diese Worte beendet hatte, da brach er von Galiläa auf und kam in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordans. Und es folgten ihm große Menschenmengen, und er heilte sie dort. Und es kamen Pharisäer zu ihm, um ihn auf die Probe zu stellen und zu sagen: „Ist es einem Mann erlaubt, seine Frau aus jedem beliebigen Grund zu scheiden?“ Er aber antwortete und sagte: „Habt ihr nicht gelesen, dass derjenige, der die Menschen geschaffen hat, sie von Anfang an männlich und weiblich gemacht hat? Und er hat gesagt: ‚Deshalb wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und sich seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.‘ Somit sind sie nicht länger zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht trennen.“ Sie sagen zu ihm: „Warum hat dann Mose geboten, ihr eine Trennungsurkunde zu geben und sie zu scheiden?“ Er sagt zu ihnen: „Mose hat es euch angesichts eurer Hartherzigkeit gestattet, eure Frauen zu scheiden, aber zu Beginn ist es nicht so gewesen. Ich sage euch aber: Wer auch immer seine Frau scheidet – außer aufgrund von Unzucht – und eine andere heiratet, begeht Ehebruch. Seine Jünger sagen zu ihm: „Wenn so die Grundlage des Mannes mit der Frau ist, dann ist es nicht besser zu heiraten.“ Er aber sagte zu ihnen: „Nicht alle erfassen dieses Wort, sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn es gibt Eunuchen, welche so aus dem Mutterleib geboren wurden, und es gibt Eunuchen, welche von den Menschen zu Eunuchen gemacht worden sind, und es gibt Eunuchen, welche sich selbst zu Eunuchen gemacht haben um des Reichs der Himmel willen. Wer es erfassen kann, soll es erfassen.“ Danach wurden Kinder zu ihm gebracht, damit er ihnen die Hände auflegt und betet; die Jünger aber wiesen sie zurecht. Jesus hingegen sagte: „Lasst die Kinder und hindert sie nicht daran, zu mir zu kommen, denn solchen gehört das Reich der Himmel.“ Und nachdem er ihnen die Hände aufgelegt hatte, ging er von dort weiter. Und siehe!, jemand kam zu ihm und sagte: „Lehrer, was soll ich Gutes tun, damit ich ewiges Leben habe?“ Er aber sagte zu ihm: „Was fragst du mich über das Gute? Einer ist der Gute! Aber wenn du in das Leben eingehen willst, dann halte die Gebote!“ Er sagt zu ihm: „Welche?“ Jesus aber sagte: „Das ‚Du sollst nicht morden, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst kein falsches Zeugnis ablegen, ehre Vater und Mutter‘, und: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!‘“ Der junge Mann sagt zu ihm: „All dies habe ich befolgt. Was fehlt mir noch?“ Jesus sagte zu ihm: „Wenn du vollkommen sein willst, dann geh hin, verkaufe deinen Besitz und gib den Erlös den Armen, dann wirst du einen Schatz in den Himmeln haben; und dann komm, folge mir!“ Als nun der junge Mann das Wort hörte, ging er traurig davon; denn er hatte viele Grundstücke. Jesus aber sagte zu seinen Jüngern: „Amen, ich sage euch: Ein Reicher wird nur mit Ach und Krach in das Reich der Himmel eingehen. Und außerdem sage ich euch: Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr hindurchgeht, als dass ein Reicher eingeht in das Reich Gottes.“ Als nun die Jünger das hörten, waren sie sehr erstaunt und sagten: „Wer kann dann gerettet werden?“ Da schaute Jesus sie an und sagte zu ihnen: „Bei Menschen ist dies unmöglich, aber bei Gott ist alles möglich.“ Daraufhin antwortete Petrus und sagte zu ihm: „Siehe!, wir haben alles verlassen und sind dir gefolgt; was also werden wir davon haben?“ Jesus aber sagte zu ihnen: „Amen, ich sage euch: Ihr, die ihr mir gefolgt seid, werdet bei der Erneuerung, wenn der Menschensohn Platz genommen hat auf dem Thron seiner Herrlichkeit, werdet auch ihr auf zwölf Thronen Platz nehmen und die zwölf Stämme Israels richten. Und jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker um meines Namens willen verlassen hat, wird hundertfach erhalten und wird ewiges Leben erben. Viele Erste aber werden Letzte sein und Letzte Erste.“ „Das Reich der Himmel ist nämlich gleich einem Menschen – einem Hausherrn –, welcher gleich frühmorgens hinausging, um Arbeiter anzuheuern für seinen Weinberg. Und nachdem er sich mit den Arbeitern auf einen Denar für den Tag geeinigt hatte, schickte er sie in seinen Weinberg. Und als er um die dritte Stunde hinausging, sah er weitere Leute untätig auf dem Marktplatz herumstehen, und zu jenen sagte er: ‚Geht auch ihr in den Weinberg, und was auch immer gerecht ist, werde ich euch geben.‘ Sie wiederum gingen los. Als er nun um die sechste und neunte Stunde erneut hinausging, machte er es genauso. Und als er um die elfte hinausging, fand er weitere Leute herumstehen, und er sagt zu ihnen: ‚Warum steht ihr hier den ganzen Tag untätig herum?‘ Sie sagen zu ihm: ‚Niemand hat uns angeheuert.‘ Er sagt zu ihnen: ‚Geht auch ihr in den Weinberg!‘ Als es nun Abend wurde, sagt der Herr des Weinbergs zu seinem Vorarbeiter: ‚Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn, angefangen bei den Letzten bis zu den Ersten.‘ Und die um die elfte Stunde gekommen waren, erhielten je einen Denar. Und die als Erste gekommen waren, meinten, dass sie mehr erhalten würden; und auch sie erhielten je einen Denar. Aber als sie ihn erhielten, murrten sie gegen den Hausherrn und sagten: ‚Diese Letzten haben eine einzige Stunde gearbeitet und du hast sie uns gleich behandelt, die wir die Last des Tages und die Hitze ertragen haben.‘ Er aber antwortete einem von ihnen und sagte: ‚Kamerad, ich behandle dich nicht ungerecht; hast du mir nicht auf einen Denar zugestimmt? Nimm, was dein ist, und geh! Ich will aber diesem Letzten dasselbe geben wie dir. Oder ist es mir nicht erlaubt, mit dem was mein ist, zu tun, was ich will? Oder ist dein Blick böse, weil ich gütig bin?‘ So werden die Letzten Erste sein und die Ersten Letzte.“ Und während Jesus nach Jerusalem hinaufstieg, nahm er die zwölf Jünger beiseite, ganz für sich, und er sagte zu ihnen unterwegs: „Siehe!, wir steigen hinauf nach Jerusalem, und der Menschensohn wird an die Oberpriester und Schriftgelehrten ausgeliefert werden, und sie werden ihn zum Tod verurteilen, und sie werden ihn an die Heiden ausliefern, damit die ihn verspotten und geißeln und kreuzigen, und am dritten Tag wird er auferweckt werden.“ Danach kamen die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen zu ihm, um sich niederzuwerfen und etwas von ihm zu erbitten. Er aber sagte zu ihr: „Was willst du?“ Sie sagt zu ihm: „Sag, dass diese, meine beiden Söhne, in deinem Königreich Platz nehmen, einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken!“ Da antwortete Jesus und sagte: „Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Becher trinken, den ich trinken werde?“ Sie sagen zu ihm: „Wir können es.“ Er sagt zu ihnen: „Meinen Becher werdet ihr zwar trinken, aber zu meiner Rechten und Linken Platz zu nehmen, das zu ermöglichen ist nicht meine Verantwortung, sondern es ist das Vorrecht derer, denen es von meinem Vater vorbereitet ist.“ Und als die anderen zehn das hörten, empörten sie sich über die zwei Brüder. Jesus aber rief sie zu sich und sagte: „Ihr wisst, dass die Fürsten der Völker sie beherrschen und die Großen Macht über sie ausüben. So soll es unter euch nicht sein, sondern wer auch immer unter euch groß sein will, soll euer Diener sein, und wer auch immer unter euch Erster sein will, soll euer Knecht sein; genauso ist der Menschensohn nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.“ Und während sie aus Jericho hinausgingen, folgte ihm eine große Menschenmenge. Und siehe!, zwei Blinde, die bei dem Weg saßen, hörten, dass Jesus vorbeizog, und schrien und sagten: „Hab Erbarmen mit uns, Herr, Sohn Davids!“ Die Menschenmenge aber drohten ihnen, dass sie schweigen sollten; sie aber schrien umso lauter und sagten: „Hab Erbarmen mit uns, Herr, Sohn Davids!“ Und Jesus blieb stehen und rief sie, und er sagte: „Was wollt ihr, das für euch tue?“ Sie sagen zu ihm: „Herr … dass unsere Augen geöffnet werden.“ Da hatte Jesus Mitleid und berührte ihre Augen; und sofort sahen sie wieder, und sie folgten ihm. Und als sie sich Jerusalem näherten und nach Betfage zum Ölberg kamen, da sandte Jesus zwei Jünger aus und sagte zu ihnen: „Geht in das Dorf euch gegenüber, dann werdet ihr gleich eine angebundene Eselin finden, und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und bringt sie mir! Und wenn jemand etwas zu euch sagt, dann sollt ihr sagen: ‚Der Herr benötigt sie.‘ Und sofort wird er sie schicken.“ Und dies geschah, damit sich erfüllte, was gesagt worden ist durch den Propheten, der sprach: „Sagt der Tochter Zions: Siehe!, dein König kommt zu dir, sanftmütig und geritten auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Nachwuchs eines Lasttieres.“ Da gingen die Jünger und handelten, wie Jesus es ihnen angeordnet hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen, und sie legten die Gewänder auf sie, und er setzte sich auf sie. Und die riesige Menschenmenge breitete ihre Gewänder auf dem Weg aus, andere wiederum fingen an, Zweige von den Bäumen zu schneiden und auf dem Weg auszubreiten. Die Menschenmengen aber, die ihm vorauszogen und die ihm folgten, schrien und sagten: „Hosanna dem Sohn Davids! Gepriesen sei, der kommt im Namen des Herrn! Hosanna in den höchsten Höhen!“ Und als er nach Jerusalem hineinging, geriet die ganze Stadt in Aufruhr und sagte: „Wer ist das?“ Die Menschenmengen aber sagten: „Das ist der Prophet Jesus aus Nazaret in Galiläa.“ Und Jesus ging in den Tempel, und er warf alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften, und die Tische der Geldwechsler stieß er um, auch die Stühle derer, die die Tauben verkauften. Und er sagt zu ihnen: „Es steht geschrieben: ‚Mein Haus soll ein Haus des Gebets genannt werden‘, ihr aber macht es zu einer Räuberhöhle.“ Und es kamen Blinde und Lahme im Tempel zu ihm, und er heilte sie. Als nun die Oberpriester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und die Kinder, die im Tempel riefen und sagten: „Hosanna dem Sohn Davids!“, da empörten sie sich, und sie sagten zu ihm: „Hörst du, was die sagen?“ Jesus aber sagt zu ihnen: „Ja! Habt ihr nie gelesen: ‚Aus dem Mund der Kinder und der Säuglinge hast du dir Lob bereitet?“ Dann verließ er sie und ging aus der Stadt hinaus nach Betanien, und dort übernachtete er. Früh am Morgen nun, während er in die Stadt zurückkehrte, hatte er Hunger. Und als er einen einzelnen Feigenbaum am Weg sah, ging er zu ihm, und er fand an ihm nichts als Blätter, und er sagt zu ihm: „Aus dir soll nicht länger Frucht entstehen, {für immer}.“ Und augenblicklich verdorrte der Feigenbaum. Und als die Jünger das sahen, staunten sie und sagten: „Wie ist der Feigenbaum augenblicklich verdorrt?“ Da antwortete Jesus und sagte zu ihnen: „Amen, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt und nicht zweifelt, dann werdet ihr nicht nur das mit dem Feigenbaum tun, sondern sogar, wenn ihr zu diesem Berg sagt: ‚Werde hochgehoben und ins Meer geworfen!‘, dann wird es geschehen. Und alles, was ihr bittet im Gebet, werdet ihr erhalten, wenn ihr glaubt.“ Und als er in den Tempel kam, kamen – während er lehrte – die Oberpriester und die Ältesten des Volkes zu ihm und sagten: „Mit welcher Befugnis tust du das Dinge, und wer hat dir diese Befugnis gegeben?“ Da antwortete Jesus und sagte zu ihnen: „Auch ich werde euch eine einzige Sache fragen; wenn ihr mir die sagt, dann werde auch ich euch sagen, mit welcher Befugnis ich diese Dinge tue: die Taufe von Johannes – woher stammte sie? Vom Himmel oder von Menschen?“ Sie aber überlegten unter sich und sagten: „Wenn wir sagen: ‚Vom Himmel‘, dann wird er zu uns sagen: ‚Warum habt ihr ihm dann nicht geglaubt?‘ Aber wenn wir sagen: ‚Von Menschen‘, fürchten wir die Menschenmenge, denn alle halten Johannes für einen Propheten.“ Und sie antworteten Jesus und sagten: „Wir wissen es nicht.“ Also sagte auch er zu ihnen: „Und ich sage euch nicht, mit welcher Befugnis ich diese Dinge tue.“ „Was aber meint ihr? Ein Mensch hatte zwei Kinder. Und er kam zu dem ersten hin und sagte: ‚Kind, geh, arbeite heute in dem Weinberg!‘ Er aber antwortete und sagte: ‚Ich will nicht!‘ Später aber wurde er reumütig und ging los. Da kam er zu dem anderen hin und sprach genauso. Er aber antwortete und sagte: ‚Ich gehe, Herr!‘, aber er ging nicht los. Wer von den beiden hat den Willen des Vaters getan?“ Sie sagen: „Der erste.“ Jesus sagt zu ihnen: „Amen, ich sage euch: Die Zöllner und die Huren gehen euch voraus in das Reich Gottes. Denn Johannes kam zu euch auf dem Weg der Gerechtigkeit, und ihr habt ihm nicht geglaubt; die Zöllner und Huren aber glaubten ihm; ihr hingegen habt zugesehen und wurdet auch später nicht reumütig, um ihm zu glauben.“ „Hört ein anderes Gleichnis: Es war ein Mensch – ein Hausherr –, der pflanzte einen Weinberg und stellte einen Zaun um ihn herum auf und grub darin eine Kelter und baute einen Turm, und er verpachtete ihn an Weinbauern und verreiste. Als nun die Zeit der Erträge nahte, schickte er seine Knechte zu den Weinbauern, um seine Erträge einzuholen. Und die Weinbauern nahmen seine Knechte – den einen schlugen sie; einen anderen töteten sie; noch einen anderen steinigten sie. Erneut sandte er andere Knechte, mehr als die ersten, und sie behandelten sie genauso. Zuletzt aber sandte er seinen Sohn zu ihnen und sagte: ‚Meinen Sohn werden sie respektieren.‘ Als die Weinbauern aber den Sohn sahen, sagten sie unter sich: ‚Das ist der Erbe. Kommt, lasst ihn uns töten und sein Erbe behalten!‘ Und sie nahmen ihn und warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und töteten ihn. Wenn nun der Besitzer des Weinbergs kommt, was wird er mit jenen Weinbauern machen?“ Sie sagen zu ihm: „Als Üble wird er sie auf üble Weise umbringen, und er wird den Weinberg an andere Weinbauern verpachten, welche ihm die Erträge zu ihren Zeiten abgeben.“ Jesus sagt zu ihnen: „Habt ihr nie in den Schriften gelesen: ‚Der Stein, den die Bauleute verachtet haben, der ist zum Eckstein geworden; beim Herrn ist er das geworden, und er ist wunderbar in unseren Augen‘? Deshalb sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen werden und einem Volk gegeben werden, das seine Früchte hervorbringen wird. Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerbrechen; aber auf wen auch immer er fällt, den wird er zermalmen.“ Und als die Oberpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, erkannten sie, dass er über sie sprach. Und während sie versuchten, ihn zu ergreifen, fürchteten sie die Menschenmengen, denn sie hielten ihn für einen Propheten. Und nachdem Jesus geantwortet hatte, sprach er wieder in Gleichnissen zu ihnen und sagte: „Das Reich der Himmel gleicht einem Menschen – einem König –, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. Und er sandte seine Knechte aus, um die geladenen Gäste zu der Hochzeit zu rufen, aber sie wollten nicht kommen. Erneut sandte er andere Knechte aus und sagte: ‚Sagt den geladenen Gästen: Siehe!, mein Mahl habe ich vorbereitet, meine Ochsen und Mastkälber sind geschlachtet und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit!‘ Sie aber versäumten die Einladung und gingen weg: der eine zu seinem Acker, der andere zu seinem Geschäft; die übrigen aber packten seine Knechte, verhöhnten sie und töteten sie. Der König wiederum wurde wütend, und er schickte seine Truppen und brachte jene Mörder um, und er setzte ihre Stadt in Brand. Danach sagt er zu seinen Knechten: ‚Die Hochzeit ist zwar vorbereitet, aber die geladenen Gäste waren nicht würdig! Geht also an die Kreuzungen und ladet zu der Hochzeit ein, so viele ihr findet!‘ Und jene Knechte gingen hinaus zu den Wegen und sammelten alle, die sie fanden, sowohl böse als auch gute Menschen; und die Hochzeit füllte sich mit zu Tisch Liegenden. Als nun der König hereinkam, um sich die zu Tisch Liegenden anzuschauen, sah er dort einen Menschen, der sich nicht mit der Kleidung für eine Hochzeit gekleidet hatte, und er sagt zu ihm: ‚Kamerad, wie bist du hier hereingekommen, obwohl du nicht die Kleidung für eine Hochzeit hast?‘ Er aber verstummte. Daraufhin sagte der König zu den Dienern: ‚Fesselt seine Füße und Hände und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis!‘ Dort wird es Heulen und Zähneklappern geben. Denn viele sind berufen, aber wenige erwählt.“ Danach gingen die Pharisäer und hielten Rat, um ihn in einer Aussage zu verstricken. Und sie senden ihre Jünger mit den Herodianern zu ihm und sagen: „Lehrer, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und du den Weg Gottes in Wahrheit lehrst, und es kümmert dich nicht, {was andere denken}; du siehst nämlich nicht auf das Ansehen der Menschen. Sag uns also, was du meinst: Ist es erlaubt, Cäsar eine Steuer zu zahlen oder nicht?“ Jesus bemerkte aber ihre Bosheit und sagte: „Warum stellt ihr mich auf die Probe, ihr Heuchler? Zeigt mir die Münze für die Steuer!“ Sie aber brachten ihm einen Denar. Da sagt er zu ihnen: „Wessen Bild und Inschrift sind das?“ Sie sagen zu ihm: „Cäsars.“ Daraufhin sagt er zu ihnen: „Gebt also Cäsar zurück, was Cäsar gehört, und Gott, was Gott gehört!“ Und als sie das hörten, staunten sie, und sie ließen ihn gewähren und gingen fort. An jenem Tag kamen Sadduzäer zu ihm, die sagen, es gebe keine Auferstehung, und sie fragten ihn und sagten: „Lehrer, Mose hat gesagt: ‚Wenn jemand stirbt, der keine Kinder hat, dann soll sein Bruder seine Frau heiraten und seinem Bruder einen Nachkommen auferstehen lassen.‘ Es gab nun bei uns sieben Brüder, und der erste verstarb, nachdem er geheiratet hatte, und weil er keinen Nachkommen hatte, hinterließ er seine Frau seinem Bruder. Genauso auch der zweite und der dritte, bis zum siebten; {zuletzt von allen} aber starb die Frau. Bei der Auferstehung dann … von welchem der sieben Brüder wird sie die Frau sein? Denn sie alle hatten sie zur Frau.“ Da antwortete Jesus und sagte zu ihnen: „Ihr irrt euch, weil ihr weder die Schriften noch die Kraft Gottes kennt. Denn bei der Auferstehung heiraten sie weder, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie die Engel im Himmel. Und habt ihr über die Auferstehung der Toten nicht gelesen, was euch von Gott zugesagt worden ist, der sprach: ‚Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs‘? Er ist nicht der Gott der Toten, sondern der Lebenden.“ Und als die Menschenmengen das hörten, waren sie erstaunt über seine Lehre. Die Pharisäer aber – als sie hörten, dass er die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte – versammelten sich am selben Ort, und einer von ihnen, ein Experte in Gesetzesfragen, fragte ihn, um ihn auf die Probe zu stellen: „Lehrer, welches Gebot ist das größte im Gesetz?“ Er aber sagte zu ihm: „‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand!‘ Dies ist das größte und erste Gebot. Ein zweites aber ist ihm gleich: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!‘ An diesen zwei Geboten hängt das gesamte Gesetz und die Propheten.“ Da sich nun die Pharisäer versammelt hatten, fragte Jesus sie und sagte: „Was meint ihr über den Gesalbten? Wessen Sohn ist er?“ Sie sagen zu ihm: „Davids.“ Er sagt zu ihnen: „Wieso bezeichnet David ihn dann im Geist als Herrn und sagt: ‚Es sprach der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege unter deine Füße.‘ Wenn nun David ihn als Herrn bezeichnet, wieso ist er sein Sohn?“ Und keiner konnte ihm ein Wort antworten, noch wagte es jemand von jenem Tag an, ihn weiter zu fragen. Danach redete Jesus zu den Menschenmengen und zu seinen Jüngern und sagte: „Auf den Stuhl des Mose haben sich die Schriftgelehrten und die Pharisäer gesetzt. Also tut und haltet alles, was sie euch sagen, aber handelt nicht entsprechend ihren Werken, denn sie reden nur und handeln nicht. Und sie binden schwere und unerträgliche Lasten und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie mit ihrem Finger nicht bewegen. Und alle ihre Werke tun sie, um von den Leuten gesehen zu werden: Sie verbreitern schließlich ihre Gebetsriemen und vergrößern die Saumränder, und sie legen Wert auf den Ehrenplatz bei den Mahlzeiten und die Vorsitze in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Märkten und darauf, von den Leuten ‚Rabbi‘ gerufen zu werden. Ihr hingegen sollt euch nicht ‚Rabbi‘ rufen lassen, denn einer ist euer Lehrer, ihr alle aber seid Geschwister! Und nennt niemanden auf der Erde euren Vater, denn einer ist euer Vater: der himmlische. Und nennt euch nicht ‚Anführer‘, weil einer euer Anführer ist: der Gesalbte. Der Größte aber von euch soll euer Diener sein! Und wer sich selbst erhöht, wird gering gemacht werden, und wer sich selbst gering macht, wird erhöht werden. Aber wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr verschließt das Reich der Himmel vor den Menschen: Denn ihr geht nicht hinein, und die hineingehen wollen, lasst ihr nicht hineingehen. --- Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer! Ihr Heuchler! Denn ihr bereist das Meer und das Festland, um einen einzigen Proselyten zu machen, und wenn er es geworden ist, macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, doppelt so schlimm wie ihr. Wehe euch, ihr blinden Wegführer, die ihr sagt: ‚Wer auch immer beim Tempel schwört – es bedeutet nichts. Aber wer auch immer beim Gold des Tempels schwört, ist verpflichtet!‘ Ihr törichten und blinden Leute! Denn was ist größer: das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt? Und: ‚Wer auch immer beim Altar schwört – es bedeutet nichts! Aber wer auch immer bei der Opfergabe schwört, die darauf liegt, ist verpflichtet!‘ Ihr Blinden! Denn was ist größer: die Opfergabe oder der Altar, der die Opfergabe heiligt? Wer also beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf ist; und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der ihn bewohnt, und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr gebt den Zehnten von Minze und Dill und Kümmel, aber ihr habt die gewichtigeren Dinge des Gesetzes vernachlässigt: die Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit und die Treue – aber es wäre notwendig, diese Dinge zu tun und jene nicht zu vernachlässigen. Ihr blinden Wegführer, die ihr die Mücke aussiebt, aber das Kamel verschluckt! Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr reinigt die Außenseite des Bechers und der Schüssel, innen hingegen sind sie voll von Raub und Zügellosigkeit. Du blinder Pharisäer! Reinige zuerst das Innere des Bechers, damit auch sein Äußeres rein wird. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Denn ihr ähnelt getünchten Grabstätten, welche von außen zwar wunderschön aussehen, aber innen voller Knochen von Toten und lauter Unreinheit sind. So erscheint auch ihr zwar äußerlich den Menschen gerecht, aber innerlich seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit. Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer! Ihr Heuchler! Denn ihr errichtet die Grabstätten der Propheten und schmückt die Grabhöhlen der Gerechten und sagt: ‚Wenn wir in den Tagen unserer Vorfahren gelebt hätten, wären wir nicht ihre Komplizen am Blut der Propheten gewesen!‘ Somit bezeugt ihr in Bezug auf euch selbst, dass ihr Söhne derer seid, die die Propheten ermordet haben. Und ihr macht das Maß eurer Vorfahren voll. Ihr Schlangen! Ihr Schlangenbrut! Wie wollt ihr dem Gericht der Hölle entkommen? Siehe!, deshalb schicke ich Propheten und Weise und Schriftgelehrte zu euch; von ihnen werdet ihr einige töten und kreuzigen, und von ihnen werdet ihr einige geißeln in euren Synagogen und von Stadt zu Stadt jagen; somit kommt über euch alles gerechte Blut, das auf der Erde vergossen wird, vom Blut des gerechten Abel bis zum Blut des Sacharja, dem Sohn des Berechja, den ihr ermordet habt zwischen dem Tempel und dem Altar. Amen, ich sage euch: Das alles wird über diese Generation kommen.“ „Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu ihr gesandt sind – wie oft wollte ich deine Kinder sammeln, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, und ihr habt nicht gewollt. Siehe!, euer Haus wird euch wüst gelassen. Denn ich sage euch: Ab jetzt seht ihr mich gewiss nicht mehr, bis ihr sagt: ‚Gepriesen sei, der kommt im Namen des Herrn!‘“ Und als er herauskam, ging Jesus von dem Tempel und seine Jünger kamen herbei, um ihm die Bauten des Tempels zu zeigen. Er aber reagierte und sagte zu ihnen: „Seht ihr nicht das alles? Amen, ich sage euch: Hier wird gewiss kein {Stein auf dem anderen} gelassen, der nicht abgerissen werden wird.“ Als er nun auf dem Ölberg saß, traten die Jünger an ihn heran, ganz für sich, und sagten: „Sag uns, wann dies geschehen wird, und was ist das Zeichen deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitalters?“ Und Jesus antwortete und sagte zu ihnen: „Passt auf, dass euch niemand irreführt! Denn viele werden kommen unter Berufung auf meinen Namen und sagen: ‚Ich bin der Gesalbte‘, und sie werden viele irreführen. Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsmeldungen hören: Seht zu, dass ihr euch nicht erschrecken lasst! Denn es muss geschehen, doch es ist noch nicht das Ende. Denn es wird sich Volk gegen Volk und Königreich gegen Königreich erheben, und es wird Hungersnöte und Beben an verschiedenen Orten geben; all das aber ist der Anfang der Wehen.“ „Danach werden sie euch an die Bedrängnis ausliefern, und sie werden euch töten, und ihr werdet von allen Völkern gehasst sein wegen meines Namens. Und dann werden viele Anstoß nehmen, und sie werden einander ausliefern und einander hassen; und viele falsche Propheten werden sich erheben, und sie werden viele irreführen. Und weil die Gesetzlosigkeit vermehrt wird, wird die Liebe von vielen erkalten. Aber wer durchhält bis zum Ende, der wird gerettet werden. Und diese gute Nachricht vom Königreich wird auf dem gesamten Erdkreis gepredigt werden zum Zeugnis für alle Völker, und danach wird das Ende kommen.“ „Sobald ihr also den Gräuel der Verwüstung, der durch den Propheten Daniel erwähnt worden ist, an dem heiligen Ort stehen seht – wer es liest, soll achtgeben! –, dann sollen in die Berge fliehen, die in Judäa sind; wer auf dem Dach ist, soll nicht herabsteigen, um dies und das aus seinem Haus zu holen; und wer auf dem Feld ist, soll nicht heimkehren, um sein Gewand zu holen. Und wehe den {Schwangeren} und den Stillenden in jenen Tagen. Betet aber, dass eure Flucht nicht während des Winters und nicht an einem Sabbat geschieht. Denn es wird danach eine große Bedrängnis geben, wie sie seit Anbeginn der Welt bis jetzt nicht geschehen ist und gewiss nicht geschehen w. Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, dann würde {kein Mensch} gerettet werden; aber um der Erwählten willen werden jene Tage verkürzt werden. Wenn dann jemand zu euch sagt: ‚Siehe, hier ist der Gesalbte!‘, oder: ‚Hier!‘, dann glaubt es nicht. Denn es werden sich falsche Gesalbte und falsche Propheten erheben, und sie werden große Zeichen und Wunder zum Besten geben, um – wenn möglich – auch die Erwählten irrezuführen. Siehe!, ich habe es euch vorausgesagt. Wenn sie also zu euch sagen: ‚Siehe!, er ist in der Wüste‘, dann geht nicht hinaus! Oder: ‚Siehe!, in den Kammern‘, dann glaubt es nicht. Denn genau wie der Blitz vom Osten ausgeht und bis zum Westen scheint, so wird die Ankunft des Menschensohns sein. Wo auch immer der Leichnam ist, dort werden sich die Aasgeier versammeln.“ „Und unmittelbar nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Lichtschein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden. Und dann wird das Zeichen des Menschensohns am Himmel erscheinen, und dann werden alle Stämme der Erde wehklagen, und sie werden den Menschensohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und er wird seine Engel aussenden mit einer großen Posaune, und sie werden seine Erwählten sammeln aus den vier Himmelsrichtungen, vom {einen Ende} der Himmel bis zum {anderen}.“ „Von dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig bereits saftig geworden ist und er die Blätter austreibt, dann erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist. So auch ihr: Wenn ihr all das seht, dann erkennt, dass er nahe vor den Toren ist. Amen, ich sage euch: Diese Generation vergeht gewiss nicht, bis all das geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen gewiss nicht.“ „Über jenen Tag und jene Stunde aber weiß niemand Bescheid – weder die Engel der Himmel noch der Sohn – außer dem Vater. Denn wie die Tage Noahs, so wird die Ankunft des Menschensohns sein. Wie sie nämlich in jenen Tagen vor der Flut am Essen und Trinken, am Heiraten und Verheiraten waren, bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche hineinging, und sie nicht verstanden, bis die Flut kam und alle wegnahm – so wird auch die Ankunft des Menschensohns sein. Dann werden zwei auf dem Feld sein, einer wird angenommen und einer wird zurückgelassen; zwei werden in der Mühle dreschen, eine wird angenommen und eine wird zurückgelassen. Seid also wachsam, weil ihr nicht wisst, an welchem Tag euer Herr kommt. Folgendes aber sollt ihr wissen: Wenn der Hausherr gewusst hätte, zu welcher Wache der Dieb kommt, dann hätte er gewacht und hätte nicht zugelassen, dass sein Haus durchwühlt wird. Deshalb sollt auch ihr bereit sein, weil der Menschensohn zu einer Stunde kommt, die ihr nicht vermutet.“ „Wer ist also der treue und kluge Knecht, den der Herr über seine Dienerschaft einsetzt, um ihnen das Essen auszugeben zur rechten Zeit? Beglückwünschenswert ist jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, in dieser Weise handelnd antrifft! Amen, ich sage euch: Über all seinen Besitz wird er ihn einsetzen. Wenn aber jener schlechte Knecht in seinem Herzen sagt: ‚Mein Herr verspätet sich‘, und er seine Mitknechte zu schlagen beginnt und er mit den Betrunkenen isst und trinkt, dann wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und er wird {kurzen Prozess mit ihm machen}, und er wird ihm seinen Anteil bei den Heuchlern geben; dort wird es Heulen und Zähneklappern geben.“ „Dann wird das Reich der Himmel zehn Jungfrauen gleichen, welche ihre Lampen nahmen und hinausgingen zur Begegnung mit dem Bräutigam. Aber fünf von ihnen waren töricht und fünf klug. Denn die Törichten nahmen ihre Lampen, aber nahmen kein Öl mit sich. Die Klugen hingegen nahmen Öl in den Gefäßen zusätzlich zu ihren Lampen. Weil sich nun der Bräutigam verspätete, wurden sie alle müde und schliefen ein. Aber mitten in der Nacht entstand ein Geschrei: ‚Siehe!, da ist der Bräutigam; kommt heraus zur Begegnung mit ihm!‘ Daraufhin wachten alle jene Jungfrauen auf und richteten ihre Lampen. Die Törichten aber sagten zu den Klugen: ‚Gebt uns von eurem Öl, weil unsere Lampen verlöschen!‘ Da antworteten die Klugen und sagten: ‚Es reicht nie und nimmer für uns und für euch; geht besser zu den Händlern und kauft für euch selbst.‘ Aber während sie gingen, um Öl zu kaufen, kam der Bräutigam, und die bereit waren, gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür wurde verschlossen. Später kamen nun auch die übrigen Jungfrauen und sagten: ‚Herr, Herr, öffne uns!‘ Er aber antwortete und sagte: ‚Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.‘ Seid also wachsam, denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.“ „Denn es ist wie ein Mensch, der verreisen wollte: Er rief seine Knechte und vertraute ihnen seinen Besitz, an. und zwar gab er dem einen fünf Talente, einem anderen zwei, einem anderen eins, einem jeden nach seiner Fähigkeit; dann vereiste er. Sofort ging derjenige, der die fünf Talente erhalten hatte, und arbeitete mit ihnen und erwirtschaftete weitere fünf. Genauso erwirtschaftete derjenige, der die zwei erhalten hatte, weitere zwei. Der aber das eine Talent erhalten hatte, ging los und grub ein Loch in die Erde, und er versteckte das Geld seines Herrn. Nach geraumer Zeit kommt nun der Herr jener Knechte, und er nahm eine Abrechnung mit ihnen vor. Und der die fünf Talente erhalten hatte, trat heran und brachte weitere fünf Talente und sagte: ‚Herr, fünf Talente hast du mir anvertraut; siehe!, weitere fünf Talente habe ich erwirtschaftet.‘ Sein Herr sagte zu ihm: ‚Bestens, du guter und treuer Knecht, über Wenigem warst du treu, über Vieles werde ich dich einsetzen. Tritt ein in die Freude deines Herrn!‘ Und auch der die zwei Talente erhalten hatte, trat heran und sagte: ‚Herr, zwei Talente hast du mir anvertraut; siehe!, weitere zwei Talente habe ich erwirtschaftet.‘ Sein Herr sagte zu ihm: ‚Bestens, du guter und treuer Knecht, über Wenigem warst du treu, über Vieles werde ich dich einsetzen. Tritt ein in die Freude deines Herrn.‘ Und auch der das eine Talent erhalten hatte, trat heran und sagte: ‚Herr, ich kenne dich, dass du ein harter Mensch bist und erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast, und weil ich mich fürchtete, ging ich los und versteckte dein Talent in der Erde; siehe!, da hast du das Deine.‘ Da antwortete sein Herr und sagte zu ihm: ‚Du böser und fauler Knecht! Du wusstest, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe? Also hättest du mein Geld bei den Geldwechslern anlegen sollen, und als ich kam, hätte ich das Meine samt Zinsen zurückbekommen. Also nehmt das Talent von ihm und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn dem, der alles hat, wird noch mehr gegeben werden, und er wird Überfluss haben, aber von dem, der nicht hat, wird auch das, was er hat, von ihm genommen werden. Und den unnützen Knecht werft in die äußerste Finsternis! Dort wird es Heulen und Zähneklappern geben.‘“ „Wenn nun der Menschensohn kommt – in seiner Herrlichkeit und mit ihm alle Engel –, dann wird er Platz nehmen auf dem Thron seiner Herrlichkeit. Und alle Völker werden vor ihm versammelt werden, und er wird sie voneinander trennen, wie der Hirte die Schafe von den Ziegen trennt, und zwar wird er die „Schafe“ zu seiner Rechten stellen und die „Ziegen“ zur Linken. Danach wird der König zu denen auf seiner rechten Seite sagen: ‚Kommt, die ihr Gesegnete meines Vaters seid; erbt das Königreich, das seit Grundlegung der Welt vorbereitet ist für euch! Denn ich hatte Hunger, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich hatte Durst, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen; nackt, und ihr habt mich bekleidet; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen.‘ Daraufhin werden ihm die Gerechten antworten und sagen: ‚Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und dich ernährt, oder durstig und dir zu trinken gegeben? Und wann haben wir dich als Fremden gesehen und aufgenommen, oder nackt und dich bekleidet? Und wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?‘ Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: ‚Amen, ich sage euch: Sofern ihr es für einen von diesen meinen geringsten Geschwistern getan habt, habt ihr es für mich getan.‘ Danach wird er auch zu denen auf der linken Seite sprechen: ‚Geht weg von mir, die ihr verflucht seid, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel vorbereitet ist! Denn ich hatte Hunger und ihr habt mir nicht zu essen gegeben, ich hatte Durst und ihr habt mir nicht zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich nicht aufgenommen, nackt und ihr habt mich nicht bekleidet; krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht.‘ Dann werden auch sie antworten und sagen: ‚Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig oder fremd oder nackt oder krank oder im Gefängnis gesehen und dir nicht gedient?‘ Daraufhin wird er ihnen antworten und sagen: ‚Amen, ich sage euch: Sofern ihr es für einen dieser Geringsten nicht getan habt, habt ihr es auch für mich nicht getan.‘ Danach werden diese weggehen in die ewige Strafe, die Gerechten aber in das ewige Leben.“ Und es geschah, als Jesus alle diese Worte beendet hatte, da sagte er zu seinen Jüngern: „Ihr wisst, dass in zwei Tagen das Passafest stattfindet; dann wird der Menschensohn verraten, um gekreuzigt zu werden.“ Danach versammelten sich die Oberpriester und die Ältesten des Volkes im Hof des Oberpriesters, der hieß Kajaphas, und sie beschlossen, Jesus mit einer List zu ergreifen und zu töten. Sie sagten aber: „Nicht während des Festes, damit kein Tumult entsteht unter dem Volk.“ Als Jesus nun in Betanien war, im Haus von Simon dem Aussätzigen, da trat eine Frau an ihn heran, die ein Alabastergefäß mit überaus kostbarem Duftöl hatte, und sie goss es über seinen Kopf, während er zu Tisch lag. Als nun die Jünger das sahen, empörten sie sich und sagten: „Wozu diese Verschwendung? Dieses Duftöl hätte nämlich für viel Geld verkauft und der Erlös den Armen gegeben werden können.“ Jesus bemerkte es aber und sagte zu ihnen: „Warum bereitet ihr der Frau Mühe? Denn ein gutes Werk hat sie an mir getan! Die Armen habt ihr nämlich immer bei euch, mich hingegen habt ihr nicht immer. Denn als sie dieses Duftöl auf meinen Körper tat, machte sie es, um mich zu bestatten. Amen, ich sage euch: Wo auch immer diese gute Nachricht gepredigt wird in der gesamten Welt, wird auch davon geredet werden, was sie getan hat, zur Erinnerung an sie.“ Danach ging einer der zwölf Jünger – derjenige, der Judas Iskariot hieß – zu den Oberpriestern und sagte: „Was wollt ihr mir geben, wenn ich ihn an euch verrate?“ Sie aber stellten ihm dreißig Silbermünzen in Aussicht. Und von da an suchte er eine Gelegenheit, um ihn zu verraten. Am ersten Tag der ungesäuerten Brote kamen nun die Jünger zu Jesus und sagten: „Wo willst du, dass wir Vorbereitungen treffen für dich, um das Passa zu essen?“ Er aber sagte: „Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt ihm: ‚Der Lehrer sagt: Meine Zeit ist nahe, bei dir halte ich das Passa mit meinen Jüngern.‘“ Und die Jünger handelten, wie Jesus es ihnen aufgetragen hatte, und sie bereiteten das Passa vor. Als es nun Abend wurde, legte er sich zu Tisch mit den zwölf Jüngern. Und während sie aßen, sagte er: „Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten.“ Da wurden sie sehr traurig und begannen, zu ihm zu sagen (jeder Einzelne!): „Bin ich es etwa, Herr?“ Er aber antwortete und sagte: „Der mit mir die Hand in die Schüssel gestreckt hat, der wird mich verraten. Der Menschensohn geht seinen Weg, so wie es geschrieben steht über ihn, aber wehe jenem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre besser für ihn, wenn jener Mensch nicht geboren worden wäre.“ Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sagte: „Bin ich es etwa, Rabbi?“ Er sagt zu ihm: „Du hast es gesagt.“ Während sie nun aßen, nahm Jesus Brot, und nachdem er es gesegnet hatte, brach er es, und er gab es den Jüngern und sagte: „Nehmt, esst! Das ist mein Leib.“ Und nachdem er einen Becher genommen und gedankt hatte, gab er ihnen den Becher und sagte: „Trinkt alle daraus! Denn das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch aber: Ich trinke von jetzt an gewiss nicht von diesen Gewächs des Weinstocks bis zu jenem Tag, an dem ich es im Reich meines Vaters aufs Neue mit euch trinke.“ Und nachdem sie gesungen hatten, gingen sie hinaus zum Ölberg. Danach sagt Jesus zu ihnen: „Ihr alle werdet in dieser Nacht Anstoß nehmen an mir, denn es steht geschrieben: ‚Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden.‘ Aber nachdem ich auferweckt worden bin, werde ich euch vorausgehen nach Galiläa.“ Da antwortete Petrus und sagte zu ihm: „Wenn alle Anstoß nehmen werden an dir … ich werde niemals Anstoß nehmen.“ Jesus sagte zu ihm: „Amen, ich sage dir: In dieser Nacht, bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Petrus sagt zu ihm: „Auch wenn ich zusammen mit dir sterben müsste, werde ich dich gewiss nicht verleugnen.“ Genauso sprachen auch alle anderen Jünger. Danach geht Jesus mit ihnen zu einem Grundstück, das „Getsemani“ heißt, und er sagt zu den Jüngern: „Setzt euch hier hin, während ich losgehe und dort bete.“ Und er nahm Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus beiseite und begann, traurig und geängstigt zu werden. Daraufhin sagt er zu ihnen: „Meine Seele ist zu Tode betrübt; bleibt hier und wacht mit mir!“ Und nachdem er ein wenig vorausgegangen war, fiel er betend auf sein Angesicht und sagte: „Mein Vater, wenn es möglich ist, dann soll dieser Kelch an mir vorübergehen! Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ Und er kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend vor, und er sagt zu Petrus: „Seid ihr also nicht imstande, eine einzige Stunde mit mir zu wachen? Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist ist willig, aber das Fleisch schwach.“ Erneut – zum zweiten Mal – ging er los und betete, indem er sagte: „Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht vorübergehen kann, außer ich trinke ihn, dann soll dein Wille geschehen!“ Dann ging er und fand sie wieder schlafend vor, denn ihre Augen waren schwer geworden. Und er ließ sie erneut, ging los und betete zum dritten Mal, wobei er wieder dieselben Worte sagte. Dann kommt er zu den Jüngern, und er sagt zu ihnen: „Schlaft den Rest und ruht euch aus! Siehe!, die Stunde ist nahegekommen und der Menschensohn wird ausgeliefert in die Hände von Sündern. Steht auf, lasst uns aufbrechen! Siehe!, der mich ausliefert, ist nahegekommen.“ Und während er noch redete, siehe!, da kam Judas, einer der zwölf Jünger, und mit ihm eine große Menschenmenge mit Schwertern und Knüppeln, von den Oberpriestern und Ältesten des Volkes. Und der ihn auslieferte, hatte mit ihnen ein Zeichen vereinbart, indem er sagte: „Wen auch immer ich küsse, der ist es – ergreift ihn!“ Und sofort ging er zu Jesus hin und sagte: „Sei gegrüßt, Rabbi!“, und er küsste ihn. Jesus aber sagte zu ihm: „Kamerad, dazu bist du da?“ Daraufhin kamen sie herbei und legten die Hände an Jesus, und sie ergriffen ihn. Und siehe!, einer von denen, die bei Jesus waren, streckte die Hand aus und zog sein Schwert heraus, und er schlug den Knecht des Oberpriesters und trennte sein Ohr ab. Daraufhin sagt Jesus zu ihm: „Steck dein Schwert an seinen Platz, denn alle, die ein Schwert ziehen, werden durch ein Schwert umkommen. Oder meinst du, dass ich meinen Vater nicht bitten kann und er mir jetzt mehr als zwölf Legionen Engel bereitstellen wird? Wie sollten sich dann die Schriften erfüllen, dass es so geschehen muss?“ In jener Stunde sagte Jesus zu den Menschenmengen: „Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knüppeln losgezogen, um mich zu verhaften? Tag für Tag saß ich im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht ergriffen.“ (Das Ganze aber ist geschehen, damit sich die Schriften der Propheten erfüllten.) Danach verließen ihn alle Jünger und flohen. Die aber, die Jesus ergriffen hatten, führten ihn ab zum Oberpriester Kajaphas, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren. Petrus aber folgte ihm von weitem bis zum Hof des Oberpriesters, und er ging hinein und setzte sich drinnen mit den Gehilfen hin, um das Ende zu sehen. Die Oberpriester aber und das gesamte Synedrium suchten nach einer Falschaussage gegen Jesus, um ihn zum Tode zu verurteilen, aber sie fanden nichts, obwohl viele falsche Zeugen herbeikamen. Zuletzt aber kamen zwei herbei und sagten: „Der da sagte wiederholt: ‚Ich kann den Tempel Gottes zerstören und innerhalb von drei Tagen aufbauen.‘“ Da stand der Oberpriester auf und sagte zu ihm: „Antwortest du nicht auf das, was diese Leute gegen dich bezeugen? Jesus aber schwieg. Und der Oberpriester sagte zu ihm: „Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Gesalbte bist, der Sohn Gottes!“ Jesus sagt zu ihm: „Du hast es gesagt! Ich sage euch lediglich: Von jetzt an werdet ihr den Menschensohn sitzen sehen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels.“ Daraufhin zerriss der Oberpriester seine Gewänder und sagte: „Er hat Gott gelästert! Was brauchen wir noch Zeugen? Siehe!, jetzt habt ihr die Lästerung gehört. Was meint ihr?“ Sie aber antworteten und sagten: „Er ist des Todes schuldig!“ Danach spuckten sie in sein Gesicht und prügelten ihn, manche ohrfeigten ihn und sagten: „Weissage uns, Gesalbter, wer es ist, der dich geschlagen hat?“ Petrus aber saß draußen im Hof; und eine Magd trat an ihn heran und sagte: „Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer!“ Er aber leugnete es vor allen und sagte: „Ich weiß nicht, wovon du sprichst.“ Als er nun zum Tor hinausging, sah ihn eine andere, und sie sagt zu denen, die dort waren: „Der da war bei Jesus dem Nazoräer.“ Und wieder leugnete er mit einem Schwur: „Ich kenne den Mann nicht!“ Kurz danach aber traten die heran, die dabeistanden, und sagten zu Petrus: „Tatsächlich, auch du bist einer von ihnen, denn auch dein Reden macht dich verdächtig.“ Daraufhin begann er zu fluchen und zu schwören: „Ich kenne den Mann nicht!“ Und prompt krähte ein Hahn. Da erinnerte sich Petrus an das Wort von Jesus, der gesagt hatte: „Bevor der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen!“ Und er ging nach draußen und weinte bitterlich. Als es nun Morgen geworden war, hielten alle Oberpriester und Ältesten des Volkes Rat gegen Jesus, um ihn zu töten; und nachdem sie ihn gefesselt hatten, führten sie ihn ab und lieferten ihn an den Statthalter Pilatus aus. Als dann Judas, der ihn verriet, sah, dass er verurteilt würde, brachte er reumütig die dreißig Silbermünzen zu den Oberpriestern und Ältesten und sagte: „Ich habe gesündigt, indem ich unschuldiges Blut verraten habe.“ Sie aber sagten: „Was kommst du zu uns? Sieh du zu!“ Und er warf die Silbermünzen in den Tempel und verschwand, und er ging fort und erhängte sich. Die Oberpriester aber nahmen die Silbermünzen und sagten: „Es ist nicht erlaubt, sie in den Tempelschatz zu tun, weil es Kopfgeld ist.“ Da hielten sie Rat und kauften davon den „Töpferacker“ als Grabstätte für die Fremden. Darum wird jener Acker bis zum heutigen Tag „Blutacker“ genannt. Da erfüllte sich, was gesagt worden ist durch den Propheten Jeremia, der sprach: „Und sie nahmen die dreißig Silbermünzen, den Preis des Geschätzten, der von den Israeliten geschätzt worden war, und sie gaben sie für den Töpferacker, wie es mir der Herr aufgetragen hatte.“ Jesus aber stand vor dem Statthalter; und der Statthalter fragte ihn und sagte: „Bist du der König der Judäer?“ Jesus aber sagte: „Du sagst es.“ Und während er von den Oberpriestern und Ältesten angeklagt wurde, antwortete er nichts. Daraufhin sagt Pilatus zu ihm: „Hörst du nicht, wie vieles sie gegen dich bezeugen?“ Und er antwortete ihm nicht, auch nicht auf ein einziges Wort, sodass sich der Statthalter sehr wunderte. Jeweils zum Fest aber hatte der Statthalter die Gepflogenheit, der Menschenmenge einen Gefangenen freizulassen, den sie wollten. Sie hatten aber damals einen berüchtigten Gefangenen, der hieß Jesus Barabbas. Als sie nun versammelt waren, sagte Pilatus zu ihnen: „Wen wollt ihr, dass ich euch freilasse: Jesus Barabbas oder Jesus, den sogenannten Gesalbten?“ Er wusste nämlich, dass sie ihn aus Neid verraten hatten. Während er nun auf dem Richterstuhl saß, sandte seine Frau eine Nachricht zu ihm und sagte: „Hab nichts zu schaffen mit jenem gerechten Mann, denn viel gelitten habe ich seinetwegen heute im Traum.“ Die Oberpriester und die Ältesten aber überredeten die Menschenmengen, dass sie Barabbas erbitten und Jesus umbringen sollten. Da antwortete der Statthalter und sagte zu ihnen: „Wen von den beiden wollt ihr, dass ich euch freilasse?“ Sie aber sagten: „Barabbas!“ Pilatus sagt zu ihnen: „Was soll ich dann mit Jesus machen, dem sogenannten Gesalbten?“ Sie alle sagen: „Er soll gekreuzigt werden!“ Er aber sagte: „Was hat er denn Schlimmes getan?“ Sie aber schrien maßlos und sagten: „Er soll gekreuzigt werden!“ Als nun Pilatus sah, dass es nichts nützte, sondern vielmehr ein Tumult entstand, nahm er Wasser und wusch sich vor der Menschenmenge die Hände und sagte: „Ich bin unschuldig am Blut dieses Mannes! Seht ihr zu!“ Und das ganze Volk antwortete und sagte: „Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!“ Daraufhin ließ er ihnen Barabbas frei, Jesus hingegen geißelte und übergab er, damit er gekreuzigt werde. Danach nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus zu sich in das Prätorium und versammelten die gesamte Kohorte gegen ihn. Und nachdem sie ihn ausgezogen hatten, legten sie ihm einen scharlachroten Mantel um, und sie flochten eine Krone aus Dornen und setzten sie auf seinen Kopf, dazu ein Schilfrohr in seine rechte Hand, und sie knieten vor ihm und verspotteten ihn und sagten: „Sei gegrüßt, König der Judäer!“ Und sie bespuckten ihn und nahmen das Schilfrohr und schlugen auf seinen Kopf. Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus, und sie zogen ihm seine Gewänder an und führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen. Als sie nun hinausgingen, trafen sie einen Menschen aus Kyrene namens Simon; diesen zwangen sie, sein Kreuz zu tragen. Und als sie an den Ort kamen, der Golgota heißt (das heißt: Schädelstätte), gaben sie ihm Wein zu trinken, mit Galle vermengt; und nachdem er ihn gekostet hatte, wollte er nicht trinken. Nachdem sie ihn nun gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Gewänder, indem ein Los warfen. Und dort sie saßen und bewachten ihn. Und sie befestigten über seinem Kopf seine Schuld, die verzeichnet ist: Dies ist Jesus, der König der Judäer. Danach kreuzigen sie zusammen mit ihm zwei Räuber – einer zur Rechten und einer zur Linken. Die aber vorbeigingen, lästerten über ihn, schüttelten ihre Köpfe und sagten: „Der du den Tempel abreißt und in drei Tagen erbaust, rette dich selbst, wenn du der Sohn Gottes bist, und steig herab von dem Kreuz!“ Genauso spotteten auch die Oberpriester samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sagten: „Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten! König von Israel ist er, er soll jetzt herabsteigen von dem Kreuz, dann werden wir an ihn glauben. Er hat auf Gott vertraut – jetzt soll er ihn retten, wenn er ihn will. Er hat nämlich gesagt: ‚Ich bin Gottes Sohn‘!“ Dasselbe aber beschimpften ihn auch die Räuber, die zusammen mit ihm gekreuzigt worden waren. Ab der sechsten Stunde nun entstand eine Finsternis über dem ganzen Land bis zur neunten Stunde. Um die neunte Stunde aber schrie Jesus mit lauter Stimme auf und sagte: „Eli, Eli, lema sabachtani?“ (das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?) Einige aber von denen, die dort standen, hörten es und sagten: „Der ruft Elija!“ Und sofort lief einer von ihnen los und holte einen Schwamm und füllte ihn mit saurem Wein und steckte ihn auf ein Schilfrohr und gab ihm zu trinken. Die übrigen aber sagten: „Lass uns sehen, ob Elija kommt und ihn retten wird.“ Jesus aber schrie erneut mit lauter Stimme und ließ den Geist los. Und siehe!, der Vorhang des Tempels riss von oben bis unten entzwei und die Erde bebte, und die Felsen wurden gespalten, und die Grabhöhlen öffneten sich, und viele Leichname der entschlafenen Heiligen wurden auferweckt, und nach seiner Auferweckung kamen sie aus den Grabhöhlen heraus und gingen in die heilige Stadt, und sie erschienen vielen. Der Zenturio aber und diejenigen, die mit ihm Jesus bewachten, fürchteten sich sehr, als sie das Beben sahen und was geschehen war, und sagten: „Tatsächlich, das war Gottes Sohn!“ Es waren aber viele Frauen dort, die von weitem zuschauten; sie waren Jesus aus Galiläa gefolgt und hatten ihm gedient; unter ihnen waren Maria Magdalena und Maria, die Mutter von Jakob und Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus. Als es nun Abend wurde, kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef, der selbst auch ein Jünger von Jesus geworden war. Dieser ging zu Pilatus und bat um den Leichnam von Jesus. Daraufhin befahl Pilatus, dass er ausgehändigt werde. Und Josef nahm den Leichnam und wickelte ihn in reines Leinen, und er legte ihn in seine neue Grabhöhle, die er in den Felsen gehauen hatte, und nachdem er einen großen Stein vor den Eingang der Grabhöhle gewälzt hatte, ging er fort. Es waren aber Maria Magdalena und die andere Maria dort und saßen gegenüber von der Grabstätte. Und am folgenden Tag, welcher nach dem Vorbereitungstag kommt, versammelten sich die Oberpriester und die Pharisäer bei Pilatus und sagten: „Herr, wir haben uns daran erinnert, dass jener Verführer, als er noch lebte, gesagt hat: ‚Nach drei Tagen werde ich auferweckt.‘ Befiehl also, dass die Grabstätte gesichert wird bis zum dritten Tag, sonst kommen seine Jünger und stehlen ihn und sagen dem Volk: ‚Er ist auferweckt worden von den Toten‘, dann wird die letzte Verführung schlimmer sein als die erste.“ Pilatus sagte zu ihnen: „Da habt ihr eine Wache; geht hin, sichert sie, wie ihr es zu tun wisst.“ Sie wiederum gingen und sicherten die Grabstätte, indem sie den Stein versiegelten mit der Wache. Nach dem Sabbat nun, in der Morgendämmerung zum ersten Tag der Woche, gingen Maria Magdalena und die andere Maria, um nach der Grabstätte zu sehen. Und siehe!, es entstand ein Beben, ein großes sogar; denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab und kam herbei und wälzte den Stein weg, und er saß darauf. Und sein Aussehen war wie ein Blitz und seine Kleidung weiß wie Schnee. Aber aus Furcht vor ihm erbebten die Wachen, und sie wurden wie Tote. Da reagierte der Engel und sagte zu den Frauen: „Fürchtet euch nicht, denn ich weiß, dass ihr Jesus sucht, den Gekreuzigten! Er ist nicht hier, denn er ist auferweckt worden, wie er gesagt hat. Kommt, seht den Ort, wo er lag! Dann geht rasch und sagt seinen Jüngern, dass er von den Toten auferweckt worden ist, und siehe!, er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe!, ich habe es euch gesagt.“ Und sie gingen rasch weg von der Grabhöhle, mit Furcht und großer Freude, und rannten, um es seinen Jüngern zu berichten. Und siehe!, Jesus begegnete ihnen und sagte: „Seid gegrüßt!“ Sie aber traten heran und ergriffen seine Füße, und sie warfen sich vor ihm nieder. Daraufhin sagt Jesus zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Geht hin, berichtet meinen Geschwistern, dass sie nach Galiläa losgehen sollen; und dort werden sie mich sehen.“ Während sie nun hingingen, siehe!, da kamen einige von der Wache in die Stadt und berichteten den Oberpriestern alles, was geschehen war. Und nachdem sie sich mit den Ältesten versammelt und Rat gehalten hatten, gaben sie den Soldaten etliche Silbermünzen und sprachen: „Sagt einfach: ‚Seine Jünger sind nachts gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.‘ Und falls dies vor dem Statthalter gehört wird, werden wir ihn beschwichtigen und euch {schadlos halten}.“ Sie aber nahmen die Silbermünzen und handelten, wie sie instruiert worden waren. Und diese Aussage hat sich bei den Judäern verbreitet bis zum heutigen Tag. Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa, auf den Berg, den Jesus ihnen angeordnet hatte. Und als sie ihn sahen, warfen sie sich nieder, manche zweifelten jedoch. Und als Jesus herantrat, redete er zu ihnen und sagte: „Mir wurde alle Vollmacht gegeben, im Himmel und auf der Erde. Also geht hin und macht alle Völker zu Jüngern, indem ihr sie tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und sie lehrt, alles zu halten, was ich euch geboten habe! Und siehe!, ich bin bei euch alle Tage, bis zur Vollendung des Zeitalters.“ Der Beginn der guten Nachricht von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Wie im Propheten Jesaja geschrieben steht: „Siehe!, ich sende meinen Boten aus vor deinem Angesicht, der ebnet deinen Weg. Die Stimme eines Rufers in der Wüste: ‚Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Pfade!‘“, so war Johannes der Täufer in der Wüste und predigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Und es kamen zu ihm hinaus das ganze judäische Land und alle Bewohner Jerusalems, und sie ließen sich von ihm im Jordanfluss taufen, wobei sie ihre Sünden bekannten. Und Johannes war bekleidet mit Kamelhaaren und einem ledernen Gürtel um seine Lenden, und er pflegte Heuschrecken zu essen und wilden Honig. Und er predigte und sagte: „Es kommt einer nach mir, der stärker ist als ich und dessen ich nicht geeignet bin, gebückt den Riemen seiner Sandalen zu lösen. Ich habe euch mit Wasser getauft, aber er wird euch mit dem heiligem Geist taufen.“ Und es geschah in jenen Tagen, da kam Jesus aus Nazaret in Galiläa, und er ließ sich im Jordan von Johannes taufen. Und sofort als er aus dem Wasser heraufstieg, sah er, dass die Himmel sich teilten und der Geist wie eine Taube auf ihn herabstieg. Und eine Stimme kam aus den Himmeln: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen.“ Und sofort treibt der Geist ihn hinaus in die Wüste. Und er war vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan versucht, und er war bei den Tieren, und die Engel dienten ihm. Nachdem nun Johannes ausgeliefert worden war, kam Jesus nach Galiläa, wobei er die gute Nachricht Gottes predigte und sagte: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahegekommen; tut Buße und glaubt an die gute Nachricht!“ Und während er am Meer von Galiläa vorbeizog, sah er Simon und Andreas, den Bruder von Simon, auf dem Meer die Netze auswerfen; denn sie waren Fischer. Und Jesus sagte zu ihnen: „Kommt, mir nach, dann werde ich machen, dass ihr zu Menschenfischern werdet!“ Und sofort verließen sie die Netze und folgten ihm. Und als er ein wenig weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, und sah sie im Boot die Netze flicken. Und sofort rief er sie. Und sie ließen ihren Vater Zebedäus im Boot mit den Tagelöhnern und gingen fort, ihm nach. Dann gingen sie nach Kafarnaum; und sofort ging er am Sabbat in die Synagoge und fing an zu lehren. Und sie waren erstaunt über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten. Und gleich darauf war in ihrer Synagoge ein Mann mit einem unreinen Geist, und er schrie auf und sagte: „Was {haben wir mit dir zu schaffen}, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns umzubringen? Ich kenne dich, wer du bist: der Heilige Gottes.“ Und Jesus drohte ihm und sagte: „Schweig und komm aus ihm heraus!“ Und der unreine Geist zerrte ihn hin und her und rief mit lauter Stimme und kam aus ihm heraus. Da staunten sie alle, sodass sie miteinander diskutierten und sagten: „Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht … sogar den unreinen Geistern gebietet er, und sie gehorchen ihm!?!“ Und die Kunde über ihn verbreitete sich sofort überall, in der gesamten Umgebung von Galiläa. Und gleich darauf verließen sie die Synagoge und kamen mit Jakobus und Johannes in das Haus von Simon und Andreas. Simons Schwiegermutter aber lag auf dem Krankenbett und hatte Fieber, und sofort erzählen sie ihm von ihr. Und er trat heran, weckte sie auf und griff die Hand; da verließ das Fieber sie, und sie fing an, ihnen zu dienen. Als es nun Abend wurde – nachdem die Sonne untergegangen war –, brachten sie all die Kranken und die Besessenen zu ihm. Und die gesamte Stadt hatte sich vor dem Tor versammelt. Und er heilte viele, die {krank waren} mit verschiedenen Gebrechen, und viele Dämonen vertrieb er, und er ließ die Dämonen nicht reden, weil sie ihn kannten. Und früh am Morgen – es war sehr dunkel –, da stand er auf und ging hinaus, und er ging an einen einsamen Ort, und dort betete er. Und Simon und {seine Gefährten} eilten ihm nach, und sie fanden ihn, und sie sagen zu ihm: „Alle suchen dich.“ Und er sagt zu ihnen: „Lasst uns woanders hinziehen, in die nächsten Ortschaften, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich ausgegangen.“ Und er ging und predigte in ihren Synagogen in ganz Galiläa und vertrieb die Dämonen. Da kommt ein Aussätziger zu ihm und bittet ihn und kniet nieder und sagt zu ihm: „Wenn du es willst, kannst du mich rein machen.“ Und weil er Mitleid hatte, streckte er die Hand aus und berührte ihn, und er sagt zu ihm: „Ich will es; werde rein!“ Und sofort ging der Aussatz von ihm weg, und er wurde rein. Und er warnte ihn und trieb ihn gleich darauf hinaus, und er sagt zu ihm: „Sieh zu, dass du niemandem irgendetwas sagst, sondern geh hin, zeige dich dem Priester und bring anlässlich deiner Reinigung dar, was Mose angeordnet hat, zum Zeugnis für sie.“ Er aber ging fort und begann, viel zu predigen und das Wort zu verbreiten, sodass er nicht länger öffentlich in eine Stadt hineingehen konnte, sondern er war draußen an einsamen Orten; und sie kamen zu ihm von überall. Und als er Tage später wieder nach Kafarnaum kam, sprach sich herum, dass er im Haus sei. Und es versammelten sich viele, sodass es keinen Platz mehr hatte, auch nicht vor der Tür, und er sagte ihnen das Wort. Und sie kommen und bringen zu ihm einen Gelähmten, der von vier Leuten getragen wird. Und weil sie ihm wegen der Menschenmenge nicht nahekommen konnten, deckten sie das Dach ab, wo er war; und als sie es aufgebrochen hatten, lassen sie die Matte herab, {auf der} der Gelähmte lag. Und als Jesus ihren Glauben sah, sagt er zu dem Gelähmten: „Kind, deine Sünden werden hiermit vergeben.“ Es saßen aber einige der Schriftgelehrten dort und überlegten in ihrem Herzen: „Warum redet dieser Mann in dieser Weise? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott?“ Und sofort erkannte Jesus in seinem Geist, dass sie in dieser Weise unter sich überlegten, und sagt zu ihnen: „Warum überlegt ihr diese Dinge in euren Herzen?“ Was ist leichter – zu dem Gelähmten zu sagen: ‚Deine Sünden werden hiermit vergeben‘, oder zu sagen: ‚Steh auf und nimm deine Matte und geh umher!‘? Aber damit ihr wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf der Erde …“, sagt er zu dem Gelähmten: „Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Matte und geh zu deinem Haus!“ Und er stand auf, und er nahm sofort die Matte und ging {vor den Augen aller} hinaus, sodass alle außer sich gerieten und Gott verherrlichten, indem sie sagten: „So etwas haben wir noch nie gesehen.“ Dann ging er wieder fort an das Meer; und die ganze Menschenmenge kam zu ihm, und er lehrte sie. Und während er weiterzog, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, an der Zollstelle sitzen, und er sagt zu ihm: „Folge mir!“ Und er stand auf und folgte ihm. Und es geschieht, als er sich in seinem Haus zu Tisch legt, da legten sich viele Zöllner und Sünder zusammen mit Jesus und seinen Jüngern zu Tisch; denn es waren viele, und sie folgten ihm. Und weil die Schriftgelehrten von den Pharisäern sahen, dass er mit den Sündern und Zöllnern isst, sagten sie zu seinen Jüngern: „Mit den Zöllnern und Sündern isst er?“ Und als Jesus das hörte, sagt er zu ihnen: „Nicht die Starken benötigen einen Arzt, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder.“ Und die Jünger von Johannes und die Pharisäer waren am Fasten. Und sie kommen und sagen zu ihm: „Weshalb fasten die Jünger von Johannes und die Jünger von den Pharisäern, aber deine Jünger fasten nicht?“ Da sagte Jesus zu ihnen: „Können die Hochzeitsgäste etwa fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten. Es werden aber Tage kommen, wenn der Bräutigam von ihnen genommen wird, und dann werden sie fasten, an jenem Tag. Niemand näht ein Stück Stoff aus unbenutztem Tuch auf ein altes Gewand; andernfalls reißt das Füllstück von ihm – das Neue von dem Alten –, und der Riss wird schlimmer. Und niemand tut neuen Wein in alte Schläuche; andernfalls wird der Wein die Schläuche zerreißen und der Wein und die Schläuche gehen kaputt, sondern neuer Wein gehört in neue Schläuche.“ Und es geschah, als er am Sabbat durch die Kornfelder ging, da begannen seine Jünger, einen Weg zu bahnen und die Ähren zu pflücken. Und die Pharisäer sagten zu ihm: „Siehe!, warum tun sie am Sabbat, was nicht erlaubt ist?“ Und er sagt zu ihnen: „Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er {in Not war} und hungerte, er und {seine Gefährten}, wie er in das Haus Gottes hineinging zur Zeit des Oberpriesters Abiathar und die Brote der Schaustellung, die zu essen nicht erlaubt war, außer den Priestern, und er es auch {seinen Gefährten} gab?“ Dann sagte er zu ihnen: „Der Sabbat wurde um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen; somit ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.“ Dann ging er wieder in die Synagoge. Und dort war ein Mann, der hatte eine verkümmerte Hand. Und sie beobachteten ihn, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn anklagen könnten. Und er sagt zu dem Mann, der die verkümmerte Hand hatte: „Steh auf und stell dich in die Mitte!“ Und er sagt zu ihnen: „Ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun oder Schlechtes zu tun, ein Leben zu retten oder zu töten?“ Sie aber schwiegen. Und nachdem er sie reihum mit Zorn angeschaut hat, betrübt über die Verhärtung ihres Herzens, sagt er zu dem Mann: „Strecke die Hand aus!“ Und er streckte sie aus, und seine Hand wurde wiederhergestellt. Da gingen die Pharisäer hinaus und schmiedeten mit den Herodianern sofort einen Plan gegen ihn, um ihn umzubringen. Und Jesus zog sich mit seinen Jüngern ans Meer, zurück, und eine große Menge aus Galiläa folgte, auch aus Judäa und aus Jerusalem und aus Idumäa und jenseits des Jordans und {dem Umkreis von} Tyrus und Sidon kam eine große Menge – sie kamen zu ihm, weil sie hörten, was er alles tat. Und er sagte zu seinen Jüngern, dass ihm wegen der Menschenmenge ein kleines Boot bereitstehen soll, damit sie ihn nicht erdrücken; denn viele heilte er, sodass alle, die Leiden hatten, ihn überfielen, um ihn zu berühren. Und die unreinen Geister fielen vor ihm nieder, sobald sie ihn sahen, und sie schrien und sagten: „Du bist der Sohn Gottes!“ Und er drohte ihnen mehrmals, damit sie ihn nicht öffentlich machten. Und er steigt auf den Berg hinauf und ruft zu sich, die er selbst wollte, und sie kamen zu ihm. Und er bestimmte zwölf, die er auch Apostel nannte, damit sie bei ihm seien und er sie aussende, um zu predigen und Vollmacht zu haben, die Dämonen zu vertreiben. Und er bestimmte die zwölf, und er gab Simon den Beinamen Petrus, und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder von Jakobus, und er gab ihnen den Beinamen Boanerges (das heißt: Söhne des Donners); auch Andreas und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Thaddäus und Simon den Kananäer und Judas Iskariot, der ihn dann verriet. Dann kommt er in ein Haus; und wieder versammelt sich die Menschenmenge, sodass sie nicht einmal Brot essen konnten. Und als {seine Angehörigen} das hörten, gingen sie los, um ihn zu ergreifen; sie sagten nämlich, dass er verrückt sei. Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgestiegen waren, sagten, dass er den Beelzebul habe und dass er die Dämonen durch den Fürsten der Dämonen vertreibe. Und er rief sie zu sich und sprach in Gleichnissen zu ihnen: „Wie kann Satan Satan vertreiben? Und wenn ein Reich gegen sich selbst gespalten ist, dann kann jenes Reich nicht bestehen. Und wenn ein Haus gegen sich selbst gespalten ist, dann wird jenes Haus nicht bestehen können. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und gespalten ist, dann kann er nicht bestehen, sondern er hat ein Ende. Doch niemand kann in das Haus des Starken hineingehen und seine Geräte plündern, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt, und danach wird er sein Haus plündern. Amen, ich sage euch: Alles wird den Menschenkindern vergeben werden – die Sünden und die Lästerungen, was auch immer sie alles gelästert haben. Aber wer auch immer gegen den heiligen Geist lästert, hat {für immer} keine Vergebung, sondern er ist ewiger Sünde schuldig.“ Denn sie sagten: „Er hat einen unreinen Geist.“ Dann kommen seine Mutter und seine Geschwister, und während sie draußen stehen, sandten sie eine Nachricht zu ihm, um ihn zu rufen. Und es saß eine Menschenmenge um ihn herum, und sie sagen zu ihm: „Siehe!, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern suchen dich draußen.“ Da antwortete er ihnen und sagt: „Wer sind meine Mutter und meine Geschwister?“ Und als er sich die anschaute, die rings um ihn sitzen, sagt er: „Siehe!, meine Mutter und meine Geschwister. Denn wer auch immer den Willen Gottes tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.“ Und wieder begann er, bei dem Meer zu lehren; und es versammelt sich eine besonders große Menschenmenge zu ihm, sodass er in ein Boot stieg und sich darin auf dem Meer setzte; und die ganze Menschenmenge war {am Meerufer}. Und er lehrte sie vieles mit Gleichnissen, und er sagte zu ihnen in seiner Lehre: „Hört zu: Siehe!, der Sämann ging hinaus, um zu säen. Und es geschah beim Säen, da fiel manches neben den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es. Und anderes fiel auf felsigen Grund, wo es nicht viel Erde hatte, und es schlug sofort aus, weil es keine tiefe Erde hatte. Und als die Sonne aufging, wurde es versengt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es. Und anderes fiel zu den Dornenbüschen, und die Dornenbüsche gingen auf und erstickten es, und es gab keine Frucht. Und anderes fiel in gute Erde und gab Frucht, indem es aufging und wuchs, und es brachte eines dreißigfach und eines sechzigfach und eines hundertfach Frucht.“ Und er sagte: „Wer Ohren hat, um zu hören, soll hören!“ Und als er ganz alleine war, fragten ihn {seine Anhänger} samt den zwölf Jüngern zu den Gleichnissen. Und er sagte zu ihnen: „Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes gegeben, aber jenen, die draußen sind, geschieht alles in Gleichnissen, sodass sie genau hinsehen und nicht sehen und genau hinhören und nicht verstehen, damit sie nicht etwa umkehren und ihnen vergeben wird.“ Und er sagt zu ihnen: „Ihr versteht dieses Gleichnis nicht? Und wie werdet ihr alle anderen Gleichnisse begreifen? Der Sämann sät das Wort. Folgende aber sind die neben dem Weg: Wo das Wort gesät wird, und wenn sie es hören, kommt sofort der Satan, und er nimmt das Wort weg, das in sie gesät war. Und folgende sind es, die auf felsige Stellen gesät werden: die, wenn sie das Wort hören, es sofort mit Freuden aufnehmen, aber sie haben keine Wurzel in sich selbst, sondern sie sind wankelmütig; wenn Bedrängnis oder Verfolgung entsteht wegen des Wortes, nehmen sie sofort Anstoß. Und andere sind es, die zu den Dornenbüschen gesät werden. Diese sind es, die das Wort hören, aber die Sorgen der Welt und der Betrug des Reichtums und die Begierden nach den übrigen Dingen kommen dazu und ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar. Und jene sind es, die auf gute Erde gesät wurden: welche das Wort hören und aufnehmen und Frucht bringen – eines dreißigfach und eines sechzigfach und eines hundertfach.“ Und er sagte zu ihnen: „Kommt etwa die Lampe zum Einsatz, damit sie unter den Eimer oder unter das Bett gestellt wird? Nicht, damit sie auf den Leuchter gestellt wird? Denn es ist nichts verborgen, außer damit es sichtbar gemacht wird, noch wurde etwas versteckt, außer damit es {ans Licht} kommt. Wenn jemand Ohren hat, um zu hören, dann soll er hören!“ Und er sagte zu ihnen: „Seht zu, was ihr hört! Mit welchem Maß ihr messt, wird für euch gemessen und wird euch hinzugefügt werden. Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und wer nicht hat, von dem wird sogar genommen werden, was er hat.“ Und er sagte: „So ist das Reich Gottes: Wie ein Mensch die Saat auf die Erde wirft und er schläft und aufwacht Nacht und Tag, und die Saat blüht und gedeiht – er selbst weiß nicht wie. Die Erde trägt von selbst Frucht: zuerst einen Halm, danach eine Ähre, danach vollen Weizen in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, sendet er sofort die Sichel, weil die Ernte bereitsteht.“ Und er sagte: „Wie sollen wir das Reich Gottes vergleichen, oder mit welchem Gleichnis sollen wir es veranschaulichen? Es ist wie ein Senfkorn, das – wenn es auf die Erde gesät wird – kleiner ist als alle Samen auf der Erde, aber sobald es gesät worden ist, geht es auf und wird größer als alles Gemüse, und es bringt große Zweige hervor, sodass die Vögel des Himmels unter seinem Schatten nisten können.“ Und mit vielen solchen Gleichnissen vermittelte er ihnen das Wort, wie sie es hören konnten. Ohne Gleichnisse aber redete er nicht zu ihnen, abseits wiederum erklärte er seinen Jüngern alles. Und er sagt zu ihnen an jenem Tag, als es Abend geworden war: „Lasst uns ans gegenüberliegende Ufer hinüberfahren!“ Und sie entließen die Menschenmenge und nehmen ihn – wie er war – im Boot mit, und weitere Boote waren bei ihm. Und es entsteht ein heftiger Sturm, und die Wellen schlugen in das Boot, sodass sich das Boot schon füllte. Und er war im Heck und schlief auf dem Kopfkissen. Und sie wecken ihn, und sie sagen zu ihm: „Lehrer, kümmert es dich nicht, dass wir umkommen?“ Und nachdem er sich aufgerichtet hatte, drohte er dem Wind, und er sagte zu dem Meer: „Schweig! Verstumme!“ Da legte sich der Wind, und es entstand eine große Stille. Und er sagte zu ihnen: „Warum seid ihr ängstlich? Habt ihr noch nicht Vertrauen?“ Und sie fürchteten sich {ganz außerordentlich}, und sie sagten zueinander: „Wer ist denn dieser Mann, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen?“ Und sie kamen ans gegenüberliegende Ufer des Meeres, in das Gebiet der Gerasener. Und als er aus dem Boot ausstieg, begegnete ihm aus den Grabhöhlen sofort ein Mensch mit einem unreinen Geist, der seine Wohnung in den Grabhöhlen hatte, und auch mit einer Kette konnte ihn niemand mehr fesseln, weil er mehrfach mit Fußfesseln und Ketten gefesselt worden war, aber die Ketten von ihm zerrissen und die Fußfesseln zerrieben worden waren, und niemand war imstande, ihn zu bändigen. Und ständig – bei Nacht und bei Tag – war er in den Grabhöhlen und in den Bergen, wobei er schrie und sich selbst mit Steinen verletzte. Und als er Jesus von weitem sah, rannte er hin und warf sich vor ihm nieder, und er schrie mit lauter Stimme und sagt: „Was {habe ich mit dir zu schaffen}, Jesus, Sohn Gottes, des Höchsten? Ich beschwöre dich bei Gott, mich nicht zu quälen!“ Denn er hatte zu ihm gesagt: „Komm heraus aus dem Mann, du unreiner Geist!“ Und er fragte ihn: „Was ist dein Name?“ Und er sagt zu ihm: „Legion ist mein Name, weil wir viele sind.“ Und er bat ihn inständig, sie nicht aus dem Gebiet zu verjagen. Nun war dort bei dem Berg eine große Herde Schweine, die geweidet wurde; und sie baten ihn und sagten: „Schicke uns in die Schweine, dass wir in sie fahren.“ Und er gestatte es ihnen. Da fuhren die unreinen Geister aus und fuhren in die Schweine, und die Herde stürmte den Abhang hinunter in das Meer, etwa zweitausend Tiere, und sie ertranken in dem Meer. Und diejenigen, die sie weideten, flohen, und sie berichteten von den Ereignissen in der Stadt und auf den Bauernhöfen; und sie kamen, um zu sehen, was geschehen war, Und sie kommen zu Jesus, und sie sehen den Besessenen bekleidet und vernünftig dasitzen – den, der die Legion gehabt hatte –, und sie fürchteten sich. Und die es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie es dem Besessenen ergangen war, und von den Schweinen. Und sie begannen, ihn aufzufordern, aus ihrem Gebiet fortzugehen. Und während er in das Boot stieg, bat ihn der eben noch Besessene, bei ihm sein zu dürfen. Aber er ließ ihn nicht, sondern sagt zu ihm: „Geh in dein Haus zu den Deinen und berichte ihnen, was der Herr alles für dich getan hat und dass er Erbarmen hatte mit dir.“ Da ging er fort, und er begann, in Dekapolis zu predigen, was Jesus alles für ihn getan hatte, und alle staunten. Und nachdem Jesus mit dem Boot wieder ans gegenüberliegende Ufer übergesetzt hatte, versammelte sich eine große Menschenmenge zu ihm, und er war bei dem Meer. Da kommt einer der Synagogenvorsteher namens Jaïrus, und als er ihn sieht, fällt er zu seinen Füßen, und er bittet ihn inständig und sagt: „Mein Töchterchen {liegt im Sterben}. Komm und lege ihr die Hände auf, damit sie gerettet wird und lebt!“ Da ging er mit ihm, und es folgte ihm eine große Menschenmenge, und sie bedrängten ihn. Und eine Frau, die seit zwölf Jahren mit Blutungen lebte und unter vielen Ärzten viel erlitten und dabei alle {ihre Ersparnisse} aufgebraucht hatte und der es nichts genutzt hatte, sondern {zunehmend schlechter} ging, hörte von Jesus, kam mit der Menschenmenge von hinten und berührte sein Gewand; denn sie sagte: „Wenn ich wenigstens seine Gewänder berühre, werde ich geheilt werden.“ Und sofort versiegte die Quelle ihres Blutes, und sie merkte ihrem Körper an, dass sie geheilt war von dem Leiden. Und sofort, als Jesus in sich die von ihm ausgegangene Kraft bemerkte, drehte er sich in der Menschenmenge um und sagte: „Wer hat meine Gewänder berührt?“ Und seine Jünger sagten zu ihm: „Du siehst die Menschenmenge, die dich bedrängt, und sagst: ‚Wer hat mich berührt?‘“ Und er schaute umher, um zu sehen, wer das getan hatte. Die Frau aber kam verängstigt und zitternd, da sie wusste, was ihr passiert war, und sie warf sich vor ihm nieder, und sie sagte ihm die ganze Wahrheit. Er aber sagte zu ihr: „Tochter, dein Glaube hat dich geheilt! Geh in Frieden, und sei gesund von deinem Leiden!“ Noch während er redet, kommen sie von dem Synagogenvorsteher und sagen: „Deine Tochter ist gestorben! Warum belästigst du den Lehrer noch?“ Jesus aber überhörte das Wort, das geredet wurde, und sagt zu dem Synagogenvorsteher: „Fürchte dich nicht, glaube nur!“ Und er ließ niemanden ihm folgen, außer Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder von Jakobus. Und sie kommen zu dem Haus des Synagogenvorstehers, und er sieht ein Getümmel, dass sie weinen und laut klagen. Und er geht hinein und sagt zu ihnen: „Warum macht ihr Lärm und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft.“ Da lachten sie ihn aus. Er aber warf alle hinaus und nimmt nur den Vater des Kindes und die Mutter sowie {seine Begleiter} mit, und er geht hinein, wo das Kind war. Und er griff die Hand des Kindes und sagt zu ihr: „Talita, kum!“, (Das bedeutet übersetzt: Mädchen, ich sage dir: Steh auf!) Und sofort stand das Mädchen auf, und es fing an umherzugehen; denn sie war zwölf Jahre alt. Und sie waren sofort {außer Rand und Band}. Da schärfte er ihnen ausdrücklich ein, dass niemand dies erfahren dürfe, und er sagte, man solle ihr zu essen geben. Und er ging von dort weg, und er kommt in seine Heimat, und seine Jünger folgen ihm. Und als es Sabbat geworden war, begann er, in der Synagoge zu lehren, und viele Zuhörer waren erstaunt und sagten: „Woher hat der das, und was ist die Weisheit, die ihm gegeben worden ist, und solche Wunderkräfte, die durch seine Hände geschehen? Ist das nicht der Handwerker, der Sohn von Maria und der Bruder von Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und leben nicht seine Schwestern hier bei uns?“ Und sie nahmen Anstoß an ihm. Da sagte Jesus zu ihnen: „Ein Prophet ist nicht ohne Ehre, außer in seiner Heimat und bei seinen Verwandten und in seinem Haus.“ Und er konnte dort keinerlei Wunderkraft tun, außer einigen wenigen Kranken die Hände aufzulegen und sie zu heilen. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und er zog durch die Dörfer ringsum und lehrte. Und er ruft die zwölf Jünger zu sich, und er begann, sie {jeweils zu zweit} auszusenden, und er gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister, und er wies sie an, nichts {für unterwegs} mitzunehmen außer einem Wanderstock – kein Brot, keine Tasche, keine Münze im Gürtel, sondern getragene Sandalen … „und zieht keine zwei Hemden an!“ Dann sagte er zu ihnen: „Wo auch immer ihr in ein Haus hineingeht, dort bleibt, bis ihr von dort weitergeht. Und welcher Ort auch immer euch weder empfängt noch zuhört, von dort geht weiter und schüttelt den Staub ab, der unter euren Füßen ist, zum Zeugnis für sie!“ Und sie gingen los und predigten, dass die Menschen Buße tun sollten. Auch viele Dämonen vertrieben sie, und sie salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie. Und König Herodes hörte von Jesus, denn sein Name war bekannt geworden, und sie sagten: „Johannes der Täufer ist auferweckt worden von den Toten, und deshalb wirken die Wunderkräfte in ihm.“ Andere hingegen sagten: „Er ist Elija!“, andere wiederum sagten: „Ein Prophet wie einer der Propheten.“ Als nun Herodes von Jesus hörte, sagte er: „Den ich enthauptet habe, Johannes, der ist auferweckt worden.“ Denn er, Herodes, hatte Soldaten gesandt und Johannes ergriffen, und er hatte ihn im Gefängnis gefesselt, wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus, weil er sie geheiratet hatte. Johannes hatte nämlich wiederholt zu Herodes gesagt: „Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zu haben.“ Herodias aber hegte einen Groll gegen ihn, und sie wollte ihn töten, aber konnte es nicht. Denn Herodes respektierte Johannes, weil er ihn als einen gerechten und heiligen Mann kennengelernt hatte, und er beschützte ihn, und wenn er ihm zuhörte, war er für gewöhnlich sehr verunsichert, und doch hörte er ihm gerne zu. Aber als ein günstiger Tag kam (als Herodes zu seinem Geburtstag ein Festmahl veranstaltete für seine Hofbeamten und die Hauptmänner und die wichtigsten Leute Galiläas) und seine Tochter Herodias) hereinkam und tanzte, da gefiel sie Herodes und denen, die mit zu Tisch lagen. Der König sagte zu dem Mädchen: „Bitte mich, was auch immer du willst, und ich werde es dir geben!“ Und er schwor ihr mehrmals: „Was auch immer du mich bittest, werde ich dir geben, bis zur Hälfte meines Königreiches!“ Und sie ging hinaus und sagte zu ihrer Mutter: „Was soll ich erbitten?“ Sie aber sagte: „Den Kopf von Johannes dem Täufer.“ Und sofort ging sie eilig zum König hinein und bat ihn, indem sie sagte: „Ich will, dass du mir umgehend auf einer Platte den Kopf von Johannes dem Täufer gibst!“ Und obwohl der König zutiefst traurig wurde, wollte er sie wegen der Eide und der zu Tisch liegenden Gäste nicht abweisen. Und sofort sandte der König einen Henker und ordnete an, seinen Kopf zu bringen. Und er ging und enthauptete ihn im Gefängnis, dann brachte er seinen Kopf auf einer Platte, und er gab ihn dem Mädchen, und das Mädchen gab ihn ihrer Mutter. Und als seine Jünger davon hörten, kamen sie und holten seinen Leichnam, und sie legten ihn in eine Grabhöhle. Und die Apostel versammeln sich zu Jesus und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. Und er sagt zu ihnen: „Kommt – ihr ganz allein – an einen einsamen Ort und ruht euch ein wenig aus!“ Denn es waren viele, die kamen und gingen, und sie hatten keine Zeit, etwas zu essen. Und sie fuhren mit dem Boot an einen einsamen Ort, ganz für sich. Aber die Leute sahen sie gehen, und viele erfuhren davon, und zu Fuß liefen sie aus allen Städten dort zusammen, und sie kamen ihnen zuvor. Und als er ausstieg, sah er eine große Menschenmenge, und er hatte Mitleid mit ihnen, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er begann, sie vieles zu lehren. Und weil die Stunde schon spät geworden war, kamen seine Jünger zu ihm und sagten: „Einsam ist der Ort, und die Stunde schon spät. Schicke sie fort, damit sie zu den umliegenden Bauernhöfen und Dörfern gehen und sich etwas zu essen kaufen.“ Er aber antwortete und sagte zu ihnen: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ Und sie sagen zu ihm: „Sollen wir losgehen und für zweihundert Denare Brote kaufen und ihnen zu essen geben?“ Er aber sagt zu ihnen: „Wie viele Brote habt ihr? Geht, seht nach!“ Und nachdem sie es in Erfahrung gebracht hatten, sagen sie: „Fünf, und zwei Fische.“ Da ordnete er ihnen an, dass sich alle {in Gruppen} auf dem grünen Gras niederlassen. Und sie lagerten {in Gruppen} zu je hundert und je fünfzig Personen. Dann nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und segnete sie, und er brach die Brote, und er gab sie seinen Jüngern, damit sie sie ihnen austeilen, auch die zwei Fische verteilte er an alle. Und sie alle aßen und wurden satt, und sie hoben zwölf Körbe voller Brocken auf, auch von den Fischen. Und die die Brote gegessen hatten, waren fünftausend Mann. Und gleich darauf drängte er seine Jünger, in das Boot zu steigen und ans gegenüberliegende Ufer nach Betsaïda vorauszufahren, während er selbst die Menschenmenge fortschickte. Und nachdem er sie verabschiedet hatte, ging er auf den Berg, um zu beten. Und als es Abend wurde, war das Boot mitten auf dem Meer, und er allein an Land. Und als er sah, dass sie sich beim Rudern quälten, weil der Wind ihnen entgegen stand, da kommt er um die vierte Nachtwache zu ihnen, indem er auf dem Meer umhergeht, und er wollte an ihnen vorübergehen. Sie aber sahen ihn auf dem Meer umhergehen und meinten, dass es ein Gespenst sei, und sie schrien auf; denn sie alle sahen ihn und erschraken. Er aber redete sofort mit ihnen, und er sagt zu ihnen: „Seid guten Mutes! Ich bin es; fürchtet euch nicht!“ Dann stieg er zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich. Und unter sich selbst waren sie ganz besonders erstaunt; sie hatten nämlich nicht verstanden, {was es mit den Broten auf sich hatte}, sondern ihr Herz war verhärtet. Und nachdem sie übergesetzt hatten, gingen sie in Gennesaret an Land und ankerten. Und als sie aus dem Boot stiegen, erkannten sie ihn sofort und liefen die gesamte Gegend auf und ab, und sie begannen, die Kranken auf ihren Matten umherzutragen, jeweils wo sie hörten, dass er sei. Und wo auch immer er hinging – in Dörfer oder in Städte oder zu Bauernhöfen –, legten sie die Kranken auf die Marktplätze und baten ihn, wenigstens den Saum seines Gewandes berühren zu dürfen; und alle, die ihn berührten, wurden geheilt. Und es versammeln sich bei ihm die Pharisäer und einige der Schriftgelehrten, die von Jerusalem gekommen waren. Und als sie sahen, dass einige seiner Jünger mit schmutzigen (das heißt: mit ungewaschenen) Händen die Brote aßen – denn die Pharisäer und überhaupt alle Judäer essen nicht, wenn sie sich nicht sorgfältig die Hände gewaschen haben, da an der Überlieferung der Ältesten festhalten, und nach der Rückkehr vom Markt essen sie nicht, wenn sie sich nicht gebadet haben; und es gibt vieles andere, was sie einzuhalten übernommen haben: Waschungen von Bechern und Krügen und Kesseln und Polstern –, da fragen die Pharisäer und die Schriftgelehrten ihn: „Weshalb leben deine Jünger nicht gemäß der Überlieferung der Ältesten, sondern essen das Brot mit schmutzigen Händen?“ Er aber sagte zu ihnen: „Treffend hat Jesaja geweissagt über euch Heuchler, wie geschrieben steht: ‚Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir. Und sie verehren mich vergeblich, da sie Gebote von Menschen als verbindliche Lehren lehren.‘ Während ihr das Gebot Gottes vernachlässigt, haltet ihr die Überlieferung der Menschen ein.“ Und er sagte zu ihnen: „Das Gebot Gottes lehnt ihr einfach ab, um eure Überlieferung aufrechtzuerhalten. Denn Mose hat gesagt: ‚Ehre deinen Vater und deine Mutter!‘, und: ‚Wer Vater oder Mutter verflucht, soll durch den Tod sterben.‘ Ihr hingegen sagt: ‚Wenn ein Mensch zum Vater oder zur Mutter sagt: Korban (das heißt: Opfergabe) soll sein, was auch immer dir von mir zusteht, dann lasst ihr ihn nicht länger etwas tun für den Vater oder die Mutter, sodass ihr das Wort Gottes für nichtig erklärt durch eure Überlieferung, die ihr weitergegeben habt, und ihr tut viele vergleichbare Dinge.“ Und er rief die Menschenmenge wieder zu sich und sagte zu ihnen: „Hört mir alle zu und versteht! Außerhalb des Menschen gibt es nichts, das ihn verunreinigen kann, indem es in ihn hineingeht, sondern was aus dem Menschen herauskommt, ist es, das den Menschen verunreinigt.“ Und als er von der Menschenmenge ins Haus hineingegangen war, fragten ihn seine Jünger zu dem Gleichnis. Und er sagt zu ihnen: „Seid auch ihr so uneinsichtig? Versteht ihr nicht, dass alles, was von außen in den Menschen hineingeht, ihn nicht verunreinigen kann, weil es nicht in sein Herz hineingeht, sondern in den Bauch, und es zur Latrine hinausgeht?“ – womit er alle Speisen für rein erklärte. Er sagte aber: „Was aus dem Menschen herauskommt, das verunreinigt den Menschen. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen kommen die schlechten Gedanken: Unzüchtigkeiten, Diebstähle, Morde, Ehebrüche, Habgierigkeiten, Bosheiten, Arglist, Ausschweifung, böse Blicke, Lästerei, Hochmut, Torheit; alle diese bösen Dinge kommen von innen, und sie verunreinigen den Menschen.“ Von dort aber stand er auf und ging in das Gebiet von Tyrus. Und er ging in ein Haus und wollte, dass niemand es erfährt, aber er konnte nicht verborgen bleiben; sondern eine Frau, deren Töchterchen einen unreinen Geist hatte, hörte sofort von ihm, kam und fiel zu seinen Füßen. Die Frau aber war Griechin, {aus Syrophönizien gebürtig}, und sie bat ihn, den Dämon von ihrer Tochter zu vertreiben. --- Und er sagte zu ihr: „Lass zuerst die Kinder satt werden, denn es ist nicht richtig, das Brot der Kinder zu nehmen und es den Hündchen zuzuwerfen.“ Sie aber antwortete und sagte zu ihm: „Herr! Auch die Hündchen unter dem Tisch essen von den Krümeln der Kinder.“ Und er sagte zu ihr: „Um dieses Wortes willen geh hin! Der Dämon ist aus deiner Tochter ausgefahren.“ Und sie ging los zu ihrem Haus und stellte fest, dass das Kind auf dem Bett lag und der Dämon ausgefahren war. Und er ging wieder fort aus dem Gebiet von Tyrus und kam durch Sidon zum Meer von Galiläa, mitten in das Gebiet von Dekapolis. Und sie bringen zu ihm einen Tauben und Sprachgehemmten, und sie bitten ihn, ihm die Hand aufzulegen. Und er nahm ihn von der Menschenmenge beiseite und tat seine Finger in seine Ohren, und mit Spucke berührte er seine Zunge, und er blickte hinauf zum Himmel und seufzte, und er sagt zu ihm: „Effata!“ (das heißt: „Öffne dich!“) Und sofort wurde sein Gehör geöffnet, und die Fessel seiner Zunge wurde gelöst, und er redete normal. Und er schärfte ihnen ein, es niemandem zu sagen; aber je mehr er es ihnen einschärfte, desto mehr predigten sie selbst. Und sie waren überaus erstaunt und sagten: „Er hat alles gut gemacht, und er macht, dass die Tauben hören und die Stummen reden.“ Als in jenen Tagen wieder eine große Menschenmenge da war und sie nichts zu essen hatten, rief er die Jünger zu sich und sagt zu ihnen: „Ich habe Mitleid mit der Menschenmenge, weil sie schon drei Tage lang bei mir ausharren und sie nichts zu essen haben. Und wenn ich sie hungrig in ihre Häuser fortschicke, werden sie unterwegs schlappmachen; einige von ihnen sind ja von weit her gekommen.“ Und seine Jünger antworteten ihm: „Woher soll jemand diese Leute hier in der Einöde mit Broten satt machen können?“ Und er fragte sie: „Wie viele Brote habt ihr?“ Sie aber sagten: „Sieben.“ Und er weist die Menschenmenge an, auf der Erde zu lagern; und er nahm die sieben Brote, dankte, brach sie und gab sie seinen Jüngern, damit sie sie austeilen; und sie teilten sie an die Menschenmenge aus. Und sie hatten ein paar kleine Fische; und er segnete sie und sagte, dass auch diese auszuteilen seien. Und sie aßen und wurden satt, und sie hoben die Reste der Brocken auf, sieben Körbe. Es waren aber etwa viertausend Menschen. Und er schickte sie fort. Und gleich darauf stieg er mit seinen Jüngern in das Boot und kam in die Gegend von Dalmanuta. Und die Pharisäer kamen hinaus, und sie begannen, mit ihm zu diskutieren, wobei sie von ihm ein Zeichen vom Himmel verlangten, um ihn auf die Probe zu stellen. Und er seufzte in seinem Geist auf und sagt: „Warum verlangt diese Generation ein Zeichen? Amen, ich sage euch: Wenn dieser Generation ein Zeichen gegeben werden wird …“ Und er ließ sie stehen, stieg wieder ein und fuhr ans gegenüberliegende Ufer. Und sie vergaßen, Brote mitzunehmen, und außer einem einzigen Brot hatten sie nichts bei sich im Boot. Und er schärfte ihnen ein und sagte: „Passt auf, hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig von Herodes!“ Und sie überlegten miteinander, dass sie keine Brote hatten. Und er bemerkte es und sagt zu ihnen: „Warum überlegt ihr, dass ihr keine Brote habt? Begreift ihr noch nicht und versteht ihr nicht? Habt ihr euer Herz verhärtet? Obwohl ihr Augen habt, seht ihr nicht, und obwohl ihr Ohren habt, hört ihr nicht? Und erinnert ihr euch nicht, als ich die fünf Brote für die fünftausend gebrochen habe, wie viele Körbe voller Brocken ihr aufgehoben habt?“ Sie sagen zu ihm: „Zwölf.“ „Als ich die sieben für die viertausend gebrochen habe, wie viele Körbe voller Brocken habt ihr aufgehoben?“ Und sie sagen zu ihm: „Sieben.“ Und er sagte zu ihnen: „Versteht ihr noch nicht?“ Und sie kommen nach Betsaïda. Und sie bringen einen Blinden zu ihm, und man bittet ihn, dass er ihn berührt. Und er fasste die Hand des Blinden und brachte ihn aus dem Dorf hinaus, und nachdem er in seine Augen gespuckt hatte, legte er ihm die Hände auf und fragte ihn: „Siehst du etwas?“ Und er blickte auf und sagte: „Ich sehe die Leute, dass sie wie Bäume umhergehen, sehe ich.“ Danach legte er nochmal die Hände auf seine Augen, und er sah klar, und er war wiederhergestellt, und er sah alles deutlich. Und er sandte ihn in sein Haus und sagte: „Du sollst aber nicht ins Dorf gehen!“ Und Jesus und seine Jünger gingen fort in die Dörfer von Cäsarea Philippi; und unterwegs fragte er seine Jünger und sagte zu ihnen: „Was sagen die Leute, wer ich bin?“ Sie aber sprachen zu ihm und sagten: „Johannes der Täufer, und andere: Elija, wieder andere: einer der Propheten.“ Er aber fragte sie: „Und was sagt ihr, wer ich bin?“ Petrus antwortete und sagt zu ihm: „Du bist der Gesalbte.“ Und er schärfte ihnen ein, zu niemandem darüber zu sprechen. Und er begann sie zu lehren, dass der Menschensohn viel leiden und von den Ältesten und den Oberpriestern und den Schriftgelehrten verworfen und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen muss; auch öffentlich redete er darüber. Da nahm Petrus ihn beiseite und begann, ihn zurechtzuweisen. Er aber – als er sich umdrehte und seine Jünger ansah – wies Petrus zurecht, und er sagt: „Geh {mir aus den Augen}, Satan, weil du nicht die Interessen Gottes bedenkst, sondern die der Menschen!“ Und er rief die Menschenmenge samt seinen Jüngern zu sich und sagte zu ihnen: „Wenn jemand hinter mir her folgen will, dann soll er sich selbst verleugnen und sein Kreuz nehmen und mir folgen. Denn wer auch immer sein Leben retten will, wird es verlieren; aber wer auch immer sein Leben um meinetwillen und um der guten Nachricht willen verliert, wird es retten. Denn was nützt es einem Menschen, die gesamte Welt zu gewinnen und dabei sein Leben einzubüßen? Denn was sollte ein Mensch als Gegenwert für sein Leben geben? Denn wer auch immer sich für mich und meine Worte schämt in dieser ehebrecherischen und sündhaften Generation, für den wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln.“ Und er sagte zu ihnen: „Amen, ich sage euch: Von denen, die hier stehen, sind einige, welche den Tod gewiss nicht schmecken werden, bis sie das Reich Gottes kommen sehen mit Kraft.“ Sechs Tage später nimmt Jesus dann Petrus und Jakobus und Johannes beiseite, und er bringt sie auf einen hohen Berg hinauf, ganz für sich allein. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt, und seine Gewänder wurden strahlend weiß, wie sie kein Tuchfärber auf der Erde derart weiß färben kann. Und es erschien ihnen Elija zusammen mit Mose, und sie redeten mit Jesus. Und Petrus reagierte und sagt zu Jesus: „Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind, ja, lasst uns drei Hütten machen, für dich eine und für Mose eine und für Elija eine.“ Er wusste nämlich nicht, was er antworten sollte; denn sie waren furchtsam. Und es kam eine Wolke, die sie überschattete, und es kam eine Stimme aus der Wolke: „Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!“ Und plötzlich, als sie sich umschauten, sahen sie niemanden mehr, sondern nur Jesus bei ihnen. Und während sie von dem Berg herabstiegen, schärfte er ihnen ein, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, {sondern erst} wenn der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Und sie behielten das Wort und diskutierten miteinander, was das bedeutet: von den Toten auferstehen. Und sie fragten ihn und sagten: „Warum sagen die Schriftgelehrten, dass zuerst Elija kommen muss?“ Er aber sagte zu ihnen: „Elija kommt zwar zuerst und stellt alles wieder her, aber wieso steht über den Menschensohn geschrieben, dass er viel leiden und verachtet werden wird? Doch ich sage euch: Auch Elija ist gekommen, und sie haben ihm angetan, was sie wollten, wie über ihn geschrieben steht.“ Und sie kamen zu den Jüngern und sahen eine große Menschenmenge um sie herum und Schriftgelehrte, die mit ihnen diskutierten. Und sofort, als die ganze Menschenmenge ihn sah, gerieten sie außer sich, und sie rannten auf ihn zu und begrüßten ihn. Und er fragte sie: „Was diskutiert ihr mit ihnen?“ Und einer aus der Menschenmenge antwortete ihm: „Lehrer, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, der hat einen stummen Geist. Und wo auch immer er ihn packt, reißt er ihn zu Boden, und er schäumt und er knirscht die Zähne und er krampft. Und ich habe zu deinen Jüngern gesagt, dass sie ihn vertreiben sollen, aber sie konnten es nicht.“ Er aber antwortete ihnen und sagt: „Oh du ungläubige Generation, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn zu mir!“ Und sie brachten ihn zu ihm; und als ihn der Geist sah, zerrte er ihn sofort hin und her, und als er zu Boden fiel, wälzte er sich und schäumte. Und er fragte seinen Vater: „Wie lange ist es her, seit ihm dies zum ersten Mal passiert ist?“ Er aber sagte: „Seit seiner Kindheit! Und mehrfach hat er ihn sogar ins Feuer und ins Wasser geworfen, um ihn umzubringen; doch wenn du irgendetwas für ihn tun kannst, dann hilf uns und hab Mitleid mit uns!“ Jesus aber sagte zu ihm: „Das ‚wenn du kannst‘ … alles ist dem möglich, der glaubt.“ Sofort rief der Vater des Kindes und sagte: „Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!“ Als nun Jesus sah, dass eine Menschenmenge zusammenläuft, drohte er dem unreinen Geist und sagte zu ihm: „Du stummer und tauber Geist, ich gebiete dir: Komm aus ihm heraus und geh nicht mehr in ihn hinein!“ Und indem er schrie und heftig hin und her zerrte, kam er heraus. Und er wurde wie tot, sodass die meisten sagten, er sei gestorben. Jesus aber ergriff seine Hand und richtete ihn auf, und er stand auf. Und nachdem er ins Haus gegangen war, fragten ihn seine Jünger abseits: „Was ist der Grund, dass wir ihn nicht vertreiben konnten?“ Da sagte er zu ihnen: „Diese Art kann durch nichts weggehen, außer durch Gebet.“ Und von dort gingen sie fort und reisten durch Galiläa, und er wollte nicht, dass jemand es erfuhr. Denn er lehrte seine Jünger und sagte zu ihnen: „Der Menschensohn wird ausgeliefert in die Hände von Menschen, und sie werden ihn töten, und wenn er getötet worden ist, wird er nach drei Tagen auferstehen.“ Sie aber verstanden das Wort nicht, und sie fürchteten sich, ihn zu fragen. Und sie kamen nach Kafarnaum. Und in dem Haus angekommen, fragte er sie: „Was habt ihr überlegt unterwegs?“ Sie aber schwiegen; denn sie hatten unterwegs miteinander debattiert, wer größer sei. Und er setzte sich und rief die zwölf Jünger, und er sagt zu ihnen: „Wenn jemand Erster sein will, dann soll er Letzter von allen und Diener von allen sein.“ Und er nahm ein Kind und stellte es in ihre Mitte, und er nahm es in den Arm und sagte zu ihnen: „Wer auch immer eines solcher Kinder empfängt in meinem Namen, empfängt mich, und wer auch immer mich empfängt, empfängt nicht mich, sondern den, der mich gesandt hat.“ Johannes sagte zu ihm: „Lehrer, wir haben jemanden in deinem Namen Dämonen vertreiben gesehen, und wir hinderten ihn, weil er uns nicht folgte.“ Jesus aber sagte: „Hindert ihn nicht! Denn es gibt niemanden, der eine Wunderkraft tut in meinem Namen und mich {im selben Atemzug} verfluchen können wird. Denn wer nicht gegen uns ist, ist für uns. Denn wer auch immer euch einen Becher Wasser zu trinken gibt in meinem Namen, weil ihr zu Christus gehört … amen, ich sage euch: Er verliert seinen Lohn gewiss nicht.“ „Und wer auch immer einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Anstoß gibt, für den ist es besser, wenn ein Mühlstein um seinen Hals gehängt und er ins Meer geworfen würde. Und wenn deine Hand dir Anstoß gibt, dann hacke sie ab! Es ist besser, dass du verstümmelt in das Leben eingehst, als zwei Hände zu haben und in die Hölle einzugehen, in das unauslöschliche Feuer. --- Und wenn dein Fuß dir Anstoß gibt, dann hau ihn ab! Es ist besser, dass du lahm in das Leben eingehst, als zwei Füße zu haben und in die Hölle geworfen zu werden. --- Und wenn dein Auge dir Anstoß gibt, reiß es aus! Es ist besser, dass du einäugig in das Reich Gottes eingehst, als zwei Augen zu haben und in die Hölle geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird. Denn jeder wird mit Feuer gesalzen werden. Salz ist gut; wenn aber das Salz fade geworden ist, womit werdet ihr es würzen? Habt Salz unter euch selbst, und haltet Frieden untereinander!“ Und von dort machte er sich auf und geht in das Gebiet von Judäa und zwar jenseits des Jordans, und wieder kommen Menschenmengen bei ihm zusammen, und wie er es gewohnt war, lehrte er sie wieder. Und einige Pharisäer traten heran und fragten ihn, ob es einem Mann erlaubt sei, seine Ehefrau zu scheiden, um ihn so auf die Probe zu stellen. Er aber antwortete und sagte zu ihnen: „Was hat euch Mose geboten?“ Sie wiederum sagten: „Mose hat es gestattet, eine Trennungsurkunde zu schreiben und sie zu scheiden.“ Jesus aber sagte zu ihnen: „Angesichts eurer Hartherzigkeit hat er euch dieses Gebot geschrieben. Aber zu Beginn der Schöpfung hat er sie männlich und weiblich gemacht. Deswegen wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und sich an seine Frau hängen, und die zwei werden zu einem Fleisch werden; darum sind sie nicht länger zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht trennen.“ Und im Haus fragten ihn die Jünger erneut darüber. Und er sagt zu ihnen: „Wer auch immer seine Frau scheidet und eine andere heiratet, begeht Ehebruch an ihr; und wenn sie ihren Mann scheidet und einen anderen heiratet, begeht sie Ehebruch.“ Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie berührt; die Jünger aber wiesen sie zurecht. Als nun Jesus das sah, empörte er sich und sagte zu ihnen: „Lasst die Kinder zu mir kommen! Hindert sie nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. Amen, ich sage euch: Wer auch immer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, kommt gewiss nicht dort hinein.“ Und er nahm sie in den Arm und segnete sie, indem er die Hände auf sie legte. Und während er zum Weg hinausging, rannte einer herbei und kniete vor ihm nieder und fragte ihn: „Guter Lehrer, was soll ich tun, damit ich ewiges Leben erbe?“ Jesus aber sagte zu ihm: „Was nennst du mich gut? Niemand ist gut außer einem: Gott. Du kennst die Gebote: ‚Du sollst nicht morden, du sollst nicht ehebrechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst nicht vorenthalten, ehre deinen Vater und deine Mutter.‘“ Er aber sagte zu ihm: „Lehrer, das alles habe ich seit meiner Jugend befolgt.“ Jesus wiederum schaute ihn an und gewann ihn lieb, und er sagte zu ihm: „Eines fehlt dir: Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib es den Armen, dann wirst du einen Schatz im Himmel haben; und komm, folge mir!“ Er aber ging betrübt davon, betroffen über das Wort, denn er hatte viele Besitztümer. Und Jesus schaute sich um und sagt zu seinen Jüngern: „Wie schwerlich werden diejenigen, die Besitztümer haben, in das Reich Gottes eingehen.“ Die Jünger aber wunderten sich über seine Worte. Jesus wiederum antwortete erneut und sagt zu ihnen: „Kinder, wie schwierig ist es, in das Reich Gottes einzugehen. Es ist leichter, dass ein Kamel durch das Nadelöhr hindurchgeht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes eingeht.“ Sie aber waren außerordentlich erstaunt und sagten zu sich: „Wer kann dann gerettet werden?!?“ Jesus schaute sie an und sagt: „Bei Menschen ist es unmöglich, doch nicht bei Gott; denn alles ist möglich bei Gott.“ Petrus begann, zu ihm zu sagen: „Siehe!, wir haben alles verlassen und sind dir gefolgt.“ Jesus sagte: „Amen, ich sage euch: Es gibt niemanden, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker meinetwegen und wegen der guten Nachricht verlässt, {der nicht} hundertfach erhält: jetzt, zu dieser Zeit, Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker, trotz Verfolgungen, und in dem kommenden Zeitalter ewiges Leben. Und viele Erste werden Letzte sein und die Letzten Erste.“ Sie waren aber unterwegs und stiegen hinauf nach Jerusalem, und Jesus ging ihnen voraus, und sie wunderten sich, sie aber folgten und fürchteten sich, und wieder nahm er die zwölf Jünger beiseite und begann ihnen zu sagen, was ihm passieren werde; „Siehe!, lasst uns hinaufsteigen nach Jerusalem, dann wird der Menschensohn an die Oberpriester und die Schriftgelehrten ausgeliefert werden, und sie werden ihn zum Tod verurteilen und ihn an die Heiden ausliefern. Und sie werden ihn verspotten, und sie werden ihn anspucken, und sie werden ihn geißeln und töten, und nach drei Tagen wird er auferstehen.“ Und es kommen Jakobus und Johannes zu ihm, die Söhne des Zebedäus, und sagen zu ihm: „Lehrer, wir wollen, dass du für uns tust, was auch immer wir dich bitten.“ Er aber sagte zu ihnen: „Was wollt ihr, dass ich für euch tue?“ Sie aber sagten zu ihm: „Gib es uns, dass wir einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken Platz nehmen in deiner Herrlichkeit.“ Jesus aber sagte zu ihnen: „Ihr wisst nicht, was ihr bittet! Könnt ihr den Becher trinken, den ich trinke, oder mit der Taufe getauft werden, mit der ich getauft werde.“ Sie aber sagten zu ihm: „Wir können es.“ Jesus wiederum sagte zu ihnen: „Den Becher, den ich trinke, werdet ihr trinken, und die Taufe, die ich getauft werde, werdet ihr getauft werden, aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken zu sitzen, ist nicht meins zu ermöglichen, sondern es bleibt denen vorbehalten, für die es vorbereitet ist.“ Und als die zehn das hörten, begannen sie, sich über Jakobus und Johannes zu empören. Und nachdem er sie zu sich gerufen hatte, sagt Jesus zu ihnen: „Ihr wisst, dass diejenigen, die als Fürsten der Völker gelten, diese beherrschen und ihre Großen Macht über sie ausüben. Aber so ist es unter euch nicht, sondern wer auch immer groß werden will unter euch, soll euer Diener sein, und wer auch immer unter euch der Erste sein will, soll ein Diener von allen sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.“ Dann kommen sie nach Jericho. Und als er von Jericho aufbrach, samt seinen Jüngern und einer beachtlichen Menschenmenge, saß der Sohn von Timäus, Bartimäus, ein blinder Bettler, am Weg. Und als er hörte, dass es Jesus der Nazarener sei, begann er zu schreien und zu sagen: „Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!“ Und viele drohten ihm, dass er schweigen solle. Er aber schrie umso mehr: „Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“ Da blieb Jesus stehen und sagte: „Ruft ihn!“ Und sie rufen den Blinden und sagen zu ihm: „Sei guten Mutes! Steh auf! Er ruft dich.“ Er aber warf sein Gewand ab, sprang auf und kam zu Jesus. Und Jesus antwortete ihm und sagte: „Was willst du, dass ich für dich tue?“ Der Blinde aber sagte zu ihm: „Rabbuni, dass ich wieder sehe!“ Und Jesus sagte zu ihm: „Geh hin, dein Glaube hat dich gerettet!“ Und prompt sah er wieder, und er folgte ihm auf dem Weg. Und als sie sich Jerusalem näherten, nach Betfage und Betanien, an dem Ölberg, da sandte er zwei seiner Jünger aus, und er sagt zu ihnen: „Geht in das Dorf euch gegenüber, und gleich wenn ihr dort hineingeht, werdet ihr ein angebundenes Fohlen finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Bindet es los und bringt es her! Und wenn jemand zu euch sagt: ‚Warum tut ihr das?‘, dann sagt: ‚Der Herr benötigt es, und er sendet es gleich wieder hierher.“ Und sie gingen los, und sie fanden ein Fohlen angebunden an ein Tor draußen auf der Gasse, und sie binden es los. Und einige von denen, die dort standen, sagten zu ihnen: „Was tut ihr, dass ihr das Fohlen losbindet?“ Sie aber sprachen zu ihnen, wie Jesus gesagt hatte; da ließ man sie gewähren. Und sie bringen das Fohlen zu Jesus, und sie werfen ihm ihre Gewänder über, und er setzte sich darauf. Und viele breiteten ihre Gewänder auf dem Weg aus, andere wiederum Zweige, die sie von den Feldern geschnitten hatten. Und die vorauszogen und die folgten, riefen: „Hosanna! Gepriesen ist, der kommt im Namen des Herrn! Gepriesen sei das kommende Reich unseres Vaters David! Hosanna in den höchsten Höhen!“ Und er ging hinein nach Jerusalem in den Tempel, und nachdem er sich ringsum alles angeschaut hatte, ging er – weil die Stunde schon spät war – mit den zwölf Jüngern hinaus nach Betanien. Und am folgenden Tag, als sie von Betanien weggingen, wurde er hungrig. Da sah er von weitem einen Feigenbaum, der Blätter hatte, und ging, um zu sehen, ob er wohl etwas an ihm finden würde, aber als er zu ihm hinkam, fand er nichts außer Blätter; es war nämlich nicht die Zeit der Feigen. Und er reagierte und sagte zu ihm: „Von dir möge niemand mehr eine Frucht essen, {für immer}!“ Und seine Jünger hörten es. Und sie kommen nach Jerusalem. Und er ging in den Tempel hinein und begann, die hinauszuwerfen, die im Tempel verkauften und kauften, und die Tische der Geldwechsler und die Stühle derer, die die Tauben verkauften, stieß er um, und er ließ nicht zu, dass jemand ein Gefäß durch den Tempel trug. Und er lehrte, und er sagte zu ihnen: „Steht nicht geschrieben: ‚Mein Haus soll ein Haus des Gebets genannt werden für alle Völker‘? Ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht.“ Und die Oberpriester und die Schriftgelehrten hörten es, und sie suchten einen Weg, wie sie ihn umbringen könnten; denn sie fürchteten ihn, denn die ganze Menschenmenge war erstaunt über seine Lehre. Und sobald es Abend wurde, gingen sie aus der Stadt hinaus. Und als sie frühmorgens vorbeigingen, sahen sie, dass der Feigenbaum von der Wurzel her verdorrt war. Da erinnerte sich Petrus und sagt zu ihm: „Rabbi, siehe!, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt.“ Und Jesus antwortete und sagt zu ihnen: „Habt Glauben an Gott! Amen, ich sage euch: Wer auch immer zu diesem Berg sagt: ‚Werde hochgehoben und ins Meer geworfen!‘, und in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dem wird es geschehen. Deshalb sage ich euch: Alles, was ihr betet und bittet, glaubt, dass ihr es erhalten habt, dann wird es euch geschehen. Und wann immer ihr hinsteht und betet, vergebt, wenn ihr etwas gegen jemanden habt, damit auch euer Vater, der in den Himmeln ist, euch eure Verfehlungen vergibt.“ --- Und sie kommen erneut nach Jerusalem. Und während er im Tempel umhergeht, kommen die Oberpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm, und sie sagten zu ihm: „Mit welcher Befugnis tust du diese Dinge? Oder wer hat dir diese Befugnis gegeben, dass du diese Dinge tust?“ Jesus aber sagte zu ihnen: „Ich werde euch eine einzige Sache fragen, und ihr sollt mir antworten, dann werde ich euch sagen, mit welcher Befugnis ich diese Dinge tue: Die Taufe von Johannes … war sie vom Himmel oder von Menschen? Antwortet mir!“ Und sie überlegten für sich und sagten: „Wenn wir sagen: ‚vom Himmel‘, wird er sagen: ‚Weshalb habt ihr ihm dann nicht geglaubt?‘ Sollen wir jedoch sagen: ‚von Menschen‘?“ Sie fürchteten die Menschenmenge; denn alle waren der Meinung, dass Johannes wirklich ein Prophet gewesen sei. Und sie antworteten Jesus und sagen: „Wir wissen es nicht.“ Und Jesus sagt zu ihnen: „Und ich sage euch nicht, mit welcher Befugnis ich diese Dinge tue.“ Und er begann, in Gleichnissen zu ihnen zu reden: „Ein Mensch pflanzte einen Weinberg, und er stellte einen Zaun auf, und er grub eine Kelter, und er baute einen Turm; und er verpachtete ihn an Weinbauern und verreiste. Und zur Zeit der Ernte sandte er einen Knecht zu den Weinbauern, um von den Weinbauern seinen Anteil von den Erträgen des Weinbergs zu erhalten. Und sie nahmen und schlugen ihn, und sie sandten ihn {mit leeren Händen} fort. Und er sandte nochmal einen anderen Knecht zu ihnen; auch jenen schlugen sie auf den Kopf und entehrten ihn. Und er sandte einen anderen; auch jenen töteten sie, sowie viele andere: einige schlugen sie, andere töteten sie. Er hatte noch einen einzigen: seinen geliebten Sohn; er sandte ihn als Letzten zu ihnen und sagte: ‚Meinen Sohn werden sie respektieren.‘ Jene Weinbauern aber sagten zu sich: ‚Das ist der Erbe! Kommt, lasst ihn uns töten, dann wird das Erbe uns gehören.‘ Und sie nahmen und töteten ihn, und sie schleppten ihn außerhalb des Weinbergs. Was wird nun der Eigentümer des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Weinbauern umbringen, und er wird den Weinberg anderen geben. Habt ihr denn nicht diese Schriftstelle gelesen: ‚Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden; beim Herrn ist er das geworden, und er ist wunderbar in unseren Augen‘? Und sie versuchten, ihn zu ergreifen, aber sie fürchteten die Menschenmenge, denn sie erkannten, dass er das Gleichnis gesagt zu ihnen hatte. Und sie ließen ihn gewähren und gingen weg. Dann senden sie einige der Pharisäer und der Herodianer zu ihm, um ihn mit einer Aussage zu fangen. Und sie kamen und sagen zu ihm: „Lehrer, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und es dich nicht kümmert, {was andere denken}; du siehst nämlich nicht auf das Ansehen der Menschen, sondern lehrst wahrheitsgemäß den Weg Gottes. Ist es erlaubt, Cäsar eine Steuer zu zahlen oder nicht? Sollen wir zahlen, oder sollen wir nicht zahlen?“ Er aber wusste um ihre Heuchelei und sagte zu ihnen: „Warum stellt ihr mich auf die Probe? Bringt mir einen Denar, damit ich ihn sehe.“ Sie aber brachten einen. Und er sagt zu ihnen: „Wessen Bild und Inschrift sind das?“ Sie aber sagten zu ihm: „Cäsars.“ Jesus aber sagte zu ihnen: „Was Cäsar gehört, gebt Cäsar zurück, und was Gott gehört, Gott!“ Und sie waren erstaunt über ihn. Und es kommen Sadduzäer zu ihm, welche sagen, es gebe keine Auferstehung, und sie fragten ihn und sagten: „Lehrer, Mose hat uns geschrieben, dass wenn jemandes Bruder stirbt und er eine Frau zurücklässt und er kein Kind hinterlässt, dass sein Bruder die Frau nehmen und seinem Bruder einen Nachkommen verschaffen soll. Es waren sieben Brüder. Und der erste nahm eine Frau, und er starb und hinterließ keinen Nachkommen. Und der zweite nahm sie, und er starb und hinterließ keinen Nachkommen; und der dritte genauso. Und alle sieben hinterließen keinen Nachkommen. Zuletzt von allen starb auch die Frau. Bei der Auferstehung (wann auch immer sie auferstehen) … von welchem von ihnen wird sie die Frau sein? Denn alle sieben haben sie zur Frau gehabt.“ Jesus sagte zu ihnen: „Irrt ihr euch nicht deshalb, weil ihr weder die Schriften noch die Kraft Gottes kennt? Denn wenn sie von den Toten auferstehen, heiraten sie weder, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie Engel in den Himmeln. Aber hinsichtlich der Toten, dass sie auferweckt werden … habt ihr nicht im Buch des Mose gelesen, bei dem Dornbusch, wie Gott zu ihm sprach und sagte: ‚Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs‘? Er ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden. Ihr irrt euch sehr.“ Und einer der Schriftgelehrten, der sie diskutieren gehört hatte, trat heran, weil er sah, dass er ihnen gut geantwortet hatte, und fragte ihn: „Welches ist das erste Gebot von allen?“ Jesus antwortete: „Das erste ist: ‚Höre, Israel, der Herr unser Gott, der Herr ist einer. Und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von deinem ganzen Herzen und von deiner ganzen Seele und von deinem ganzen Verstand und von deiner ganzen Kraft!‘ Ein zweites ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!‘ Größer als diese ist kein anderes Gebot.“ Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: „Gut, Lehrer, du hast wahrheitsgemäß gesagt, dass er einer ist und kein anderer existiert, abgesehen von ihm. Und ihn zu lieben von ganzem Herzen und von ganzem Gewissen und von ganzer Kraft und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer.“ Und als Jesus ihn sah, dass er einsichtig geantwortet hatte, sagte er zu ihm: „Du bist nicht fern vom Reich Gottes.“ Und niemand wagte es mehr, ihn zu fragen. Und Jesus reagierte und sagte, als er im Tempel lehrte: „Wieso sagen die Schriftgelehrten, dass der Gesalbte der Sohn Davids sei? David selbst hat durch den heiligen Geist gesagt: Es sprach der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege unter deine Füße.‘ David selbst spricht von ihm als Herrn, inwiefern ist er dann sein Sohn?“ Und die große Menschenmenge hörte ihn gern. Und er sagte in seiner Lehre: „Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die in Roben umhergehen wollen und Wert legen auf Begrüßungen auf den Märkten und Vorsitze in den Synagogen und Ehrenplätze bei den Mahlzeiten, die die Häuser der Witwen ausbeuten und zum Schein lange beten! Sie werden ein härteres Urteil erhalten.“ Und er setzte sich dem Opferkasten gegenüber und sah zu, wie die Menschenmenge Münzen in den Opferkasten einwarf. Und viele Reiche warfen viel ein. Da kam eine arme Witwe und warf zwei Lepta ein (das heißt: ein Quadrans). Und er rief seine Jünger zu sich und sagte zu ihnen: „Amen, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr in den Opferkasten eingeworfen als alle anderen, die etwas eingeworfen haben. Denn sie alle haben aus {ihrem Überfluss} eingeworfen, was sie überhatten, sie hingegen hat von ihrem Mangel alles eingeworfen, was sie hatte, ihren gesamten Lebensunterhalt.“ Und als er aus dem Tempel herauskam, sagt einer seiner Jünger zu ihm: „Lehrer, siehe!, was für Steine und was für Gebäude!“ Und Jesus sagte zu ihm: „Siehst du diese großen Gebäude? Es wird hier gewiss kein {Stein auf dem anderen} gelassen, der nicht gewiss abgerissen wird.“ Und als er auf dem Ölberg saß, dem Tempel gegenüber, da fragten ihn Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas abseits: „Sag uns, wann das sein wird, und was das Zeichen ist, wenn das alles vollendet werden soll?“ Jesus aber begann, zu ihnen zu sagen: „Passt auf, dass euch niemand irreführt! Es werden viele kommen unter Berufung auf meinen Namen und sagen: ‚Ich bin es!‘, und sie werden viele irreführen. Aber wann immer ihr von Kriegen und Kriegsmeldungen hört, erschreckt nicht! Es muss geschehen, doch es ist noch nicht das Ende. Denn es wird sich Volk gegen Volk und Reich gegen Reich erheben, es wird Beben geben an verschiedenen Orten, es wird Hungersnöte geben. Das ist der Anfang der Wehen. Passt aber ihr auf euch selbst auf! Sie werden euch an Synedrien ausliefern, und in Synagogen werdet ihr geschlagen werden, und vor Statthalter und Könige werdet ihr meinetwegen gestellt werden, ihnen zum Zeugnis. Aber zuvor muss unter allen Völkern die gute Nachricht gepredigt werden. Und wann immer sie euch abführen und ausliefern, sorgt euch nicht im Voraus, was ihr reden sollt, sondern was auch immer euch in jener Stunde gegeben wird, das redet! Denn nicht ihr seid es, die reden, sondern der heilige Geist. Und es wird ein Bruder seinen Bruder in den Tod ausliefern und ein Vater sein Kind, und es werden sich Kinder gegen ihre Eltern erheben und sie töten; und ihr werdet von allen gehasst sein wegen meines Namens. Aber wer durchhält bis zum Ende, der wird gerettet werden.“ „Und sobald ihr den Gräuel der Verwüstung stehen seht, wo er nicht stehen darf – wer es liest, soll achtgeben! –, dann sollen die Menschen in Judäa in die Berge fliehen; wer aber auf dem Dach ist, soll weder hinabsteigen noch hineingehen, um etwas aus seinem Haus zu holen; und wer auf dem Feld ist, soll nicht {nach Hause} zurückkehren, um sein Gewand zu holen. Aber wehe den {Schwangeren} und den Stillenden in jenen Tagen! Betet nun, dass es nicht während des Winters geschieht! Denn jene Tage werden eine derartige Bedrängnis sein, wie sie seit Anbeginn der Schöpfung, die Gott geschaffen hat, bis jetzt nicht geschehen ist und gewiss nicht geschehen wird. Und wenn der Herr die Tage nicht verkürzt hätte, dann würde {kein Mensch} gerettet werden, doch um der Erwählten willen, die er erwählt hat, hat er die Tage verkürzt. Und wenn dann jemand zu euch sagt: ‚Siehe, hier ist der Gesalbte! Siehe, dort!‘, dann glaubt es nicht! Denn es werden sich falsche Gesalbte und falsche Propheten erheben, und sie werden Zeichen und Wunder zum Besten geben, um – wenn möglich – die Erwählten irrezuführen. Ihr aber sollt aufpassen! Ich habe euch alles vorausgesagt.“ „Doch in jenen Tagen, nach jener Bedrängnis, wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Lichtschein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte in den Himmeln werden erschüttert werden. Und dann werden sie den Menschensohn kommen sehen in Wolken, mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und dann wird er die Engel aussenden und seine Erwählten sammeln aus den vier Himmelsrichtungen, vom Rand der Erde bis zum Rand des Himmels.“ „Von dem Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon saftig wird und die Blätter austreibt, dann erkennt ihr, dass der Sommer nahe ist. So auch ihr: Wenn ihr dies geschehen seht, dann erkennt, dass er nahe ist vor den Toren. Amen, ich sage euch: Diese Generation vergeht gewiss nicht, bis das alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen gewiss nicht.“ „Aber über jenen Tag oder jene Stunde weiß niemand Bescheid, weder die Engel im Himmel noch der Sohn, nur der Vater. Passt auf! Wacht, denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist! Wie ein Mensch, der verreist, sein Haus verließ und seinen Knechten die Vollmacht gab, einem jeden seine Aufgabe, und dem Türhüter befahl er, wachsam zu sein. Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob abends oder um Mitternacht oder beim Hahnenschrei oder frühmorgens, damit er – wenn er plötzlich kommt – euch nicht schlafend vorfindet. Aber was ich euch sage, sage ich allen: Seid wachsam!“ Es war nun das Passafest und die ungesäuerten Brote in zwei Tagen. Und es suchten die Oberpriester und die Schriftgelehrten einen Weg, wie sie ihn mit einer List ergreifen und töten könnten. Sie sagten nämlich: „Nicht während des Festes, sonst wird es einen Tumult des Volkes geben.“ Und als er in Betanien war, im Haus von Simon dem Aussätzigen, während er zu Tisch lag, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit Duftöl aus echter, kostbarer Narde. Sie zerbrach das Alabastergefäß und goss das Öl über seinen Kopf. Es empörten sich aber einige gegenseitig: „Wozu ist diese Verschwendung des Duftöls geschehen? Denn dieses Duftöl hätte für über dreihundert Denare verkauft und der Erlös den Armen gegeben werden können!“ Und sie warnten sie. Jesus aber sagte: „Lasst sie! Warum bereitet ihr ihr Mühe? Ein gutes Werk hat sie an mir getan. Denn die Armen habt ihr immer bei euch, und wann immer ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun, mich hingegen habt ihr nicht immer. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat es vorweggenommen, meinen Körper zum Begräbnis zu salben. Amen, nun sage ich euch: Wo auch immer die gute Nachricht gepredigt wird in der gesamten Welt, wird man auch davon reden, was sie getan hat, zur Erinnerung an sie.“ Und Judas Iskariot, einer der zwölf Jünger, ging zu den Oberpriestern, um ihn an sie auszuliefern. Sie aber freuten sich, als sie das hörten, und versprachen, ihm Geld zu geben. Und er suchte einen Weg, wie er ihn bei passender Gelegenheit ausliefern würde. Und am ersten Tag der ungesäuerten Brote, als sie das Passa zu essen pflegten, sagen seine Jünger zu ihm: „Wo willst du, dass wir hingehen und Vorbereitungen treffen, damit du das Passa essen kannst?“ Und er sendet zwei seiner Jünger, und er sagt zu ihnen: „Geht in die Stadt, und es wird euch ein Mann begegnen, der einen Krug Wasser trägt; folgt ihm, und wo auch immer er hineingeht, sagt zu dem Hausherrn: ‚Der Lehrer sagt: Wo ist mein Gästezimmer, wo ich das Passa mit meinen Jüngern essen kann?‘ Und er selbst wird euch ein großes, mit Polstern ausgelegtes Dachzimmer zeigen, das bereit steht; und dort trefft Vorbereitungen für uns!“ Und die Jünger gingen los, und sie kamen in die Stadt, und sie fanden es vor, wie er es ihnen gesagt hatte, und sie bereiteten das Passa vor. Und als es Abend wurde, kommt er mit den zwölf Jüngern. Und während sie zu Tisch lagen und aßen, sagte Jesus: „Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich ausliefern – einer, der mit mir isst.“ Sie begannen, traurig zu werden und einer nach dem anderen zu ihm zu sagen: „Etwa ich?“ Er aber sagte zu ihnen: „Einer der zwölf, der mit mir das Brot in die Schüssel eintaucht. Denn der Menschensohn geht seinen Weg, wie es geschrieben steht über ihn, aber wehe jenem Menschen, durch den der Menschensohn ausgeliefert wird! Es wäre besser für ihn, wenn nicht geboren worden wäre, jener Mensch.“ Und während sie aßen, nahm er Brot, segnete und brach es, und er gab es ihnen und sagte: „Nehmt, das ist mein Leib!“ Dann nahm er einen Becher, dankte und gab ihnen den Becher, und sie tranken alle daraus. Und er sagte zu ihnen: „Das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele. Amen, ich sage euch: Ich trinke gewiss nicht mehr von dem Gewächs des Weinstocks, bis zu jenem Tag, wenn ich es erneut trinke im Reich Gottes.“ Und nachdem sie gesungen hatten, gingen sie hinaus zum Ölberg. Und Jesus sagt zu ihnen: „Ihr alle werdet Anstoß nehmen, weil geschrieben steht: ‚Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden zerstreut werden.‘ Doch nachdem ich auferweckt worden bin, werde ich euch vorausgehen nach Galiläa.“ Petrus aber sagte zu ihm: „Wenn auch alle Anstoß nehmen werden, dann doch nicht ich!“ Und Jesus sagt zu ihm: „Amen, ich sage dir: Du wirst mich heute, in dieser Nacht, bevor der Hahn zweimal kräht, dreimal verleugnen.“ Er aber beteuerte ausdrücklich: „Selbst wenn ich zusammen mit dir sterben müsste, werde ich dich gewiss nicht verleugnen!“ Und genauso sprachen auch alle anderen. Und sie kommen zu einem Grundstück, dessen Name „Getsemaniist, und er sagt zu seinen Jüngern: „Setzt euch hier hin, bis ich gebetet habe!“ Dann nimmt er Petrus und Jakobus und Johannes mit sich, und er begann, aufgewühlt und geängstigt zu werden, und er sagt zu ihnen: „Meine Seele ist zu Tode betrübt; bleibt hier und wacht!“ Und nachdem er ein wenig vorausgegangen war, fiel auf die Erde, und er betete, dass – wenn es möglich sei – die Stunde an ihm vorübergehe, und er sagte: „Abba, Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir weg! Doch nicht, was ich will, sondern was du willst!“ Und er kommt und findet sie schlafend vor, und er sagt zu Petrus: „Simon, schläfst du? Konntest du nicht eine einzige Stunde wachen? Wacht und betet, dass ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist ist willig, aber das Fleisch schwach.“ Und wieder ging er los und betete, wobei er dieselben Worte sprach. Und wieder kam er und fand sie schlafend vor, denn ihre Augen waren schwer geworden, und sie wussten nicht, was sie ihm antworten sollten. Und das dritte Mal kommt er und sagt zu ihnen: „Schlaft den Rest und ruht euch aus! Es reicht. Die Stunde ist gekommen, siehe!, der Menschensohn wird ausgeliefert in die Hände der Sünder. Steht auf, lasst uns aufbrechen! Siehe!, der mich ausliefert, ist nahegekommen.“ Und prompt, noch während er redet, trifft Judas ein, einer der zwölf, Jünger und mit ihm eine Menschenmenge mit Schwertern und Knüppeln, von den Oberpriestern und den Schriftgelehrten und den Ältesten. Der ihn auslieferte, hatte aber mit ihnen ein Signal vereinbart, indem er sagte: „Wen auch immer ich küsse, der ist es – ergreift ihn und führt ihn sicher ab!“ Und als er kam, ging er sofort zu ihm und sagt: „Rabbi!“, und er küsste ihn. Sie aber legten die Hände an ihn, und sie ergriffen ihn. Einer aber (jemand von denen, die dabeistanden) zog das Schwert und schlug den Knecht des Oberpriesters, und er trennte sein Ohr ab. Und Jesus reagierte und sagte zu ihnen: „Wie gegen einen Räuber seid ihr losgezogen, mit Schwertern und Knüppeln, um mich zu verhaften? Tag für Tag war ich bei euch im Tempel und lehrte, und ihr habt mich nicht ergriffen, doch nur, damit sich die Schriften erfüllten.“ Da verließen ihn alle und flohen. Und ein gewisser junger Mann folgte ihm, bekleidet mit einem Hemd auf nackter Haut, und sie ergreifen ihn; er aber ließ das Hemd zurück und floh nackt. Und sie führten Jesus ab zum Oberpriester, und es versammeln sich alle Oberpriester und Ältesten und Schriftgelehrten. Und Petrus folgte ihm von weitem, bis hinein in den Hof des Oberpriesters, und er saß bei den Gehilfen und wärmte sich am Feuer. Die Oberpriester aber und das gesamte Synedrium suchten eine Zeugenaussage gegen Jesus, um ihn zu töten, aber sie fanden keine; denn viele machten Falschaussagen gegen ihn, aber die Aussagen waren nicht gleich. Und einige standen auf und machten Falschaussagen gegen ihn, indem sie sagten: „Wir haben ihn sagen hören: ‚Ich werde diesen von Menschenhand gemachten Tempel abreißen und in drei Tagen einen anderen errichten, der nicht von Menschenhand gemacht ist.‘“ Und auch so war ihre Aussage nicht gleich. Da stand der Oberpriester auf, trat in die Mitte und fragte Jesus und sagte: „Antwortest du gar nicht auf das, was diese Leute gegen dich bezeugen?“ Er aber schwieg und antwortete nichts. Der Oberpriester fragte ihn erneut, und er sagt zu ihm: „Bist du der Gesalbte, der Sohn des Gepriesenen?“ Jesus aber sagte: „Ich bin es, und ihr werdet den Menschensohn sitzen sehen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels.“ Der Oberpriester aber zerriss seine Kleider und sagt: „Was benötigen wir noch Zeugen? Ihr habt die Lästerung gehört! Was {meint ihr}?“ Sie alle aber verurteilten ihn, des Todes schuldig zu sein. Und einige begannen, ihn zu bespucken und sein Gesicht zu verhüllen und ihn zu prügeln und zu ihm zu sagen: „Weissage!“ Auch die Gehilfen nahmen ihn mit Schlägen entgegen. Und während Petrus unten im Hof ist, kommt eine der Mägde des Oberpriesters, und als sie sah, dass Petrus sich wärmte, schaute sie ihn an und sagt: „Auch du warst bei dem Nazarener, diesem Jesus!“ Er aber leugnete es und sagte: „Weder weiß ich noch verstehe ich, was du sagst.“ Und er ging nach draußen in den Vorhof, und ein Hahn krähte. Und als die Magd ihn sah, begann sie erneut zu denen zu sagen, die dabeistanden: „Der da ist einer von ihnen!“ Er aber leugnete es wieder. Und kurz danach sagten diejenigen, die dabeistanden, erneut zu Petrus: „Tatsächlich, einer von ihnen bist du, denn du bist auch ein Galiläer.“ Er aber begann sich zu verfluchen und zu schwören: „Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr sprecht.“ Und gleich darauf krähte zum zweiten Mal ein Hahn. Da erinnerte sich Petrus an das Wort, wie Jesus zu ihm gesagt hatte: „Bevor der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Und er brach zusammen und fing an zu weinen. Und gleich frühmorgens, nachdem die Oberpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten und dem gesamten Synedrium Plan gemacht hatten, fesselten sie Jesus und führten ihn ab, und sie lieferten ihn an Pilatus aus. Und Pilatus fragte ihn: „Bist du der König der Judäer?“ Er aber antwortete ihm und sagt: „Du sagst es.“ Da klagten ihn die Oberpriester heftig an. Pilatus wiederum fragte ihn erneut und sagte: „Antwortest du nichts? Siehe!, wie sehr sie dich anklagen!“ Jesus aber antwortete nichts mehr, sodass sich Pilatus wunderte. Nun pflegte er ihnen pro Fest einen Gefangenen freizulassen, den sie erbaten. Es gab aber einen, der hieß Barabbas und war mit den Aufrührern gefangen worden, welche während des Aufruhrs einen Mord begangen hatten. Und die Menschenmenge stieg hinauf und begann, um die Freilassung eines Gefangenen zu bitten, wie er es für sie zu tun pflegte. Pilatus aber antwortete ihnen und sagte: „Wollt ihr, dass ich euch den ‚König der Judäer‘ freilasse?“ Denn ihm war bewusst, dass die Oberpriester ihn aus Neid ausgeliefert hatten. Die Oberpriester aber hetzten die Menschenmenge auf, dass er ihnen vielmehr Barabbas freilassen sollte. Pilatus wiederum antwortete erneut und sagte zu ihnen: „Was wollt ihr dann, dass ich mit dem mache, den ihr den ‚König der Judäer‘ nennt?“ Sie aber schrien erneut: „Kreuzige ihn!“ Pilatus aber sagte zu ihnen: „Was hat er denn Schlechtes getan?“ Sie aber schrien lauthals: „Kreuzige ihn!“ Pilatus aber wollte der Menschenmenge den Gefallen tun und ließ ihnen Barabbas frei, und nachdem er Jesus gegeißelt hatte, lieferte er ihn aus, damit er gekreuzigt wird. Die Soldaten aber führten ihn in den Hof (das heißt: das Prätorium) und sie rufen die gesamte Kohorte zusammen. Und sie ziehen ihm einen Purpurmantel an, und sie flechten eine dornige Krone und setzen sie ihm auf. Und sie begannen, ihn zu grüßen: „Sei gegrüßt, König der Judäer!“ Und sie schlugen seinen Kopf mit einem Schilfrohr, und sie bespuckten ihn, und sie gingen auf die Knie und warfen sich vor ihn nieder. Und nachdem sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus, und sie zogen ihm seine Gewänder an. Dann führen sie ihn hinaus, um ihn zu kreuzigen. Und sie zwingen einen Passanten, einen gewissen Simon Kyrene, der vom Feld kam (den Vater von Alexander und Rufus), sein Kreuz zu tragen. Und sie bringen ihn nach Golg0ta (das bedeutet übersetzt: Schädelstätte). Und sie gaben ihm mit Myrrhe vermischten Wein; er aber nahm ihn nicht. Und sie kreuzigen ihn, und sie verteilen seine Gewänder, indem sie ein Los darüber werfen, wer was nimmt. Es war aber die dritte Stunde, als sie ihn kreuzigten. Und als Inschrift seiner Schuld war aufgeschrieben worden: Der König der Judäer. Und zusammen mit ihm kreuzigen sie zwei Räuber, einen zu seiner Rechten und einen zu seiner Linken. --- Und die vorbeigingen, lästerten über ihn, schüttelten ihre Köpfe und sagten: „Ha! Der du den Tempel abreißt und in drei Tagen errichtest, rette dich selbst und steig herab von dem Kreuz!“ Genauso spotteten auch die Oberpriester untereinander mit den Schriftgelehrten und sagten: „Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Der Gesalbte, der König Israels, soll jetzt von dem Kreuz herabsteigen, damit wir sehen und glauben!“ Auch die zusammen mit ihm gekreuzigt wurden, beschimpften ihn. Und als es die sechste Stunde war, entstand eine Finsternis über dem gesamten Land bis zur neunten Stunde. Und in der neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: „Eloi, Eloi, lema sabachtani?“ (das bedeutet übersetzt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?) Und einige von denen, die dabeistanden, hörten es und sagten: „Siehe!, er ruft Elija.“ Es lief aber einer und füllte einen Schwamm mit saurem Wein, steckte ihn auf ein Schilfrohr, gab ihm zu trinken und sagte: „Lasst uns sehen, ob Elija kommt, um ihn herabzunehmen!“ Jesus aber ließ einen lauten Schrei los und verschied. Und der Vorhang des Tempels riss entzwei, von oben bis unten. Als nun der Zenturio, der ihm gegenüber dabeistand, sah, dass er auf diese Weise verschied, sagte er: „Tatsächlich, dieser Mensch war Gottes Sohn!“ Es waren aber auch Frauen anwesend, die von weitem zuschauten, unter ihnen auch Maria Magdalena und Maria, die Mutter von Jakobus dem Jüngeren und Joses, und Salome, die ihm gefolgt waren und ihm gedient hatten, als er in Galiläa war, und viele andere, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgestiegen waren. Und als es bereits Abend wurde (schließlich war es der Tag der Vorbereitung, das heißt: der Tag vor dem Sabbat), kam Josef von Arimatäa, ein angesehenes Ratsmitglied, der auch selbst das Reich Gottes erwartete, er wagte es und ging hinein zu Pilatus, und er bat um den Leichnam von Jesus. Pilatus aber wunderte sich, dass er bereits tot sei, und er rief den Zenturio herbei und fragte ihn, ob er schon lange gestorben sei. Und als er es von dem Zenturio erfuhr, schenkte er Josef den Leichnam. Und er kaufte ein Leinentuch, nahm ihn herunter und wickelte ihn in das Leinentuch, und er legte ihn in eine Grabhöhle, das aus einem Felsen gehauen war, und er wälzte einen Stein vor den Eingang der Grabhöhle. Maria Magdalena aber und Maria, die Mutter von Joses, sahen, wo er hingelegt worden war. Und als der Sabbat vorüber war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter von Jakobus, und Salome Gewürze, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sehr früh am Morgen, am ersten Tag der Woche, kommen sie zu der Grabhöhle, als die Sonne aufgegangen war. Und sie sagten zu sich selbst: „Wer wird uns den Stein vom Eingang der Grabhöhle wegwälzen?“ Und als sie aufblickten, sehen sie, dass der Stein weggewälzt ist (denn er war sehr groß). Und als sie in die Grabhöhle hineingingen, sahen sie auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, bekleidet mit einer weißen Robe, und sie regten sich auf. Er aber sagt zu ihnen: „Regt euch nicht auf! Ihr sucht Jesus den Nazarener, den Gekreuzigten – er wurde auferweckt, er ist nicht hier. Siehe!, da ist die Stelle, wo sie ihn hingelegt haben. Doch geht, sagt seinen Jüngern und Petrus: ‚Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.‘“ Und sie gingen hinaus und flohen von der Grabhöhle, denn es hatte sie ein Zittern und Erstaunen erfasst. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich. Alles aber, was ihnen aufgetragen worden war, berichteten sie direkt denen um Petrus. Und danach sandte auch Jesus selbst die heilige und unvergängliche Predigt von der ewigen Rettung durch sie von Osten bis nach Westen. Amen. Nachdem er nun früh am Morgen, am ersten Tag der Woche auferstanden war, erschien er zunächst Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen vertrieben hatte. Jene ging und berichtete es denen, die mit ihm gewesen waren und jetzt trauerten und weinten. Und als jene hörten, dass er lebt und von ihr gesehen worden war, glaubten sie es nicht. Danach aber erschien er zweien von ihnen, die umhergingen, in anderer Gestalt, als sie aufs Feld gingen. Und jene gingen los und berichteten es den übrigen; auch jenen glaubten sie nicht. Zuletzt aber, während sie zu Tisch lagen, erschien er den elf Jüngern, und er rügte ihren Unglauben und ihre Hartherzigkeit, weil sie denen, die ihn als Auferweckten gesehen hatten, nicht geglaubt hatten. Und er sagte zu ihnen: „Geht in die ganze Welt und predigt der ganzen Schöpfung die gute Nachricht! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden; aber wer nicht glaubt, wird verdammt werden. Aber diese Zeichen werden denen folgen, die glauben: In meinem Namen werden sie Dämonen vertreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; und mit den Händen werden sie Schlangen aufheben; und wenn sie etwas Tödliches trinken, soll es ihnen gewiss nichts anhaben; Kranken werden sie Hände auflegen, und sie werden {gesund sein}.“ Der Herr Jesus wurde dann, nachdem er zu ihnen geredet hatte, in den Himmel aufgehoben, und er setzte sich zur Rechten Gottes. Jene aber gingen fort und predigten überall, wobei der Herr mitwirkte und das Wort durch die Zeichen bestätigte, die darauf folgten. Nachdem viele versucht haben, einen Bericht über die Dinge zu verfassen, die sich unter uns zugetragen haben, wie sie uns diejenigen überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Gehilfen des Wortes gewesen sind, schien es auch mir sinnvoll, der ich seit geraumer Zeit allem ganz genau nachgegangen bin, es der Reihe nach für dich aufzuschreiben, ehrenwerter Theophilus, damit du die Zuverlässigkeit der Worte erkennst, über die du unterrichtet worden bist. Es gab in den Tagen des Herodes, des Königs von Judäa, einen Priester namens Zacharias, aus der Abteilung von Abija, und der hatte eine Frau von den Töchtern Aarons, und ihr Name war Elisabet. Es waren aber beide gerecht vor Gott und lebten ohne Tadel in allen Geboten und Satzungen des Herrn. Und sie hatten kein Kind, weil Elisabet unfruchtbar war, und beide waren {im fortgeschrittenen Alter}. Es geschah nun, während er in der Ordnung seiner Abteilung den Priesterdienst vor Gott verrichtete, da zog er nach dem Brauch des Priestertums das Los, ein Rauchopfer zu bringen, nachdem er in den Tempel des Herrn hineingegangen war. Und die ganze Menge des Volkes betete draußen in der Stunde des Rauchopfers. Da erschien ihm ein Engel des Herrn, der stand rechts vom Altar für das Rauchopfer. Und Zacharias erschrak, als er ihn sah, und Furcht befiel ihn. Da sagte der Engel zu ihm: „Fürchte dich nicht, Zacharias, denn dein Flehen wurde erhört, und deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären, und du sollst ihn Johannes nennen. Und du wirst Freude und Jubel haben, und viele Menschen werden sich über seine Geburt freuen. Denn er wird groß sein vor dem Herrn, und Wein und Bier wird er gewiss nicht trinken, und vom heiligen Geist wird er erfüllt werden, noch im Bauch seiner Mutter. Und viele der Israeliten wird er bekehren zum Herrn, ihrem Gott. Und er wird vor ihm hergehen in dem Geist und der Kraft von Elija, um die Herzen der Eltern zu den Kindern zu bekehren und Ungehorsame zur Besinnung der Gerechten – um dem Herrn ein ausgerüstetes Volk vorzubereiten.“ Und Zacharias sagte zu dem Engel: „Woran werde ich das erkennen? Denn ich bin ein alter Mann und meine Frau {im fortgeschrittenen Alter}.“ Und der Engel antwortete und sagte zu ihm: „Ich bin Gabriel, der vor Gott bereitsteht, und ich bin gesandt worden, um mit dir zu reden und dir dies zu verkünden; und siehe!, du wirst stumm sein und nicht reden können, bis zu dem Tag, an dem dies geschehen soll, weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, welche sich zu ihrer Zeit erfüllen werden.“ Und das Volk wartete auf Zacharias, und sie wunderten sich, wie lange er im Tempel verweilte. Als er nun herauskam, konnte er nicht zu ihnen reden, und sie erkannten, dass er im Tempel eine Erscheinung gesehen hatte; und er selbst winkte ihnen und blieb stumm. Und es geschah, als die Tage seines Tempeldienstes erfüllt waren, da ging er zu seinem Haus. Nach diesen Tagen aber empfing seine Frau Elisabet, und sie verbarg sich fünf Monate lang und sagte: „Auf diese Weise hat der Herr an mir gehandelt in den Tagen, in denen er mich angesehen hat, um meine Schmach unter den Leuten wegzunehmen.“ Im sechsten Monat nun wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die den Namen „Nazarethatte, zu einer Jungfrau, die einem Mann versprochen war, der den Namen Josef hatte, aus dem Haus Davids, und der Name der Jungfrau war Maria. Und als er zu ihr hinkam, sagte er: „Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir.“ Sie aber wurde bestürzt über das Wort, und sie überlegte, was für ein Gruß dies sei. Und der Engel sagte zu ihr: „Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade gefunden bei Gott. Und siehe!, du wirst {schwanger werden} und einen Sohn zur Welt bringen, und du sollst ihn Jesus nennen. Dieser wird groß sein und ‚Sohn des Höchsten‘ genannt werden, und der Herr, Gott, wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird {für immer} König sein über das Haus Jakobs, und sein Königreich wird kein Ende haben.“ Da sagte Maria zu dem Engel: „Wie kann das sein, da ich keinen Mann kenne?“ Und der Engel antwortete und sagte zu ihr: „Der heilige Geist wird auf dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, ‚Sohn Gottes‘ genannt werden. Und siehe!, Elisabet, deine Verwandte, auch sie hat einen Sohn empfangen in ihrem Alter, und dies ist der sechste Monat für sie, die unfruchtbar genannt wird! Denn bei Gott wird kein Ding unmöglich sein.“ Da sagte Maria: „Siehe!, ich bin die Magd des Herrn. Es möge mir geschehen nach deinem Wort.“ Dann ging der Engel fort von ihr. Da machte sich Maria in diesen Tagen auf und ging eilig in das Bergland, in eine Stadt in Juda; und sie betrat das Haus von Zacharias und begrüßte Elisabet. Und es geschah, als Elisabet den Gruß der Maria hörte, da hüpfte das Baby in ihrem Bauch, und Elisabet wurde vom heiligen Geist erfüllt, und sie rief mit lauter Stimme, und sie sagte: „Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Bauches! Und {womit habe ich es verdient}, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?! Denn siehe!, als die Stimme deines Grußes an meine Ohren kam, da hüpfte das Baby {vor Freude} in meinem Bauch. Und beglückwünschenswert ist, die geglaubt hat, dass {in Erfüllung gehen wird}, was ihr gesagt ist vom Herrn.“ Und Maria sprach: „Meine Seele preist den Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter, weil er hingesehen hat auf die Niedrigkeit seiner Magd. Denn siehe!, von jetzt an werden mich alle Generationen beglückwünschen, weil der Mächtige Großes an mir getan hat. Und heilig ist sein Name, und sein Erbarmen gilt von Generation zu Generation denen, die ihn fürchten. Er hat Macht ausgeübt mit seinem Arm; er hat zerstreut, die hochmütig sind im Verstand ihres Herzens. Er hat Mächtige von ihren Thronen gestoßen und er hat Niedrige erhöht, Hungrige hat er mit guten Dingen erfüllt, und Reiche hat er {mit leeren Händen} fortgejagt. Er hat seinem Knecht Israel geholfen, um an sein Erbarmen zu erinnern – wie er zu unseren Vätern geredet hat – mit Abraham und seiner Nachkommenschaft in Ewigkeit.“ Maria blieb nun etwa drei Monate bei ihr, dann kehrte sie in ihr Haus zurück. Für Elisabet wiederum erfüllte sich die Zeit, das Kind zur Welt zu bringen, und sie gebar einen Sohn. Da hörten ihre Nachbarn und Verwandten, dass der Herr sein Erbarmen mit ihr ausgeweitet hatte, und sie freuten sich mit ihr. Und es geschah am achten Tag, da kamen sie, um das Kind zu beschneiden, und sie nannten es Zacharias, nach dem Namen seines Vaters. Und seine Mutter antwortete und sagte: „Nein, sondern er soll Johannes genannt werden.“ Und sie sagten zu ihr: „Es gibt niemanden von deiner Verwandtschaft, der bei diesem Namen genannt wird.“ Sie winkten aber seinem Vater, wie er es genannt haben wolle. Und nachdem er ein Täfelchen erbeten hatte, schrieb er und sagte: „Johannes ist sein Name“, und alle wunderten sich. Da wurde sein Mund augenblicklich geöffnet und seine Zunge gelöst, und er fing an, zu reden und Gott zu preisen. Und es kam Furcht über alle, die um sie herum wohnten, und im gesamten Bergland Judäas wurde von allen diesen Dingen geredet. Und alle, die es hörten, bewegten es in ihrem Herzen und sagten: „Was wird dieses Kind wohl werden?“ Denn auch die Hand des Herrn war mit ihm. Und sein Vater Zacharias wurde vom heiligen Geist erfüllt, und er weissagte und sprach: „Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, weil er nach dem Rechten gesehen und seinem Volk Erlösung geschaffen hat, und er hat uns ein Horn des Heils erweckt im Haus seines Knechtes David, so wie er durch den Mund seiner heiligen Propheten von Ewigkeit her geredet hat: Rettung vor unseren Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen; um Barmherzigkeit zu üben an unseren Vorfahren und seinen heiligen Bund zu erinnern, den Eid, den er gegenüber Abraham, unserem Vater, geschworen hat, um es uns zu ermöglichen, furchtlos (weil aus Feindeshand errettet) ihm zu dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor ihm an all unseren Tagen. Aber auch du, mein Kind, wirst ein Prophet des Höchsten genannt werden; denn du wirst vor dem Herrn hergehen, um seine Wege vorzubereiten, um seinem Volk Kenntnis vom Heil zu geben durch die Vergebung ihrer Sünden – wegen des herzlichen Erbarmens unseres Gottes, mit dem uns der Aufgang aus der Höhe aufsuchen wird, um denen zu erscheinen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen und um unsere Füße zu lenken auf den Weg des Friedens.“ Das Kind aber wuchs heran, und es wurde stark im Geist, und es lebte in den Wüsten bis zu dem Tag seines öffentlichen Auftretens vor Israel. Es geschah nun in jenen Tagen, da erging ein Erlass von Cäsar Augustus, dass sich der ganze Erdkreis zu registrieren habe. (Diese Registrierung war die erste, während Quirinius Statthalter von Syria war.) Und alle gingen, um sich zu registrieren, ein jeder in seine Stadt. Da stieg auch Josef von Galiläa, aus der Stadt Nazaret, hinauf nach Judäa, in die Stadt Davids, welche Betlehem genannt wird (denn er war aus dem Haus und der Familie Davids), um sich zu registrieren zusammen mit Maria, die ihm versprochenen und bereits schwanger war. Es geschah nun, während sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, das Kind zur Welt zu bringen. Und sie brachte ihren erstgeborenen Sohn zur Welt, und sie wickelte ihn, und sie legte ihn in eine Futterkrippe, weil für sie kein Platz in dem Gästezimmer war. Und Hirten waren in dieser Gegend, die lagerten auf dem Feld und {hielten Wache} während der Nacht über ihre Herde. Und ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie, und sie fürchteten sich {ganz außerordentlich}. Da sagte der Engel zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Denn siehe!, ich verkünde euch große Freude, welche allem Volk gilt: Euch wurde heute ein Retter geboren – der ist der Gesalbte, der Herr – in der Stadt Davids. Und dies ist das Zeichen für euch: Ihr werdet ein Baby finden, das in Windeln gewickelt ist und in einer Futterkrippe liegt.“ Und plötzlich war bei dem Engel die Menge eines himmlischen Heeres, die lobten Gott und sagten: „Ehre sei Gott in den höchsten Höhen und Friede auf der Erde unter den Menschen seines Wohlgefallens.“ Und es geschah, als die Engel von ihnen in den Himmel gegangen waren, da sagten die Hirten zueinander: „Lasst uns doch bis nach Betlehem weiterziehen und diese Sache ansehen, die geschehen ist – was uns der Herr bekannt gemacht hat.“ Und sie gingen und beeilten sich, und sie fanden Maria und Josef und das Baby, das in der Krippe lag. Als sie nun das Kind sahen, weihten sie die anderen in das Wort ein, das ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, die zuhörten, wunderten sich über das, was von den Hirten zu ihnen geredet worden war. Maria aber bewahrte alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten zurück, wobei sie Gott verherrlichten und für alles lobten, was sie gehört und gesehen hatten, so wie es zu ihnen geredet worden war. Und als acht Tage erfüllt waren, um ihn zu beschneiden, da nannten sie ihn Jesus, wie er von dem Engel genannt worden war, bevor er im Mutterleib empfangen wurde. Und als die Tage ihrer Reinigung gemäß dem Gesetz des Mose erfüllt waren, brachten sie ihn hinauf nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzubieten, wie im Gesetz des Herrn geschrieben steht: „Alles Männliche, das {als Erstes geboren wird}, soll dem Herrn heilig genannt werden“, und um ein Opfer darzubringen gemäß dem, was im Gesetz des Herrn gesagt ist: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. Und siehe!, es war ein Mann in Jerusalem, der hatte den Namen Simeon, und dieser gerechte und fromme Mann erwartete den Trost Israels, und der heilige Geist war auf ihm; und ihm war vom heiligen Geist zugesagt worden, den Tod nicht zu sehen, bevor er den Gesalbten des Herrn gesehen habe. Und er kam durch den Geist geführt in den Tempel; und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um nach dem Brauch des Gesetzes an ihm zu handeln, da nahm er es in die Arme, und er pries Gott, und er sagte: „Jetzt lässt du deinen Knecht gehen, Herr, gemäß deinem Wort in Frieden; denn meine Augen haben dein Heil gesehen, das du bereitet hast im Angesicht aller Völker, ein Licht zur Offenbarung an die heidnischen Völker und zur Ehre an dein Volk Israel.“ Und sein Vater und seine Mutter waren verwundert über das, was über ihn gesagt wurde. Und Simeon segnete sie, und er sagte zu Maria, seiner Mutter: „Siehe!, dieser ist bestimmt zum Fall und zur Auferstehung von vielen in Israel und zu einem Zeichen, dem widersprochen wird – aber auch deine eigene Seele wird ein Schwert durchdringen –, damit aus vielen Herzen die Gedanken offenbart werden.“ Und es gab eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuëls aus dem Stamm Asser; diese war {im fortgeschrittenen Alter}, hatte {nach ihrer Heirat} sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt, und sie war eine Witwe im Alter von etwa vierundachtzig Jahren, die den Tempel nicht verließ und Gott Nacht und Tag diente mit Fastenzeiten und Fürbitten. Und in derselben Stunde trat sie heran und fing an, Gott zu danken und über ihn zu allen zu reden, die die Erlösung Jerusalems erwarteten. Und wie sie alles erledigt hatten, was nach dem Gesetz des Herrn zu tun war, kehrten sie um nach Galiläa, in ihre Stadt Nazaret. Das Kind aber wuchs heran und wurde stark, erfüllt mit Weisheit, und die Gnade Gottes war auf ihm. Und seine Eltern gingen jährlich zum Passafest nach Jerusalem. Auch als er zwölf Jahre alt geworden war, stiegen sie hinauf nach dem Brauch des Festes, und nachdem sie die Festtage beendet hatten – während sie zurückkehrten –, blieb Jesus der Junge in Jerusalem, und seine Eltern bemerkten es nicht. Sie meinten aber, er wäre unter der Weggemeinschaft, und gingen eine Tagesreise, und sie suchten ihn unter den Verwandten und den Bekannten, und weil sie ihn nicht fanden, kehrten sie zurück nach Jerusalem, um ihn zu suchen. Und es geschah nach drei Tagen, da entdeckten sie, dass er im Tempel inmitten der Lehrer saß und ihnen zuhörte und sie befragte. Es waren aber alle, die ihn hörten, erstaunt über seine Einsicht und seine Antworten. Und als sie ihn sahen, waren sie verdutzt; und seine Mutter sagte zu ihm: „Kind, warum behandelst du uns so? Siehe!, dein Vater und ich haben dich fieberhaft gesucht.“ Und er sagte zu ihnen: „Was ist der Grund, dass ihr mich gesucht habt? Wusstet ihr nicht, dass ich unter denen sein muss, die zu meinem Vater gehören?“ Sie aber verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen redete. Und er stieg mit ihnen herab und ging nach Nazaret, und er ordnete sich ihnen unter. Und seine Mutter bewahrte alle Worte in ihrem Herzen. Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gunst bei Gott und den Menschen. Aber im 15. Jahr der Herrschaft von Tiberius Cäsar, während Pontius Pilatus Statthalter von Judäa war und Herodes Tetrarch von Galiläa und sein Bruder Philippus Tetrarch der Gegend von Ituräa und Trachonitis und Lysanias Tetrarch von Abilene, zur Zeit der Oberpriester Hannas und Kajaphas, da erging das Wort Gottes an Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wüste. Und er ging in die ganze Umgebung des Jordans und predigte eine Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, wie geschrieben steht im Buch der Worte des Propheten Jesaja: „Die Stimme eines Rufers in der Wüste: ‚Bereitet den Weg des Herrn, macht gerade seine Pfade! Jedes Tal soll aufgefüllt und jeder Berg und Hügel eingeebnet werden, und das Krumme soll zur Geraden werden und das Holperige zu ebenen Wegen; und die ganze Menschheit wird das Heil Gottes sehen.‘“ Er sagte also zu den Menschenmengen, die hinausgegangen waren, um sich von ihm taufen zu lassen: „Schlangenbrut! Wer hat euch gewarnt, dem bevorstehenden Zorn zu entfliehen? Bringt also Früchte hervor, die der Buße angemessen sind, und fangt nicht an, bei euch selbst zu sagen: ‚Wir haben Abraham zum Vater.‘ Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Nun liegt sogar schon die Axt an der Wurzel der Bäume; jeder Baum also, der nicht gute Frucht hervorbringt, wird abgehackt und ins Feuer geworfen.“ Und die Menschenmengen fragten ihn und sagten: „Was sollen wir denn tun?“ Da antwortete er und sagte zu ihnen: „Wer zwei Hemden hat, soll mit dem teilen, der keines hat, und wer Speisen hat, soll genauso handeln!“ Es kamen aber auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sie sagten zu ihm: „Lehrer, was sollen wir tun?“ Er aber sagte zu ihnen: „Treibt kein bisschen mehr ein, als für euch festgelegt ist!“ Es fragten ihn aber auch Soldaten und sagten: „Und wir, was sollen wir tun?“ Und er sagte zu ihnen: „Gängelt niemanden und erpresst nicht, und begnügt euch mit eurem Sold!“ Während nun das Volk erwartungsvoll war und sich alle in ihren Herzen Gedanken machten über Johannes, ob nicht etwa er der Gesalbte sei, antwortete Johannes und sagte zu allen: „Ich taufe euch zwar mit Wasser; es kommt aber einer, der ist stärker als ich, dessen Riemen seiner Sandalen ich nicht geeignet bin zu lösen; er wird euch taufen mit dem heiligen Geist und Feuer! Seine Worfschaufel ist in seiner Hand, um seine Tenne gründlich zu säubern und den Weizen in seine Scheune zu sammeln, die Spreu aber wird er verbrennen in einem unauslöschlichen Feuer.“ Obwohl er also viele und weitere Dinge forderte, verkündete er dem Volk gute Nachricht. Der Tetrarch Herodes aber, der von ihm überführt worden war bezüglich Herodias, der Frau seines Bruders, und bezüglich allem, was Herodes Böses getan hatte, fügte allem noch dies hinzu: Und zwar sperrte er Johannes ins Gefängnis. Es geschah nun, als sich das ganze Volk taufen ließ und Jesus getauft worden war und betete, da öffnete sich der Himmel und der heilige Geist stieg in körperlicher Gestalt auf ihn herab wie eine Taube und eine Stimme kam aus dem Himmel: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen.“ Und er, Jesus, war etwa dreißig Jahre alt, als er begann, öffentlich aufzutreten, und war (wie angenommen wurde) ein Sohn des Josef, dem Sohn des Eli, dem Sohn des Mattat, dem Sohn des Levi, dem Sohn des Melchi, dem Sohn des Jannai, dem Sohn des Josef, dem Sohn des Mattitja, dem Sohn des Amos, dem Sohn des Nahum, dem Sohn des Hesli, dem Sohn des Naggai, dem Sohn des Mahat, dem Sohn des Mattitja, dem Sohn des Schimi, dem Sohn des Josech, dem Sohn des Joda, dem Sohn des Johanan, dem Sohn des Resa, dem Sohn des Serubbabel, dem Sohn des Schealtiël, dem Sohn des Neri, dem Sohn des Melchi, dem Sohn des Addi, dem Sohn des Kosam, dem Sohn des Elmadam, dem Sohn des Er, dem Sohn des Joschua, dem Sohn des Eliëser, dem Sohn des Jorim, dem Sohn des Mattat, dem Sohn des Levi, dem Sohn des Simeon, dem Sohn des Juda, dem Sohn des Josef, dem Sohn des Jonam, dem Sohn des Eljakim, dem Sohn des Melea, dem Sohn des Menna, dem Sohn des Mattata, dem Sohn des Natan, dem Sohn des David, dem Sohn des Isaï, dem Sohn des Obed, dem Sohn des Boas, dem Sohn des Salmon, dem Sohn des Nachschon, dem Sohn des Amminadab, dem Sohn des Admin, dem Sohn des Arni, dem Sohn des Hezron, dem Sohn des Perez, dem Sohn des Juda, dem Sohn des Jakob, dem Sohn des Isaak, dem Sohn des Abraham, dem Sohn des Terach, dem Sohn des Nahor, dem Sohn des Serug, dem Sohn des Regu, dem Sohn des Peleg, dem Sohn des Eber, dem Sohn des Schelach, dem Sohn des Kenan, dem Sohn des Arpachschad, dem Sohn des Sem, dem Sohn des Noach, dem Sohn des Lamech, dem Sohn des Metuschelach, dem Sohn des Henoch, dem Sohn des Jered, dem Sohn des Mahalalel, dem Sohn des Kenan, dem Sohn des Enosch, dem Sohn des Set, dem Sohn des Adam, dem Sohn Gottes. Jesus aber kehrte voll des heiligen Geistes vom Jordan zurück und wurde durch den Geist in der Wüste umhergeführt, vierzig Tage lang, wobei er vom Teufel versucht wurde. Und er aß nichts in jenen Tagen, und als sie beendet waren, hatte er Hunger. Da sagte der Teufel zu ihm: „Wenn du Gottes Sohn bist, dann sprich zu diesem Stein, dass er zu Brot werde!“ Und Jesus antwortete ihm: „Es steht geschrieben: ‚Nicht nur vom Brot soll der Mensch leben!‘“ Und er führte ihn hinauf und zeigte ihm alle Reiche des Erdkreises in einem Augenblick, und der Teufel sagte zu ihm: „Dir werde ich diese ganze Macht und ihre Pracht geben, denn mir ist sie übergeben, und ich gebe sie, wem auch immer ich will; wenn du also vor mir anbetest, dann wird sie ganz dir gehören.“ Und Jesus antwortete und sagte zu ihm: „Es steht geschrieben: ‚Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein sollst du dienen.‘“ Da brachte er ihn nach Jerusalem, und er stellte ihn auf den höchsten Punkt des Tempels, und er sagte zu ihm: „Wenn du Gottes Sohn bist, dann wirf dich von hier hinunter! Denn es steht geschrieben: ‚Seinen Engeln wird er befehlen deinethalben, um dich zu beschützen‘, und: ‚Auf Händen werden sie dich tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß gegen einen Stein stößt.‘“ Und Jesus antwortete und sagte zu ihm: „Es ist gesagt: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern!‘“ Und als der Teufel alle Versuchung beendet hatte, ließ er {eine Weile} von ihm ab. Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes zurück nach Galiläa. Und Nachricht über ihn ging aus in der gesamten Umgebung. Und er selbst pflegte in ihren Synagogen zu lehren und wurde von allen geehrt. Und er kam nach Nazara, wo er aufgewachsen war, und er ging, wie er es gewohnt war, am Tag des Sabbats in die Synagoge, und er stand auf, um vorzulesen. Und es wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht, und nachdem er das Buch auseinandergerollt hatte, fand er die Stelle, wo geschrieben stand: „Der Geist des Herrn ist auf mir, weswegen er mich gesalbt hat, um den Armen gute Nachricht zu verkünden; er hat mich gesandt, um den Gefangenen Freiheit zu predigen und den Blinden Sehvermögen; um die Unterdrückten in Freiheit auszusenden; um ein angenehmes Jahr des Herrn auszurufen.“ Und nachdem er das Buch zusammengerollt und dem Gehilfen zurückgegeben hatte, setzte er sich; und die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, zu ihnen zu sagen: „Heute ist diese Schrift vor euren Ohren erfüllt.“ Und alle gaben ihm recht, und sie wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund hervorgingen, und sie sagten: „Ist das nicht der Sohn Josefs?“ Und er sagte zu ihnen: „Sicher werdet ihr mir dieses Sprichwort sagen: ‚Arzt, heile dich selbst!‘ Alles, was wir gehört haben, dass in Kafarnaum geschehen ist, das tue auch hier in deiner Heimat!“ Er sagte aber: „Amen, ich sage euch: Kein Prophet ist willkommen in seiner Heimat. Aber {in der Tat} sage ich euch: Viele Witwen lebten in den Tagen von Elija in Israel, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen wurde, während eine große Hungersnot über das ganze Land kam, und zu keiner von ihnen wurde Elija geschickt außer nach Sarepta in Sidon, zu einer Frau, einer Witwe. Und viele Aussätzige lebten in Israel zur Zeit des Propheten Elisa, und keiner von ihnen wurde rein außer Naaman, der Syrer.“ Da wurden alle in der Synagoge von Wut erfüllt, als sie das hörten, und sie standen auf und warfen ihn aus der Stadt hinaus, und sie führten ihn bis zum Rand des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut worden war, um ihn hinabzustürzen; er aber schritt durch ihre Mitte und ging. Und er ging hinab nach Kafarnaum, einer Stadt in Galiläa. Und er lehrte sie immer am Sabbat; und sie waren erstaunt über seine Lehre, weil sein Wort {Autorität hatte}. Und in der Synagoge war ein Mann, der den Geist eines unreinen Dämons hatte, und er schrie mit lauter Stimme: „Ha!, was {haben wir mit dir zu schaffen}, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns umzubringen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes!“ Und Jesus drohte ihm und sagte: „Verstumme und komm aus ihm heraus!“ Und nachdem der Dämon ihn in die Mitte geschleudert hatte, kam er aus ihm heraus, ohne ihm etwas anzuhaben. Und Verwunderung kam über sie alle, und sie redeten mieinander und sagten: „Was ist dieses Wort, dass er mit Vollmacht und Kraft den unreinen Geistern gebietet, und sie kommen heraus?“ Und die Nachricht über ihn verbreitete sich bis in jeden Ort der Umgebung. Und von der Synagoge machte er sich auf und kam in das Haus von Simon. Die Schwiegermutter aber des Simon war von hohem Fieber befallen, und sie baten ihn für sie. Und er stellte sich {an ihr Kopfende} und drohte dem Fieber, und es verließ sie; und augenblicklich stand sie auf und fing an, ihnen zu dienen. Als nun die Sonne unterging, brachten alle, die Kranke mit verschieden Gebrechen hatten, diese zu ihm; und er legte jedem einzelnen von ihnen die Hände auf und heilte sie. Es kamen aber auch Dämonen aus vielen heraus, die schrien und sagten: „Du bist der Sohn Gottes!“ Und er bedrohte sie und erlaubte ihnen nicht zu reden, weil sie wussten, dass er der Messias war. Als es nun Tag wurde, ging er fort und ging an einen einsamen Ort; und die Menschenmengen suchten ihn, und sie kamen zu ihm und hielten ihn ab, von ihnen zu gehen. Er aber sagte zu ihnen: „Auch den anderen Städten muss ich das Reich Gottes verkünden, denn dazu bin ich gesandt worden.“ Und er predigte in den Synagogen Judäas. Es geschah nun, während die Menschenmenge ihn bedrängte und das Wort Gottes hörte, da stand er am See Gennesaret, und er sah zwei Boote, die bei dem See lagen; die Fischer aber waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen die Netze. Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land hinauszufahren; er setzte sich aber und lehrte die Menschenmengen vom Boot aus. Als er nun aufgehört hatte zu reden, sagte er zu Simon: „Fahr hinaus zur tiefsten Stelle, und dann senkt eure Netze zum Fang!“ Und Simon antwortete und sagte: „Meister, die gesamte Nacht hindurch haben wir uns abgemüht und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin werde ich die Netze senken.“ Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische, und ihre Netze fingen an zu reißen. Und sie winkten den Kollegen in dem anderen Boot, zu kommen und ihnen zu helfen; und sie kamen und füllten beide Boote, sodass sie beinahe sanken. Als er nun das sah, fiel Simon Petrus zu den Knien von Jesus nieder und sagte: „Geh weg von mir, weil ich ein sündhafter Mensch bin, Herr.“ Denn Verwunderung erfasste ihn und alle, die bei ihm waren, über den Fang der Fische, die sie eingeholt hatten, und genauso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, die Simons Partner waren. Und Jesus sagte zu Simon: „Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.“ Und nachdem sie die Boote an Land gebracht hatten, verließen sie alles und folgten ihm. Und es geschah, während er in einer der Städte war, und siehe!, da war ein Mann voller Aussatz; und als er Jesus sah, fiel er auf sein Angesicht und bat ihn und sagte: „Herr, wenn du es willst, kannst du mich rein machen.“ Und er streckte die Hand aus und berührte ihn und sagte: „Ich will es; werde rein!“ Und sofort ging der Aussatz von ihm. Und er selbst befahl ihm, zu niemandem zu sprechen, sondern: „Geh und zeige dich dem Priester, und bring anlässlich deiner Reinigung ein Opfer dar, wie Mose es angeordnet hat, zum Zeugnis für sie.“ Und der Bericht über ihn verbreitete sich erst recht, und große Menschenmengen versammelten sich, um ihn zu hören und geheilt zu werden von ihren Krankheiten. Er aber zog sich wiederholt in die einsamen Gegenden zurück und betete. Und es geschah an einem der Tage, da lehrte er, und Pharisäer und Gesetzeslehrer saßen da, die aus jedem Dorf Galiläas und Judäas und aus Jerusalem gekommen waren; und die Kraft des Herrn war da, damit er gesund machte. Und siehe!, da waren Männer, die brachten auf einer Bahre einen Menschen, der gelähmt war, und versuchten, ihn hineinzubringen und ihn vor ihn hinzulegen. Und weil sie wegen der Menschenmenge keinen Weg fanden, wie sie ihn hineinbringen könnten, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn mitsamt der Bahre durch die Ziegel herab in die Mitte vor Jesus. Und als er ihren Glauben sah, sagte er: „Oh Mensch, deine Sünden sind dir vergeben!“ Und die Schriftgelehrten und die Pharisäer begannen zu überlegen und zu sagen: „Wer ist dieser Mann, der Lästerungen ausspricht? Wer kann Sünden vergeben außer Gott allein?“ Als nun Jesus ihre Überlegungen erkannte, antwortete er und sagte zu ihnen: „Was überlegt ihr in euren Herzen? Was ist leichter – zu sagen: ‚Deine Sünden sind dir vergeben!‘, oder zu sagen: ‚Steh auf und geh!‘? Aber damit ihr wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, auf der Erde Sünden zu vergeben …“, sagte er zu dem Gelähmten: „Dir sage ich: Steh auf und nimm deine Bahre und geh in dein Haus!“ Und augenblicklich stand er vor ihren Augen auf, nahm, worauf er gelegen hatte, und ging fort in sein Haus und verherrlichte Gott. Und Erstaunen ergriff alle, und sie verherrlichten Gott, und sie wurden von Ehrfurcht erfüllt und sagten: „Wir haben heute außergewöhnliche Dinge gesehen.“ Und danach ging er hinaus, und er sah einen Zöllner namens Levi an der Zollstelle sitzen, und er sagte zu ihm: „Folge mir!“ Und er verließ alles, machte sich auf und folgte ihm. Und Levi veranstaltete ein großes Festessen für ihn in seinem Haus, und eine große Menge von Zöllnern und anderen war da, die mit ihnen zu Tisch lagen. Und die Pharisäer und ihre Schriftgelehrten murrten und sagten zu seinen Jüngern: „Weshalb esst und trinkt ihr mit den Zöllnern und Sündern?“ Und Jesus antwortete und sagte zu ihnen: „Nicht die Gesunden benötigen einen Arzt, sondern die Kranken! Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße.“ Sie aber sagten zu ihm: „Die Jünger von Johannes fasten häufig und leisten Fürbitten, genauso auch die Jünger der Pharisäer, deine hingegen essen und trinken.“ Jesus aber sagte zu ihnen: „Könnt ihr die Hochzeitsgäste etwa dazu bringen zu fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen – und zwar wenn der Bräutigam von ihnen weggenommen wird –, dann werden sie fasten in jenen Tagen.“ Er sagte aber auch ein Gleichnis zu ihnen: „Niemand trennt ein Stück Stoff von einem neuen Gewand und näht es auf ein altes Gewand; andernfalls wird er auch das neue kaputt machen, und das Stück Stoff, das von dem neuen stammt, wird dem alten nichts nützen. Und niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; andernfalls wird der neue Wein die Schläuche zerreißen, und er wird vergossen werden und die Schläuche werden kaputtgehen; sondern neuer Wein gehört in neue Schläuche. Und niemand will neuen Wein, nachdem er alten getrunken hat; denn er sagt: ‚Der alte ist gut.‘“ Es geschah nun an einem Sabbat, dass er durch die Kornfelder hindurchging, und seine Jünger pflückten und aßen die Ähren, indem sie sie mit den Händen zerrieben. Einige aber der Pharisäer sagten: „Warum tut ihr, was am Sabbat nicht erlaubt ist?“ Und Jesus antwortete und sagte zu ihnen: „Habt ihr etwa nicht gelesen, was David tat, als er und {seine Leute} Hunger hatten? Wie er in das Haus Gottes ging, und er die Schaubrote nahm und aß, und er es {seinen Leuten} gab – Brote, die niemandem zu essen erlaubt sind außer den Priestern allein?“ Und er sagte zu ihnen: „Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.“ Es geschah aber an einem anderen Sabbat, dass er in die Synagoge ging und lehrte. Und es war dort ein Mann, und seine rechte Hand war verkümmert. Da lauerten ihm die Schriftgelehrten und die Pharisäer auf, ob er am Sabbat heilen würde, damit sie einen Grund finden würden, ihn anzuklagen. Er aber kannte ihre Gedanken, und er sagte zu dem Mann, der die verkümmerte Hand hatte: „Steh auf und stell dich in die Mitte!“ Und er stand auf und stellte sich hin. Jesus aber sagte zu ihnen: „Ich frage euch: Ist es erlaubt, am Sabbat Gutes zu tun oder Schlechtes zu tun, Leben zu retten oder umzubringen?“ Und nachdem er sie alle reihum angeschaut hatte, sagte er zu ihm: „Strecke deine Hand aus!“ Er wiederum tat es, und seine Hand wurde wiederhergestellt. Sie hingegen wurden mit Unverstand erfüllt und beredeten miteinander, was sie Jesus antun könnten. Es geschah nun in diesen Tagen, dass er auf den Berg hinausging, um zu beten, und er {verbrachte die Nacht} im Gebet zu Gott. Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger herbei und wählte von ihnen zwölf aus, die er auch Apostel nannte: Simon, den er auch Petrus nannte, und seinen Bruder Andreas und Jakobus und Johannes und Philippus und Bartolomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus, den Sohn des Alphäus, und Simon, der mit Beinamen Zelot genannt wurde, und Judas, den Sohn des Jakobus, und Judas Iskariot, der zum Verräter wurde. Und nachdem er mit ihnen hinabgestiegen war, stellte er sich auf einen ebenen Platz, und eine große Menge seiner Jünger und eine große Menge des Volkes aus ganz Judäa und Jerusalem und der Küste von Tyrus und Sidon, die kamen, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden; und die von unreinen Geistern geplagt wurden, wurden geheilt, und die ganze Menschenmenge versuchte, ihn zu berühren, weil eine Kraft von ihm ausging und alle heilte. Und er selbst hob seine Augen zu seinen Jüngern auf und sagte: „Beglückwünschenswert seid ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes. Beglückwünschenswert, die ihr jetzt Hunger habt, denn ihr werdet gesättigt werden. Beglückwünschenswert, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen. Beglückwünschenswert seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und wenn sie euch ausschließen und beschimpfen und euren Namen als böse verwerfen wegen des Menschensohns; freut euch an jenem Tag und springt, denn siehe!, euer Lohn im Himmel ist groß; denn auf dieselbe Weise behandelten ihre Vorfahren die Propheten. Doch wehe euch Reichen, weil ihr euren Trost bereits erhaltet! Wehe euch, die ihr jetzt gefüllt seid, denn ihr werdet Hunger haben. Wehe, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet trauern und weinen. Wehe, wenn alle Menschen gut von euch sprechen; denn auf dieselbe Weise behandelten ihre Vorfahren die falschen Propheten.“ „Doch euch, die ihr zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde, behandelt diejenigen gut, die euch hassen, segnet, die euch verfluchen, betet für diejenigen, die euch beleidigen! Dem, der dich auf die Wange schlägt, halte auch die andere hin, und von dem, der dir das Gewand nimmt, halte auch das Hemd nicht zurück! Gib jedem, der dich bittet, und von dem, der das Deine nimmt, fordere es nicht zurück! Und wie ihr wollt, dass euch die Menschen behandeln, genauso sollt ihr sie behandeln. Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, welcher Dank gebührt euch? Denn auch die Sünder lieben diejenigen, die sie lieben. Denn auch wenn ihr denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welcher Dank gebührt euch? Dasselbe tun auch die Sünder. Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr etwas zu erhalten hofft, welcher Dank gebührt euch? Auch Sünder leihen Sündern, um das Gleiche zurückzuerhalten. Liebt jedoch eure Feinde, und tut Gutes und leiht, ohne etwas zurückzuerwarten; dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein, weil er selbst gütig ist gegenüber den Undankbaren und Bösen. Werdet barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ „Und richtet nicht, dann werdet ihr gewiss nicht gerichtet! Und verurteilt nicht, dann werdet ihr gewiss nicht verurteilt! Lasst frei, dann werdet ihr freigelassen werden! Gebt, dann wird euch gegeben werden: Ein gutes, gedrücktes, gerütteltes, überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn mit welchem Maß ihr messt, wird euch im Gegenzug gemessen werden.“ Er sagte aber auch ein Gleichnis zu ihnen: „Kann etwa ein Blinder einen Blinden leiten? Werden nicht beide in die Grube fallen? Ein Jünger ist nicht über dem Lehrer, ausgebildet aber wird jeder wie sein Lehrer sein. Und warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken im eigenen Auge nimmst du nicht wahr? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: ‚Bruder, erlaube, dass ich den Splitter entferne, der in deinem Auge ist‘, während du den Balken in deinem Auge selbst nicht siehst? Du Heuchler! Entferne zuerst den Balken aus deinem Auge, und danach wirst du klar genug sehen, um den Splitter im Auge deines Bruders zu entfernen. „Schließlich gibt es keinen guten Baum, der faule Frucht hervorbringt, und andererseits keinen faulen Baum, der gute Frucht hervorbringt. Denn ein jeder Baum wird an der eigenen Frucht erkannt: Von Dornen sammelt man nämlich keine Feigen, und vom Dornbusch schneidet man keine Trauben. Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz des Herzens Gutes hervor, und der böse bringt aus dem bösen Böses hervor; denn aus der Fülle des Herzens spricht sein Mund.“ „Aber warum ruft ihr mich ‚Herr, Herr!‘, aber tut nicht, was ich sage? Jeder, der zu mir kommt und meine Worte hört und sie tut … ich werde euch zeigen, wem er gleich ist: Er ist einem Menschen gleich, der ein Haus baut, der grub und vertiefte und legte ein Fundament auf den Fels; als nun eine Flut kam, riss der Fluss an jenem Haus, und er konnte es nicht erschüttern, weil es gut gebaut war. Aber wer sie hört und nicht tut, ist einem Menschen gleich, der ein Haus auf dem Erdboden ohne Fundament gebaut hat, daran riss der Fluss, und sofort stürzte es zusammen, und der Zusammenbruch jenes Hauses war groß.“ Nachdem er alle seine Worte beendet hatte, die für die Ohren des Volkes bestimmt waren, ging er hinein nach Kafarnaum. Der Knecht eines gewissen Zenturios aber {war krank} und drohte zu sterben; der war ihm wichtig. Als er nun von Jesus hörte, sandte er einige Älteste der Judäer zu ihm, um ihn zu bitten, dass er kommt und seinen Knecht heilt. Als sie aber bei Jesus eintrafen, baten sie ihn inständig und sagten: „Er ist würdig, das du ihm dies gewährst; denn er liebt unser Volk und die Synagoge hat er uns gebaut.“ Jesus aber ging mit ihnen. Als er nun bereits nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, schickte der Zenturio einige Freunde und sagte zu ihm: „Herr, bemühe dich nicht! Denn ich bin nicht geeignet, dass du unter meinem Dach eintrittst. Darum habe ich mich selbst auch nicht für würdig gehalten, zu dir zu kommen; sag es doch mit einem Wort, dann soll mein Knecht gesund werden. Denn auch ich bin ein Mensch, der unter Befehlsgewalt steht, und habe unter mir Soldaten, und ich sage zu diesem: „Geh!“, und er geht, und zu einem anderem: „Komm!“, und er kommt, und zu meinem Knecht: „Tu dies!“, und er tut es.“ Als nun Jesus das hörte, staunte er über ihn, und er wandte sich der Menschenmenge zu, die ihm folgte, und sagte: „Ich sage euch: Auch nicht in Israel habe ich so viel Glauben gefunden.“ Und als diejenigen, die geschickt worden waren, in das Haus zurückkehrten, fanden sie den Knecht gesund vor. Und es geschah am nächsten Tag, da ging er in eine Stadt, genannt Naïn, und es begleiteten ihn seine Jünger und eine große Menschenmenge. Als er sich nun dem Stadttor näherte, und siehe!, da wurde ein Toter herausgetragen, der einzige Sohn seiner Mutter, und die war Witwe, und eine beachtliche Menge der Stadt war bei ihr. Und als der Herr sie sah, hatte er Mitleid mit ihr, und er sagte zu ihr: „Weine nicht!“ Und er trat heran und berührte die Bahre, die Träger aber blieben stehen, und er sagte: „Junger Mann, ich sage dir: Steh auf!“ Und der Tote setzte sich auf und begann zu reden, und er gab ihn seiner Mutter. Da erfasste alle eine Ehrfurcht, und sie verherrlichten Gott und sagten: „Ein großer Prophet wurde unter uns erweckt“, und: „Gott hat sein Volk aufgesucht.“ Und dieser Bericht über ihn ging hinaus im gesamten Judäa und der ganzen Umgebung. Und seine Jünger berichteten Johannes von all dem. Und Johannes rief zwei seiner Jünger herbei und schickte sie zum Herrn und sagte: „Bist du der Kommende, oder erwarten wir einen anderen?“ Als nun die Männer bei ihm eintrafen, sagten sie: „Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt und gesagt: ‚Bist du der Kommende, oder erwarten wir einen anderen?‘“ In jener Stunde heilte er viele Menschen von Gebrechen und Leiden und bösen Geistern, und vielen Blinden schenkte er die Fähigkeit zu sehen. Und er antwortete und sagte zu ihnen: „Geht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote werden auferweckt, Armen wird eine gute Nachricht verkündet; und beglückwünschenswert ist, wer auch immer keinen Anstoß nimmt an mir.“ Nachdem nun die Boten des Johannes fortgegangen waren, begann er zu den Menschenmengen über Johannes zu sprechen: „Ihr seid in die Wüste hinausgegangen, um was zu sehen? Ein Schilfrohr, das vom Wind geschwenkt wird? Ihr seid hinausgegangen, um was genau zu sehen? Einen Menschen, der in weichen Gewändern gekleidet ist? Siehe!, die in prächtiger Kleidung und Luxus leben, sind in den königlichen Palästen. Ihr seid hinausgegangen, um was genau zu sehen? Einen Propheten? Ja, ich sage euch: sogar weit mehr als einen Propheten. Er ist es, über den geschrieben steht: ‚Siehe!, ich sende meinen Boten aus vor deinem Angesicht, der wird deinen Weg vor dir vorbereiten.‘ Ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, ist niemand größer als Johannes, aber selbst der Geringste im Reich Gottes ist größer als er.“ (Und das ganze Volk – auch die Zöllner – hörte zu und sie erklärten Gott für gerecht, indem sie sich mit der Taufe des Johannes taufen ließen; die Pharisäer aber und die Gesetzesexperten lehnten den Ratschluss Gottes für sich selbst ab, indem sie sich nicht von ihm getauft ließen.) „Mit wem soll ich die Menschen dieser Generation also vergleichen und wem sind sie gleich? Sie sind Kindern gleich, die auf dem Marktplatz sitzen und einander zurufen, die sagen: Wir haben für euch musiziert und ihr habt nicht getanzt, wir haben Klagelieder gesungen und ihr habt nicht geweint.‘ Johannes der Täufer ist nämlich gekommen als einer, der nicht Brot isst und nicht Wein trinkt, und ihr sagt: ‚Er hat einen Dämon!‘ Der Menschensohn ist gekommen als einer, der isst und trinkt, und ihr sagt: ‚Siehe!, der Kerl ist ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder.‘ Und doch wird die Weisheit gerechtfertigt von allen ihren Kindern.“ Es bat ihn aber einer von den Pharisäern, mit ihm zu essen, und er ging in das Haus des Pharisäers und legte sich zu Tisch. Und siehe!, da war eine Frau, die galt in der Stadt als Sünderin, und als sie erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers zu Tisch lag, brachte sie ein Alabastergefäß mit Duftöl und stand weinend hinten bei seinen Füßen und begann, mit den Tränen seine Füße zu benetzen, und rieb sie trocken mit den Haaren ihres Kopfes, und sie küsste seine Füße innig und salbte sie mit dem Duftöl. Als nun der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, es sah, sprach er mit sich selbst und sagte: „Wenn das ein Prophet wäre, dann hätte er bemerkt, wer und welcher Art die Frau ist, die ihn berührt, dass sie eine Sünderin ist.“ Da antwortete Jesus und sagte zu ihm: „Simon, ich habe dir etwas zu sagen.“ Er aber sagt: „Lehrer, sprich!“ „Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner; der eine schuldete fünfhundert Denare und der andere fünfzig. Weil sie nicht bezahlen konnten, vergab er beiden. Wer von ihnen wird ihn also mehr lieben?“ Simon antwortete und sagte: „Ich vermute: der, dem er die größere Schuld vergeben hat.“ Er aber sagte zu ihm: „Du hast richtig geurteilt!“ Und indem er sich der Frau zuwandte, sagte er zu Simon: „Siehst du diese Frau? Ich betrat dein Haus, du hast mir kein Wasser auf die Füße gegeben, sie hingegen benetzte meine Füße mit Tränen und rieb sie trocken mit ihren Haaren. Einen Kuss gabst du mir nicht, sie hingegen hat – seit sie hereingekommen ist – nicht aufgehört, meine Füße zu küssen. Mit Öl hast du mein Haupt nicht gesalbt; sie hingegen hat meine Füße mit Duftöl gesalbt. Deshalb sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, weil sie viel Liebe gezeigt hat, wem aber wenig vergeben wird, der zeigt wenig Liebe.“ Er sagte aber zu ihr: „Deine Sünden sind vergeben.“ Und die zusammen mit ihm zu Tisch lagen, begannen unter sich zu sagen: „Wer ist dieser Mann, der sogar Sünden vergibt?“ Er sagte aber zu der Frau: „Dein Glaube hat dich gerettet; geh in Frieden!“ Und es geschah im Anschluss, dass er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf reiste, um zu predigen und das Reich Gottes zu verkünden, er und die zwölf Apostel zusammen mit ihm, sowie einige Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, die mit Beinamen Magdalene genannt wird, von der sieben Dämonen herausgekommen waren, und Johanna, die Ehefrau des Chuza (einem Verwalter des Herodes), und Susanna und viele weitere, welche ihnen {mit ihrem Besitz} dienten. Als sich nun eine große Menschenmenge versammelte und die Leute aus jeder Stadt zu ihm kamen, sagte er durch ein Gleichnis: „Der Sämann ging hinaus, um seine Saat zu säen. Und während er säte, fiel einiges neben den Weg, und es wurde zertrampelt, und die Vögel des Himmels fraßen es. Und anderes fiel auf den Fels, und es wuchs und verdorrte, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Und anderes fiel mitten in die Dornbüsche, und die Dornbüsche wuchsen zusammen damit auf und erstickten es. Und anderes fiel in gute Erde, und es wuchs und brachte hundertfache Frucht hervor.“ Als er das gesagt hatte, rief er: „Wer Ohren hat, um zu hören, soll hören!“ Da fragten ihn seine Jünger, was dieses Gleichnis bedeuten möge. Er aber sagte: „Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen, den übrigen aber in Gleichnissen, damit deutlich wird: ‚Obwohl sie sehen, sehen sie nicht, und obwohl sie hören, verstehen sie nicht.‘ Das Gleichnis bedeutet nun folgendes: Die Saat ist das Wort Gottes. Und die neben dem Weg sind die Zuhörer, dann kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, sodass sie nicht glauben und gerettet werden. Und die auf dem Fels sind diejenigen, die das Wort mit Freude aufnehmen, sobald sie es hören, aber diese haben keine Wurzel; sie glauben für eine Weile, aber in Zeiten der Anfechtung geben sie auf. Was aber zu den Dornbüschen fiel – diese sind es, die zuhören, aber unter Sorgen und Reichtum und Vergnügungen des Lebens einhergehen und erdrückt werden, und sie bringen nichts zur Reife. Die Saat aber in der guten Erde – diese sind es, welche mit einem redlichen und guten Herzen das Wort hören und festhalten, und sie tragen Frucht durch ihre Beharrlichkeit.“ „Niemand aber, der eine Lampe angezündet hat, verdeckt sie mit einem Gefäß oder stellt sie unter ein Bett, sondern er stellt sie auf einen Leuchter, damit diejenigen, die hereinkommen, das Licht sehen. Denn nichts ist verborgen, was nicht sichtbar werden wird, und nichts versteckt, was nicht bekannt wird und {an den Tag} kommt. Seht also zu, wie ihr hört! Denn wer auch immer hat, dem wird gegeben werden; und wer auch immer nicht hat, von dem wird sogar genommen werden, was er zu haben meint.“ Es kamen nun seine Mutter und Geschwister zu ihm, aber sie konnten ihn nicht treffen aufgrund der Menschenmenge. Da wurde ihm berichtet: „Deine Mutter und deine Geschwister stehen draußen und wollen dich sehen.“ Er aber antwortete und sagte zu ihnen: „Meine Mutter und meine Geschwister sind diese: die das Wort Gottes hören und tun.“ Es geschah nun an einem der Tage, da stiegen er und seine Jünger in ein Boot, und er sagte zu ihnen: „Lasst uns ans gegenüberliegende Ufer des Sees hinüberfahren!“, und sie brachen auf. Während sie nun segelten, schlief er ein. Und ein Sturm kam auf den See herab, und sie mit Wasser liefen voll, und sie waren in Gefahr. Da traten sie heran, weckten ihn und sagten: „Meister, Meister, wir kommen um!“ Er aber stand auf und drohte dem Wind und dem Wogen des Wassers; und sie beruhigten sich, und es entstand eine Stille. Da sagte er zu ihnen: „Wo ist euer Glaube?“ Sie fürchteten und wunderten sich aber und sagten zueinander: „Wer ist denn dieser Mann, dass er sogar den Winden gebietet und dem Wasser und sie ihm gehorchen?“ Und sie segelten in die Gegend der Gerasener, was gegenüber von Galiläa ist. Und nachdem er an Land gekommen war, begegnete ihm ein Mann aus der Stadt, der Dämonen hatte, und etliche Zeit hatte er kein Gewand an und wohnte nicht in einem Haus, sondern in den Grabhöhlen. Als er nun Jesus sah, schrie er auf und fiel vor ihm nieder, und er sagte mit lauter Stimme: „Was {habe ich mit dir zu schaffen}, Jesus, Sohn des höchsten Gottes? Ich bitte dich: Quäle mich nicht!“ (Er hatte dem unreinen Geist nämlich befohlen, aus dem Mann herauszukommen. Denn viele Male hatte er ihn gepackt, und er war mit Ketten und Fußfesseln gefesselt und wurde bewacht, und er zerriss die Fesseln und wurde von dem Dämon in die Wüste getrieben.) Da fragte ihn Jesus: „Was ist dein Name? Er aber sagte: „Legion“, weil viele Dämonen in ihn hineingefahren waren. Und sie baten ihn, dass er ihnen nicht gebieten würde, in den Abgrund zu gehen. Es war dort aber eine Herde von etlichen Schweinen, die an dem Berg geweidet wurde; und sie baten ihn, dass er ihnen erlaubt, in jene Schweine hineinzufahren. Und er erlaubte es ihnen. Da kamen die Dämonen aus dem Mann heraus und fuhren in die Schweine, und die Herde raste den Abhang hinunter in den See und ertrank. Als nun diejenigen, die sie weideten, sahen, was geschehen war, flohen sie, und sie berichteten von den Ereignissen in der Stadt und auf den Feldern. Und sie gingen hinaus, um zu sehen, was geschehen war, und sie kamen zu Jesus und stellten fest, dass der Mann, von dem die Dämonen herausgekommen waren, bekleidet und vernünftig zu Füßen von Jesus saß, und sie fürchteten sich. Da berichteten ihnen diejenigen, die zugesehen hatten, wie derjenige, der besessen gewesen war, gerettet worden war. Und die ganze Schar aus der Umgebung der Gerasener bat ihn, von ihnen wegzugehen, weil sie von großer Furcht befallen wurden; er aber stieg in ein Boot und kehrte zurück. Und der Mann, von dem die Dämonen herausgekommen waren, flehte ihn an, bei ihm sein zu dürfen; er schickte ihn aber fort und sagte: „Kehre zurück in dein Haus und erzähle alles, was Gott für dich getan hat!“ Und er ging los und predigt in der gesamten Stadt, was Jesus alles für ihn getan hatte. Als nun Jesus zurückkehrte, empfing ihn die Menschenmenge; denn es erwarteten ihn alle. Und siehe!, es kam ein Mann namens Jaïrus, und dieser war der Vorsteher der Synagoge, und er fiel zu Füßen von Jesus und bat ihn, in sein Haus zu kommen, weil er eine einzige Tochter hatte – etwa zwölf Jahre alt – und sie im Sterben lag. Und während er hinging, bedrängte ihn die Menschenmenge. Auch eine Frau, die seit zwölf Jahren blutflüssig war und die – obwohl sie das gesamte Vermögen für Ärzte aufgewendet hatte – von niemanden geheilt werden konnte. Sie trat von hinten heran und berührte den Saum seines Gewandes, und augenblicklich versiegte ihr Blutfluss. Und Jesus sagte: „Wer ist es, der mich berührt hat?“ Weil aber alle es verneinten, sagte Petrus: „Meister, die Menschenmengen bedrängen und drücken dich.“ Jesus aber sagte: „Jemand hat mich berührt, denn ich habe gespürt, dass eine Kraft von mir ausgegangen ist.“ Als nun die Frau sah, dass sie nicht unbemerkt geblieben war, kam sie zitternd, und sie fiel vor ihm nieder und berichtete im Beisein des ganzen Volkes, aus welchem Grund sie ihn berührt hatte und wie sie augenblicklich gesund worden war. Er aber sagte zu ihr: „Tochter, dein Glaube hat dich gerettet; geh in Frieden!“ Während er noch redete, kommt jemand vom Synagogenvorsteher und sagt: „Deine Tochter ist gestorben! Belästige den Lehrer nicht länger!“ Jesus aber hörte es und antwortete ihm: „Fürchte dich nicht! Glaube nur, dann wird sie gerettet werden.“ Als er nun zu dem Haus kam, ließ er niemanden mit sich hineingehen außer Petrus und Johannes und Jakobus, sowie den Vater des Kindes und die Mutter. Es weinten aber alle und klagten um sie. Er aber sagte: „Weint nicht, denn sie ist nicht gestorben, sondern sie schläft!“ Da lachten sie ihn aus, weil sie wussten, dass sie gestorben war. Er aber griff ihre Hand und rief und sagte: „Kind, wach auf!“ Da kehrte ihr Geist zurück, und augenblicklich stand sie auf, und er ordnete an, ihr etwas zu essen zu geben. Und ihre Eltern staunten; er aber befahl ihnen, niemandem zu sagen, was geschehen war. Nachdem er nun die zwölf Apostel zusammengerufen hatte, gab er ihnen Kraft und Vollmacht über alle Dämonen und die Befugnis, Krankheiten zu heilen, und er sandte sie aus, das Reich Gottes predigen und die Kranken gesund zu machen, und er sagte zu ihnen: „Nehmt nichts mit {für unterwegs}, weder Wanderstock noch Tasche noch Brot noch Geld, noch sollt ihr jeweils zwei Hemden haben! Und in welches Haus auch immer ihr hineingeht, dort bleibt und von dort geht weiter. Und alle, die euch nicht aufnehmen … geht fort von jener Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen zum Zeugnis gegen sie!“ Sie gingen nun fort und zogen von Dorf zu Dorf, wobei sie die gute Nachricht verkündeten und überall Kranke heilten. Der Tetrarch Herodes hörte nun, was alles geschah, und er war verwirrt, weil von einigen gesagt wurde, dass Johannes von den Toten auferweckt worden sei, und von einigen, dass Elija erschienen sei, von anderen wiederum, dass ein Prophet (irgendeiner der alten) auferstanden sei. Da sagte Herodes: „Johannes habe ich enthauptet! Aber wer ist das, über den ich solche Dinge höre?“ Und er versuchte ihn zu sehen. Und als die Apostel zurückkehrten, erzählten sie ihm, was sie alles getan hatten. Und er nahm sie beiseite und zog sich allein mit ihnen in eine Stadt zurück, die Betsaïda genannt wurde. Die Menschenmengen aber bemerkten es und folgten ihm; und er empfing sie und redete zu ihnen über das Reich Gottes, und diejenigen, die Heilung benötigten, machte er gesund. Der Tag aber begann sich zu neigen; da traten die zwölf Apostel heran und sagten zu ihm: „Schick die Menschenmenge fort, damit sie zu den umliegenden Dörfern und Bauernhöfen gehen und sie dort einkehren und Verpflegung finden, weil wir hier an einem einsamen Ort sind.“ Da sagte er zu ihnen: „Gebt ihr ihnen zu essen!“ Sie aber sagten: „Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, wenn nicht wir gehen und für dieses ganze Volk Essen kaufen.“ Denn es waren etwa fünftausend Männer. Er sagte aber zu seinen Jüngern: „Lasst sie in Gruppen lagern, etwa zu je fünfzig Personen!“ Und sie machten es so und ließen alle lagern. Da nahm er die fünf Brote und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf und segnete sie, und er brach sie und gab sie den Jüngern, um sie der Menschenmenge auszuteilen. Und sie aßen und wurden alle satt, und was ihnen übrig geblieben war, wurde aufgehoben: zwölf Körbe an Brocken. Und es geschah, während er allein war, um zu beten, da waren die Jünger bei ihm, und er fragte sie und sagte: „Was sagen die Menschenmengen, wer ich bin?“ Sie aber antworteten und sagten: „‚Johannes der Täufer‘, und andere: ‚Elija‘, und andere, dass ein Prophet (irgendeiner der alten) auferstanden sei.“ Da sagte er zu ihnen: „Und was sagt ihr, wer ich bin?“ Petrus aber antwortete und sagte: „Der Gesalbte Gottes!“ Er aber warnte sie und gebot ihnen, dies niemandem zu sagen, und sagte: „Der Menschensohn muss viel leiden und von den Ältesten und Oberpriestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet und am dritten Tag auferweckt werden.“ Er sagte aber zu allen: „Wenn jemand hinter mir herkommen will, dann soll er sich selbst verleugnen und Tag für Tag sein Kreuz tragen und mir folgen. Denn wer auch immer sein Leben retten will, wird es verlieren; aber wer auch immer sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten. Denn was nützt es einem Menschen, wenn er die gesamte Welt gewinnt, sich selbst aber verliert oder einbüßt? Denn wer auch immer sich schämt für mich und meine Worte, für den wird sich der Menschensohn schämen, wenn er kommt in seiner Herrlichkeit und der des Vaters und der heiligen Engel. Aber ich sage euch wahrhaftig: Von denen, die hier stehen, sind einige, die den Tod gewiss nicht schmecken, bis sie das Reich Gottes gesehen haben.“ Es geschah nun etwa acht Tage nach diesen Worten, da nahm er Petrus und Johannes und Jakobus beiseite und stieg auf den Berg hinauf, um zu beten. Und während er betete, wurde das Aussehen seines Angesichts anders und seine Kleidung strahlend weiß. Und siehe!, zwei Männer redeten mit ihm, das waren Mose und Elija, die erschienen in Herrlichkeit und besprachen seinen Weggang, den er in Jerusalem vollenden sollte. Petrus aber und {seine Gefährten} waren {vom Schlaf übermannt}; als sie nun endlich aufwachten, sahen sie seine Herrlichkeit und die zwei Männer, die bei ihm standen. Und es geschah, während sie sich von ihm verabschiedeten, da sagte Petrus zu Jesus: „Meister, es ist gut, dass wir hier sind, ja, lasst uns drei Hütten machen, eine für dich und eine für Mose und eine für Elija“, da er nicht wusste, was er sagte. Während er dies nun sagte, entstand eine Wolke und überschattete sie; sie fürchteten sich aber, als sie in die Wolke hineingerieten. Und eine Stimme kam aus der Wolke, die sagte: „Das ist mein auserwählter Sohn; auf ihn sollt ihr hören!“ Und als die Stimme kam, fand man nur noch Jesus. Und sie selbst schwiegen und berichteten in jenen Tagen niemanden etwas von dem, was sie gesehen hatten. Es geschah nun am nächsten Tag, als sie von dem Berg herabkamen, da begegnete ihm eine große Menschenmenge. Und siehe!, ein Mann aus der Menschenmenge rief und sagte: „Lehrer, ich flehe dich an: Schau nach meinem Sohn, denn er ist mein einziger, und siehe!, ein Geist ergreift ihn, und plötzlich schreit er, und er zerrt ihn mit Schaum und weicht kaum von ihm, während er ihn misshandelt; und ich habe deine Jünger gebeten, dass sie ihn vertreiben, aber sie konnten es nicht.“ Da antwortete Jesus und sagte: „Oh du ungläubige und verkehrte Generation, wie lange soll ich bei euch sein und euch ertragen? Bring deinen Sohn hierher!“ Aber noch während er herantrat, riss der Dämon ihn zu Boden und zerrte ihn hin und her. Da drohte Jesus dem unreinen Geist und machte den Jungen gesund, und er gab ihn seinem Vater zurück. Es waren aber alle erstaunt über die Großartigkeit Gottes. Weil sich nun alle wunderten über alles, was er tat, sagte er zu seinen Jüngern: „Legt ihr diese Worte in eure Ohren! Denn der Menschensohn wird in die Hände von Menschen ausgeliefert werden.“ Sie aber verstanden dieses Wort nicht, und es war vor ihnen verborgen, sodass sie es nicht begriffen, und sie fürchteten sich, ihn über dieses Wort zu fragen. Und es entstand die Frage unter ihnen, wer der Größte von ihnen sei. Jesus aber wusste um die Frage ihres Herzens, nahm ein Kind und stellte es neben sich, und er sagte zu ihnen: „Wer auch immer dieses Kind empfängt in meinem Namen, empfängt mich; und wer auch immer mich empfängt, empfängt den, der mich gesandt hat. Denn wer der Geringste unter euch allen ist, der ist groß.“ Johannes antwortete aber und sagte: „Meister, wir haben jemanden in deinem Namen Dämonen austreiben gesehen, und wir hinderten ihn daran, weil er nicht mit uns folgt.“ Da sagte Jesus zu ihm: „Hindert ihn nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, ist für euch.“ Es geschah nun, als sich die Tage seiner Aufnahme erfüllten, da {fasste er den Entschluss}, nach Jerusalem zu gehen. Und er sandte Boten vor sich her. Und sie gingen und kamen in ein Dorf der Samariter, um ihm eine Herberge vorzubereiten; aber sie empfingen ihn nicht, weil {er entschlossen} war, nach Jerusalem zu gehen. Als nun die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: „Herr, willst du, dass wir sagen, Feuer möge vom Himmel herabfallen und sie vernichten?“ Da drehte er sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen zu einem anderen Dorf. Und während sie auf dem Weg gingen, sagte jemand zu ihm: „Ich werde dir folgen, wo auch immer du hingehst.“ Und Jesus sagte zu ihm: „Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er {sich schlafen legt}.“ Er sagte aber zu einem anderen: „Folge mir!“ Der wiederum sagte: „Herr, gestatte mir, zuvor nach Hause zu gehen und meinen Vater zu begraben.“ Da sagte er zu ihm: „Lass die Toten ihre Toten begraben, du aber geh und verkünde das Reich Gottes!“ Es sagte aber noch ein anderer: „Ich werde dir folgen, Herr! Aber zuvor gestatte mir, mich von denen zu verabschieden, die zu meinem Haus gehören.“ Da sagte Jesus zu ihm: „Keiner, der die Hand an den Pflug gelegt hat und dann nach hinten schaut, ist brauchbar für das Reich Gottes.“ Danach nun ernannte der Herr zweiundsiebzig andere, und er sandte sie {jeweils zu zweit} vor sich her in jede Stadt und an jeden Ort, wo er hinkommen würde. Er sagte aber zu ihnen: „Die Ernte ist groß, aber die Arbeiter sind wenige; bittet also den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte entsenden soll. Geht hin! Siehe, ich sende euch aus wie Lämmer inmitten von Wölfen. Tragt keinen Geldbeutel, keine Tasche, keine Sandalen, und grüßt unterwegs niemanden! Und in welches Haus auch immer ihr hineingeht, da sagt als Erstes: ‚Friede sei diesem Haus!‘ Und wenn dort ein {friedliebender Mensch} lebt, wird euer Friede auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren. Und in diesem Haus bleibt, esst und trinkt, was von ihnen gebracht wird; der Arbeiter ist nämlich seines Lohns würdig. Zieht nicht von Haus zu Haus weiter. Und in welche Stadt auch immer ihr hineingeht und man euch empfängt, da esst, was euch vorgesetzt wird, und heilt die Kranken dort und sagt zu ihnen: ‚Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen.‘ Aber in welche Stadt auch immer hineingeht und man euch nicht empfängt, da geht hinaus auf ihre Straßen und sagt: ‚Sogar den Staub, der uns von eurer Stadt an den Füßen haftet, schütteln wir ab vor euch; doch dies nehmt zur Kenntnis: Das Reich Gottes ist nahegekommen.‘ Ich sage euch: Es wird Sodom an jenem Tag besser ergehen als jener Stadt!“ „Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Betsaïda! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die unter euch geschehen sind, längst hätten sie in Sack und Asche gesessen und Buße getan. Doch Tyrus und Sidon wird es im Gericht besser ergehen als euch. Und du, Kafarnaum, wirst du etwa bis zum Himmel erhöht werden? Bis zum Hades sollst du hinabsteigen! Wer euch hört, hört mich, und wer euch abweist, weist mich ab; aber wer mich abweist, weist den ab, der mich gesandt hat.“ Es kehrten nun die zweiundsiebzig zurück mit Freude und sagten: „Herr, sogar die Dämonen ordnen sich uns unter in deinem Namen!“ Da sagte er zu ihnen: „Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen. Siehe!, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten, und über jede Kraft des Feindes, und nichts soll euch je schaden. Doch freut euch nicht darüber, dass sich die Geister euch unterordnen, freut euch aber, dass eure Namen aufgeschrieben sind in den Himmeln.“ In derselben Stunde jubelte er im heiligen Geist und sagte: „Ich preise dich Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies verborgen hast vor den Weisen und Klugen und es den Unmündigen offenbart hast! Ja, Vater, denn so {hat es dir gefallen}. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt, wer der Sohn ist, außer dem Vater, und wer der Vater ist, außer dem Sohn und wem auch immer es der Sohn offenbaren will.“ Und er wandte sich allein an die Jünger und sagte: „Beglückwünschenswert sind die Augen, die sehen, was ihr seht. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige wollten sehen, was ihr seht, und sahen es nicht, und hören, was ihr hört, und hörten es nicht.“ Und siehe!, ein Gesetzesexperte stand auf, um ihn herauszufordern, und sagte: „Lehrer, was muss ich tun, um ewiges Leben zu erben?“ Er aber sagte zu ihm: „Was steht im Gesetz geschrieben? Wie liest du es?“ Er aber antwortete und sagte: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand, und deinen Nächsten wie dich selbst!“ Da sagte er zu ihm: „Du hast richtig geantwortet! Tu das, dann wirst du leben!“ Er aber wollte sich rechtfertigen, und er sagte zu Jesus: „Und wer ist mein Nächster?“ Jesus griff diese Frage auf und sagte: „Ein Mann stieg von Jerusalem hinab nach Jericho, und er fiel Räubern zum Opfer, die, nachdem sie ihn ausgezogen und Hiebe zugefügt hatten, fortgingen und ihn halb tot zurückließen. Zufällig stieg nun ein Priester auf jenem Weg hinab, und als er ihn sah, ging er auf der anderen Seite vorüber. Und genauso erschien auch ein Levit, der zu der Stelle kam und ihn sah, ging auf der anderen Seite vorüber. Ein Samariter aber, der auf einer Reise war, kam an ihm vorbei, und als er ihn sah, hatte er Mitleid, und er ging zu ihm hin und verband seine Wunden, wobei er Öl und Wein darübergoss, und nachdem er ihn auf das eigene Lasttier gesetzt hatte, brachte er ihn in eine Herberge, und er kümmerte sich um ihn. Und am nächsten Tag holte er zwei Denare heraus und gab sie dem Wirt, und er sagte: ‚Kümmere dich um ihn, und was auch immer du zusätzlich ausgibst, werde ich dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.‘ Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste dessen geworden, der unter die Räuber gefallen war?“ Er aber sagte: „Der Erbarmen hatte mit ihm.“ Da sagte Jesus zu ihm: „Geh und handele du genauso!“ Während sie nun nach Jerusalem gingen, kam er in ein gewisses Dorf; und eine gewisse Frau namens Marta hieß ihn willkommen. Und sie hatte eine Schwester, genannt Maria, die sich sogar zu den Füßen des Herrn setzte und seiner Rede zuhörte. Marta hingegen war sehr beschäftigt mit der vielen Bedienung; sie trat nun heran und sagte: „Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester mich allein bedienen lässt? Sag ihr also, dass sie mir helfen soll!“ Da antwortete der Herr und sagte zu ihr: „Marta, Marta, über vieles bist du besorgt und beunruhigt, eines aber ist nötig; denn Maria hat den guten Teil gewählt, welcher ihr nicht weggenommen werden soll.“ Und es geschah, während er an einem gewissen Ort war, um zu beten, und zwar als er aufhörte, da sagte einer von seinen Jüngern zu ihm: „Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger gelehrt hat!“ Da sagte er zu ihnen: „Wann immer ihr betet, sagt: ‚Vater, dein Name soll geheiligt werden! Dein Reich soll kommen! Unseren Tagesbedarf Brot gib uns täglich! Und vergib uns unsere Sünden, denn auch wir selbst vergeben jedem, der uns etwas schuldet! Und führe uns nicht in Versuchung!“ Und er sagte zu ihnen: „Wer von euch sollte einen Freund haben und mitten in der Nacht zu ihm gehen, und er würde zu ihm sagen: ‚Freund, leih mir drei Brote, denn mein Freund ist bei mir eingetroffen von einer Reise, und ich habe nichts, was ich ihm vorsetzen könnte!‘, und jener würde von drinnen antworten und sagen: ‚Mach mir keine Umstände! Die Tür ist bereits verschlossen, und meine Kinder sind bei mir im Bett; ich kann nicht aufstehen und dir etwas geben.‘? Ich sage euch: Auch wenn er nicht aufstehen und ihm etwas geben wird, weil er sein Freund ist, dann wird er wenigstens wegen seines Gesichtsverlusts aufstehen und ihm alles geben, was er braucht. Auch ich sage euch: Bittet, dann wird euch gegeben werden! Sucht, dann werdet ihr finden! Klopft an, dann wird euch geöffnet werden! Denn jeder, der bittet, bekommt; und der sucht, findet; und dem, der anklopft, wird geöffnet werden. Wen von euch könnte nun der Sohn als seinen Vater um einen Fisch bitten, und statt eines Fisches würde er ihm eine Schlange reichen? Oder könnte er auch um ein Ei bitten, würde er ihm einen Skorpion reichen? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater, der aus dem Himmel ist, den heiligen Geist denen geben, die ihn bitten.“ Dann war er dabei, einen Dämon zu vertreiben, und der war stumm; es geschah aber, als der Dämon herausgekommen war, da redete der Stumme. Und die Menschenmengen staunten. Einige aber von ihnen sagten: „Durch Beelzebul, den Fürsten der Dämonen, vertreibt er die Dämonen!“ Andere wiederum stellten ihn auf die Probe und verlangten von ihm ein Zeichen vom Himmel. Er aber wusste um ihre Überlegungen und sagte zu ihnen: „Jedes Reich, das gegen sich selbst entzweit ist, wird verwüstet und es stürzt {ein Haus über das andere}. Wenn nun auch der Satan gegen sich selbst entzweit ist, wie wird sein Reich Bestand haben? Denn ihr sagt, dass ich die Dämonen durch Beelzebul vertreibe. Aber wenn ich die Dämonen durch Beelzebul vertreibe, durch wen vertreiben dann eure Söhne sie? Deshalb werden sie eure Richter sein. Und wenn ich die Dämonen durch den Finger Gottes vertreibe, dann ist folglich das Reich Gottes über euch gekommen. Wann immer der Starke bewaffnet seinen Hof bewacht, ist sein Besitz in Frieden; aber sobald ein Stärkerer als er angreift und ihn besiegt, nimmt er seine Waffenrüstung, auf die er vertraute, und seine Beute verteilt er. Wer nicht mit mir ist, ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut.“ „Wenn der unreine Geist vom Menschen ausfährt, zieht er durch dürre Orte und sucht Ruhe und wird nicht fündig; daraufhin sagt er: ‚Ich werde in mein Haus zurückkehren, von wo ich ausgefahren bin.‘ Und dort angekommen, stellt er fest, dass es gefegt und geschmückt ist. Daraufhin geht er und nimmt sieben weitere Geister mit, die böser sind als er selbst, und sie ziehen ein und lassen sich dort nieder, und die letzten Jahre jenes Menschen werden schlimmer als die ersten.“ Es geschah aber, als er diese Dinge sagte, da erhob eine Frau aus der Menschenmenge ihre Stimme und sagte zu ihm: „Beglückwünschenswert ist der Mutterleib, der dich ausgetragen hat, und die Brüste, an denen du gesogen hast.“ Er aber sagte: „Mehr noch – beglückwünschenswert sind, die das Wort Gottes hören und befolgen.“ Die Menschenmengen aber wurden zahlreicher, und er begann zu sagen: „Diese Generation ist eine böse Generation! Ein Zeichen verlangt sie, aber ein Zeichen wird ihr nicht gegeben werden, außer dem Zeichen des Jona. Denn wie Jona für die Niniviten ein Zeichen wurde, so wird es auch der Menschensohn sein für diese Generation. Die Königin des Südens wird sich erheben im Gericht gegen die Menschen dieser Generation und wird sie verurteilen, denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören, und siehe!, mehr als Salomo ist hier. Männer von Ninive werden aufstehen im Gericht gegen diese Generation und werden sie verurteilen; denn sie taten Buße auf die Predigt des Jona hin, und siehe!, mehr als Jona ist hier.“ „Niemand zündet eine Lampe an und stellt sie in ein Versteck oder unter den Eimer, sondern er stellt sie auf den Leuchter, damit diejenigen, die hereinkommen, das Licht sehen. Die Lampe des Leibes ist dein Auge. Wenn dein Auge ungetrübt ist, ist auch dein gesamter Leib hell; aber wenn es böse ist, dann ist auch dein Leib finster. Sieh also zu, dass das Licht in dir nicht Finsternis ist. Wenn dann dein gesamter Körper hell ist und nicht Anteil hat an etwas Finsterem, wird er völlig hell sein, als ob die Lampe dich mit ihrem Strahl erleuchtet.“ Während er nun redete, bittet ihn ein Pharisäer, bei ihm Mittag zu essen; da ging er hinein und nahm Platz. Der Pharisäer aber sah es und wunderte sich, dass er sich vor dem Essen nicht zuerst baden ließ. Da sagte der Herr zu ihm: „Nun, ihr Pharisäer reinigt das Äußere des Bechers und des Tellers, euer Inneres aber ist voller Raub und Bosheit. Ihr Narren! Hat nicht, der das Äußere gemacht hat, auch das Innere gemacht? Gebt doch als Almosen, was darinnen ist, siehe!, dann ist alles für euch rein. Doch wehe euch Pharisäern! Denn ihr belegt die Minze und das Gewürzkraut und alles Gemüse mit dem Zehnten, aber das Recht und die Liebe Gottes übergeht ihr! Diese Dinge aber muss man tun und jene nicht sein lassen. Wehe euch Pharisäern! Denn ihr liebt den Vorsitz in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Märkten. Wehe euch, weil ihr wie die unkenntlichen Gräber seid, und die Menschen, die darüber umhergehen, wissen es nicht.“ Da antwortete einer der Gesetzesexperten und sagt zu ihm: „Lehrer, indem du das sagst, verhöhnst du auch uns!“ Er aber sagte: „Wehe auch euch Gesetzesexperten! Denn ihr belastet die Menschen mit unerträglichen Lasten, aber ihr selbst rührt die Lasten nicht mit einem einzigen eurer Finger an. Wehe euch! Denn ihr erbaut die Denkmäler der Propheten, eure Vorfahren aber haben sie getötet. Folglich seid ihr Zeugen und stimmt den Werken eurer Vorfahren zu, weil sie sie getötet haben, aber ihr sie erbaut. Deshalb hat auch die Weisheit Gottes gesagt: ‚Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, aber einige von ihnen werden sie töten und verfolgen, damit das Blut aller Propheten, das seit Grundlegung der Welt vergossen ist, eingefordert wird von dieser Generation, vom Blut des Abel bis zum Blut des Secharja, der zwischen dem Altar und dem Haus umkam; ja, ich sage euch, es wird von dieser Generation eingefordert werden. Wehe euch Gesetzesexperten! Denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen; ihr selbst geht nicht hinein, und die hineingehen, haltet ihr ab.“ Und als er von dort wegging wollte, begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer, hartnäckig zu bohren und ihn über alles Mögliche auszufragen, wobei sie ihm auflauerten, um etwas aus seinem Mund zu ergattern. Als sich unterdessen eine riesige Menschenmenge versammelte, sodass sie einander niedertrampelten, begann er zu seinen Jüngern zu sagen: „Hütet euch vor allem vor dem Sauerteig der Pharisäer, welcher Heuchelei ist! Aber nichts ist verdeckt, was nicht aufgedeckt werden wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt werden wird. Stattdessen wird alles, was ihr in der Finsternis gesagt habt, im Licht gehört werden, und was ihr in den Kammern ins Ohr geflüstert habt, wird auf den Dächern ausgerufen werden.“ „Nun sage ich euch, meine Freunde: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nicht mehr in der Lage sind, etwas anzurichten. Aber ich werde euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten Macht hat, in die Hölle zu werfen! Ja, ich sage euch: Den sollt ihr fürchten! Werden nicht fünf Spatzen für zwei Assarion verkauft, und doch ist nicht einer von ihnen vor Gott vergessen? Sogar die Haare eures Kopfes sind doch alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid wichtiger als alle Spatzen.“ „Nun sage ich euch: Jeder, der sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem wird sich auch der Menschensohn bekennen vor den Engeln Gottes; aber wer mich verleugnet vor den Menschen, wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes. Und jeder, der ein Wort gegen den Menschensohn sagen wird, dem wird vergeben werden, aber dem, der gegen den heiligen Geist lästert, wird nicht vergeben werden. Wann immer sie euch aber vor die Synagogen und die Fürsten und die Mächte bringen, sorgt euch nicht, wie oder womit ihr euch verteidigen sollt oder was ihr sagen sollt; denn der heilige Geist wird euch in dieser Stunde zeigen, was zu sagen nötig ist.“ Es sagte nun jemand aus der Menschenmenge zu ihm: „Lehrer, sag meinem Bruder, dass er das Erbe mit mir teilen soll!“ Er aber sagte zu ihm: „Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter über euch eingesetzt?“ Er sagte aber zu ihnen: „Seht zu und hütet euch vor aller Habgier, denn auch wenn jemand Überfluss hat, besteht sein Leben nicht aus dem, was er besitzt.“ Da sagte er ein Gleichnis zu ihnen und sprach: „Das Feld eines reichen Menschen hatte guten Ertrag gebracht. Und er überlegte bei sich und sagte: ‚Was soll ich tun? Denn ich habe keinen Platz, wo ich meine Erträge sammeln könnte.‘ Und er sagte: ‚Dies werde ich tun: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen, und dort werde ich alles Getreide und meine Vorräte sammeln, und meiner Seele werde ich sagen: ‚Seele, du hast viele Vorräte daliegen für viele Jahre. Ruhe dich aus, iss, trink, sei fröhlich!‘ Da sagte Gott zu ihm: ‚Du Narr, in dieser Nacht fordert man deine Seele von dir. Was du nun vorbereitet hast, wird wem gehören?‘ So ergeht es dem, der Schätze für sich selbst sammelt, aber nicht im Blick auf Gott reich ist.“ Er sagte aber zu seinen Jüngern: „Deshalb sage ich euch: Sorgt euch nicht um das Leben, was ihr essen sollt, und nicht um den Körper, was ihr anziehen sollt. Denn das Leben ist mehr als Nahrung und der Körper mehr als Kleidung. Betrachtet die Raben: Sie säen nicht und sie ernten nicht, ihnen gehört keine Vorratskammer und keine Scheune, und doch ernährt Gott sie; wie viel mehr seid ihr wichtiger als die Vögel. Und wer von euch kann, indem er sich sorgt, seiner Lebenszeit eine Elle hinzufügen? Wenn ihr also auch nicht das Geringste tun könnt, warum sorgt ihr euch um den Rest? Betrachtet die Lilien, wie sie wachsen: Sie mühen sich nicht und sie spinnen nicht. Aber ich sage euch: Auch Salomo in all seiner Pracht war nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld, das heute da ist und morgen in einen Ofen geworfen wird, auf diese Weise bekleidet, wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen! Sucht auch ihr – nicht, was ihr essen und was ihr trinken sollt, und seid nicht beunruhigt! Denn all das erstreben die Völker der Welt, aber euer Vater weiß, dass ihr diese Dinge braucht. Sucht jedoch sein Reich, dann werden euch diese Dinge hinzugefügt werden. Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn eurem Vater hat es gefallen, euch das Reich zu geben. Verkauft euren Besitz und gebt ein Almosen! Macht euch selbst Geldbeutel, die nicht altern, einen unvergänglichen Schatz in den Himmeln, wo weder ein Dieb naht noch eine Motte frisst. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“ „Es sollen eure Lenden umgürtet sein und eure Lampen brennen! Seid auch ihr Menschen gleich, die ihren Herrn erwarten, wann er von der Hochzeit zurückkehrt, um ihm sofort zu öffnen, wenn er kommt und anklopft. Beglückwünschenswert sind jene Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend vorfindet! Amen, ich sage euch: Er wird sich umgürten und sie zu Tisch legen, und er wird vorbeikommen und ihnen dienen. Selbst wenn er erst während der zweiten oder während der dritten Wache kommt und sie in dieser Weise vorfindet, sind jene beglückwünschenswert. Dies aber erkennt: Wenn der Hausherr wüsste, zu welcher Stunde der Dieb kommt, dann würde er nicht zulassen, dass sein Haus aufgebrochen wird. Seid auch ihr bereit, weil der Menschensohn zu einer Stunde kommt, die ihr nicht vermutet.“ Da sagte Petrus: „Herr, sagst du dieses Gleichnis zu uns oder auch zu allen anderen?“ Und der Herr sagte: „Wer ist wohl der treue, gewissenhafte Verwalter, den der Herr über seine Dienerschaft einsetzt, um die Essensration auszugeben zur rechten Zeit? Beglückwünschenswert ist jener Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, in dieser Weise handelnd vorfindet. Wahrhaftig, ich sage euch: Über all seinen Besitz wird er ihn einsetzen. Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen sagt: ‚Mein Herr verspätet sich zu kommen‘, und er anfängt, die Knechte und die Mägde zu schlagen, und zu essen und zu trinken und sich zu berauschen, dann wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, den er nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt, und er wird {kurzen Prozess mit ihm machen} und seinen Teil mit den Ungläubigen geben. Jener Knecht nun, der den Willen seines Herrn kennt und nicht vorbereitet ist oder entsprechend seinem Willen gehandelt hat, wird viele Schläge bekommen; aber wer ihn nicht kennt, wird wenige Schläge bekommen, auch wenn er tut, was Hiebe verdient hätte. Jedem aber, dem viel gegeben wurde, von dem wird viel verlangt werden; und wem viel anvertraut wurde, den wird man weit mehr fordern.“ „Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen, und was wünschte ich, dass es schon angefacht wäre! Ich habe aber eine Taufe über mich ergehen zu lassen, und wie bedrängt bin ich, bis sie vollendet ist. Meint ihr, dass ich gekommen bin, um Frieden auf der Erde zu geben? Nein, sage ich euch, sondern Entzweiung! Denn von jetzt an werden fünf in einem Haus entzweit sein, drei gegen zwei und zwei gegen drei, Es wird Vater gegen Sohn entzweit werden und Sohn gegen Vater, Mutter gegen die Tochter und Tochter gegen die Mutter, Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter und Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.“ Er sagte aber auch zu den Menschenmengen: „Sobald ihr eine Wolke im Westen aufsteigen seht, sagt ihr sofort: ‚Es kommt Regen.‘ Und es geschieht so. Und sobald ihr einen Südwind wehen seht, sagt ihr: ‚Es wird Hitze geben.‘ Und es geschieht. Ihr Heuchler, das Aussehen der Erde und des Himmels wisst ihr zu deuten; aber diese Zeit wisst ihr aus irgendeinem Grund nicht zu deuten?“ „Und warum urteilt ihr nicht auch von euch aus, was gerecht ist? Denn während du mit deinem Gegner zu einem Vorsteher gehst, gib dir unterwegs Mühe, von ihm freizukommen, damit er dich nicht zum Richter schleift und der Richter dich dem Gerichtsdiener übergeben wird und der Gerichtsdiener dich ins Gefängnis werfen wird. Ich sage dir: Du kommst von dort gewiss nicht heraus, bis du auch den letzten Lepton bezahlt hast.“ Es waren aber zur selben Zeit einige anwesend, die berichteten ihm von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermengt hatte. Und er antwortete und sagte zu ihnen: „Meint ihr, dass diese Galiläer Sünder waren, im Gegensatz zu allen anderen Galiläern, weil sie das erlitten haben? Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr alle keine Buße tut, werdet ihr ebenso umkommen! Oder jene achtzehn, auf die der Turm in Siloah fiel und sie tötete – meint ihr, dass sie Schuldner waren, im Gegensatz zu allen anderen Menschen, die in Jerusalem wohnen? Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr alle keine Buße tut, werdet ihr genauso umkommen.“ Er sagte nun das folgende Gleichnis: „Jemand hatte einen Feigenbaum, der war gepflanzt in seinem Weinberg, und er ging und suchte Frucht daran und wurde nicht fündig. Da sagte er zu dem Weinbauern: ‚Siehe!, es sind drei Jahre, seit ich komme und Frucht suche an diesem Feigenbaum, aber ich werde nicht fündig; also hacke ihn ab! Warum verbraucht er noch den Boden?‘ Er aber antwortete und sagt zu ihm: ‚Herr, lass ihn noch dieses Jahr, bis ich um ihn herum gegraben und Dünger drangetan habe. Und wenn er im bevorstehenden Sommer Frucht hervorbringt … andernfalls sollst du ihn abhacken.‘“ Und er war dabei, in einer der Synagogen am Sabbat zu lehren. Und siehe!, da war eine Frau, die hatte seit achtzehn Jahren einen Geist der Krankheit, und sie war zusammengekrümmt und nicht imstande, sich vollständig aufzurichten. Als nun Jesus sie sah, rief er und sagte zu ihr: „Frau, du bist erlöst von deiner Krankheit.“ Dann legte er ihr die Hände auf; und augenblicklich wurde sie aufgerichtet, und sie verherrlichte Gott. Da reagierte der Synagogenvorsteher empört, weil Jesus am Sabbat geheilt hatte, und sagte zu der Menschenmenge: „Sechs Tage sind es, an denen man arbeiten muss; an denen sollt ihr also kommen und geheilt werden, aber nicht am Tag des Sabbats.“ Da antwortete ihm der Herr und sagte: „Ihr Heuchler, bindet nicht ein jeder von euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Futterkrippe los und tränkt ihn, nachdem er ihn weggeführt hat? Sie aber, die eine Tochter Abrahams ist und die Satan gefesselt hatte – siehe!, achtzehn Jahre lang –, durfte sie nicht von dieser Fessel losgebunden werden am Tag des Sabbats?“ Und als er das sagte, wurden alle beschämt, die sich ihm widersetzten, und die ganze Menschenmenge freute sich über all die herrlichen Dinge, die durch ihn geschahen. Also sagte er: „Wem ist das Reich Gottes gleich, und mit was soll ich es vergleichen? Es ist einem Senfkorn gleich, das ein Mensch nahm und in seinen Garten tat, und es wuchs und wurde zu einem Baum, und die Vögel des Himmels nisteten in seinen Zweigen.“ Und außerdem sagte er: „Mit was soll ich das Reich Gottes vergleichen? Es ist einem Sauerteig gleich, den eine Frau nahm und in drei Sata Mehl hineinknetete, bis es ganz durchsäuert war.“ Und er zog durch Städte und Dörfer, wobei er lehrte und die Reise nach Jerusalem fortsetzte. Es sagte aber jemand zu ihm: „Herr, sind es wenige, die gerettet werden?“ Er aber sagte zu ihnen: „Ringt darum, durch die enge Tür einzutreten, weil viele – das sage ich euch – versuchen werden einzutreten, aber es nicht schaffen werden. Wenn der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat und ihr anfangt, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen, und sagt: ‚Herr, öffne uns!‘, dann wird er antworten und zu euch sagen: ‚Ich kenne euch nicht … woher ihr seid.‘ Daraufhin werdet ihr zu sagen beginnen: ‚Wir haben {in deinem Beisein} gegessen und getrunken, und in unseren Straßen hast du gelehrt!‘ Und er wird sagen und zu euch sprechen: ‚Ich kenne euch nicht … woher ihr seid! Lasst ab von mir, all ihr Arbeiter der Ungerechtigkeit!‘ Dort wird es Heulen und Zähneklappern geben, wenn ihr Abraham und Isaak und Jakob und all die Propheten im Reich Gottes seht, während ihr hingegen nach draußen hinausgeworfen werdet. Und sie werden von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und zu Tisch liegen im Reich Gottes. Und siehe!, es gibt Letzte, die werden Erste sein, und es gibt Erste, die werden Letzte sein.“ Zu dieser Stunde kamen einige Pharisäer herbei und sagten zu ihm: „Geh fort und geh von hier, weil Herodes dich töten will.“ Und er sagte zu ihnen: „Geht und sagt diesem Fuchs: ‚Siehe!, heute und morgen vertreibe ich Dämonen und vollbringe Heilungen, und am dritten Tag komme ich ans Ziel. Doch ich muss heute und morgen und übermorgen reisen, weil es nicht angeht, dass ein Prophet außerhalb von Jerusalem umkommt. Jerusalem, Jerusalem, das die Propheten tötet und die steinigt, die zu ihm gesandt sind – wie oft wollte ich deine Kinder versammeln, wie eine Henne ihre Brut unter die Flügel, und ihr wolltet nicht. Siehe!, euer Haus wird euch gelassen, aber ich sage euch: Ihr seht mich gewiss nicht mehr, bis die Zeit kommt, wo ihr sagt: ‚Gepriesen sei, der kommt im Namen des Herrn!‘“ Und es geschah, während er an einem Sabbat in das Haus von einem der Vorsteher der Pharisäer ging, um Brot zu essen, da waren sie es, die ihn beobachteten. Und siehe!, ein Mensch – ein Wassersüchtiger – war da vor ihm. Und Jesus reagierte und sprach zu den Gesetzesexperten und Pharisäern und sagte: „Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen oder nicht?“ Sie aber schwiegen. Da fasste er ihn an und machte ihn gesund, und er ließ ihn gehen. Und zu ihnen sagte er: „Wer von euch, dessen Sohn oder Rind in einen Brunnen fällt, würde ihn nicht sofort heraufziehen, am Sabbattag?“ Und sie waren nicht imstande, darauf zu antworten. Er sagte aber zu den geladenen Gästen ein Gleichnis, da er bemerkte, wie sie die Ehrenplätze auswählten, und sagte zu ihnen: „Wann immer du von jemandem zu einer Hochzeit eingeladen wirst, leg dich nicht zu Tisch. auf dem Ehrenplatz, falls ein ehrwürdigerer Gast als du von ihm eingeladen ist und der kommt, der dich und ihn eingeladen hat, und zu dir sagen sollte: ‚Gib ihm den Platz!‘, und dann müsstest du mit Scham beginnen, den letzten Platz einzunehmen. Sondern wann immer du eingeladen wirst, geh und lagere dich auf dem letzten Platz, damit – wenn der kommt, der dich eingeladen hat – er zu dir sagen wird: ‚Freund, rücke höher hinauf!‘ Dann wird dir Ehre zukommen im Beisein aller, die mit dir zu Tisch liegen. Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird gering gemacht werden, und wer sich selbst gering macht, wird erhöht werden.“ Er sagte aber auch zu dem, der ihn eingeladen hatte: „Wann immer du ein Essen oder Festmahl veranstaltest, rufe weder deine Freunde noch deine Geschwister noch deine Verwandten noch reiche Nachbarn, sonst